NewsHochschulen„Geriatrisches Netzwerk“ soll stationäre Einweisungen älterer Patienten reduzieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

„Geriatrisches Netzwerk“ soll stationäre Einweisungen älterer Patienten reduzieren

Donnerstag, 7. Juni 2018

Mainz – Ein an der Universitätsmedizin Mainz gestartete Projekt namens „E-Health-basierte, sektorenübergreifende geriatrische Versorgung/Geriatrisches Netzwerk“ (GerNe) soll die Rate der stationären Einweisungen geriatrischer Patienten verringern. Hintergrund ist, dass laut dem Bundesverband Geriatrie die Fallzahlen der Geriatrie in den kommenden zehn Jahren um rund 33 Prozent zunehmen werden. Grund dafür sei im Wesentlichen die demografische Entwicklung.

„Vor diesem Hintergrund sind neue Versorgungsformen gefragt, die darauf abzielen, die ambulante, stationäre sowie sektorenübergreifende Versorgung zu optimieren“, hieß es aus Mainz. Erreichen wollen dies die Projektpartner durch eine bessere Zusammen­arbeit von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen. Dazu sollen der ambulante und der stationäre Sektor mittels einer elektronischen Fallakte besser vernetzt werden.

Schnittstellen verbessern

„Aus meiner Sicht ist die Optimierung der Behandlungsqualität der geriatrischen Patienten durch die Überwindung der Schnittstellenproblematik zwischen stationärer und ambulanter Versorgung von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Behand­lungsmaßnahme“, betonte die rheinland-pfälzische Gesundheits­ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bei der Auftaktveranstaltung des Projektes. 

Anzeige

„Das Projekt GerNe richtet den Blick auf eine bessere, sektorenübergreifende Kommunikation zwischen Klinik und Hausarzt. Hierdurch sollen Probleme in der Patientenversorgung frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, bevor es zu einer erneuten Krankenhauseinweisung des Patienten kommt“, erläuterte der Leiter der Abteilung Geriatrie am Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz, Roland Hardt, das Vorhaben. Insgesamt geht es darum, die Rehospitalisierungsrate zurückzuführen und somit die Versorgungsqualität zu verbessern. Hardt ist Initiator, Leiter und Antragsteller des Projektes.

Die elektronische Fallakte und der geriatrische Konsildienst sollen die Basis für eine enge Kommunikation zwischen Hausarzt und geriatrischer Klinik schaffen. Der Hausarzt soll dabei eine zentrale Rolle einnehmen.

An diesem Projekt beteiligte Konsortialpartner sind neben zwei Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung auch eine geriatrische Fachklinik und die Barmer Rheinland-Pfalz/Saarland. Darüber hinaus sind verschiedene Kooperationspartner unterstützend tätig, unter anderem die Lan­des­ärz­te­kam­mer, die Kassenärztliche Vereinigung und der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz.

Der Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) stellt für das Vorhaben rund 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

31. März 2020
Köln – Ein neues Trainingsprogramm des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie (IBuSG) der Deutschen Sporthochschule Köln soll das Sturzrisiko für ältere Menschen reduzieren. „Die bisherige
Neuer Trainingsansatz zur Sturzprävention bei Senioren
10. März 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßen, dass ältere Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur
Obereschenkelhalsbruch: Zu wenig Altersmediziner für interdisziplinäre Versorgung
30. Januar 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat eine Kurzfassung ihrer S2e-Leitlinie „Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie“ herausgegeben. Die
Pocketleitlinie zur Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten
27. Januar 2020
Berlin – Insbesondere bei älteren Patienten besteht nach einer Hüftfraktur ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die flächendeckende Einführung einer orthogeriatrischen Mitbehandlung im Krankenhaus könnte
Orthogeriatrische Mitbehandlung senkt Mortalitätsrisiko bei älteren Patienten mit Hüftfraktur
22. Januar 2020
Düsseldorf – Die AOK Rheinland/Hamburg und das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg haben zum Jahresbeginn den nach eigenen Angaben bundesweit ersten Qualitätsvertrag zur Vermeidung
Qualitätsvertrag zur Prävention des postoperativen Delirs geschlossen
15. Januar 2020
München – Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat an ihrem Klinikum als erste und einzige Universität in Bayern eine Professur Geriatrie eingerichtet. „Die Bedeutung der Altersmedizin ist bisher
Uniklinik München: Bayernweit erste klinische Professur für Geriatrie
26. November 2019
Köln – Eine neue Station für hochbetagte Patienten hat die Klinik II für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln eingerichtet. „Unser Ziel ist es, mit der neuen Station eine Versorgungslücke zu
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER