NewsAuslandGericht: Abtreibungsverbot in Nordirland nicht menschen­rechtskonform
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Gericht: Abtreibungsverbot in Nordirland nicht menschen­rechtskonform

Donnerstag, 7. Juni 2018

London – Das oberste Gericht Großbritanniens hat das Abtreibungsverbot in Nordirland für nicht menschenrechtskonform erklärt. Das geht aus einem Urteil des Supreme Courts in London von heute hervor. Demnach sieht eine Mehrheit der Richter im strikten Abtreibungsverbot in Nordirland Verstöße gegen die Europäische Menschen­rechtskonvention (EMRK). Verboten sind dort Schwangerschaftsabbrüche selbst bei Fällen einer schweren fetalen Fehlbildung, nach einer Vergewaltigung oder Inzest.

Gleichzeitig wiesen die Richter die Klage der nordirischen Menschenrechtskommission gegen das Abtreibungsverbot jedoch aus formalen Gründen ab. Damit wächst der Druck auf die Regierung in London, das strikte Verbot in Nordirland zu lockern. Erst Ende Mai hatten die Wähler in der Republik Irland per Referendum mit einer Zweidrittelmehrheit den Weg für eine Lockerung des Abtreibungsverbots in ihrem Land freigemacht.

Anzeige

Premierministerin Theresa May steckt in einem Dilemma. Eigentlich müsste die Frage vom Regionalparlament in Belfast geklärt werden. Doch das kann wegen einer Regierungskrise in Nordirland seit knapp eineinhalb Jahren nicht zusammentreten.

Im britischen Parlament wäre eine Mehrheit für die Lockerung des Abtreibungsverbots leicht zu finden, doch May hängt mit ihrer Minderheitsregierung von der Unterstützung der Abtreibungsgegner in der nordirisch-protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) ab. Die Partei hat deutlich gemacht, dass eine Lockerung für sie nicht infrage kommt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. März 2019
Frankfurt am Main – Der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hat sich für liberale Regeln in mehreren Lebensbereichen ausgesprochen. Unter der Überschrift „Selbstbestimmung von der Wiege bis ins Grab“
FDP-Vorstoß für liberale Regeln zu Leihmüttern und Sterbehilfe
5. März 2019
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat jetzt bestätigt, das es Mitte April über das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verhandelt. Das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe kündigte heute
Verfassungsgericht verhandelt im April über Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe
1. März 2019
Karlsruhe/Berlin – Das Bundesverfassungsgericht prüft voraussichtlich im April Verfassungsbeschwerden gegen das strafrechtliche Verbot organisierter Sterbehilfe. Nach Informationen des Berliner
Bundesverfassungsgericht verhandelt im April über Sterbehilfe
28. Februar 2019
Brüssel – Die Zahl der Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien ist leicht angestiegen. Wie die Zeitung Le Soir vom Donnerstag unter Berufung auf Zahlen der staatlichen Sterbehilfekommission berichtet,
Mehr Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien
25. Februar 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn hat die Linie verteidigt, dass Schwerkranke vorerst keine amtliche Erlaubnis zum Kauf von Medikamenten zur Selbsttötung bekommen. Der Bundestag habe sich
Spahn verteidigt Nein zur Abgabe von Suizidmitteln
21. Februar 2019
Berlin – Bei einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages sprachen sich Experten mehrheitlich dagegen aus, schwer kranken Patienten auf ihren Wunsch ein tödlich wirkendes Arzneimittel
Mediziner gegen behördliche Abgabe von Tötungsmitteln
19. Februar 2019
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer lehnt Neuregelungen ab, die Schwerkranken den Kauf von Medikamenten zur Selbsttötung ermöglichen. „Ärzte leisten Hilfe beim Sterben, aber nicht zum Sterben“, heißt es in
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER