NewsÄrzteschaftBayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer will im Oktober über Fernbehandlung entscheiden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer will im Oktober über Fernbehandlung entscheiden

Donnerstag, 7. Juni 2018

/dpa

München – Der Bayerische Ärztetag will im Oktober über den Umgang mit der ausschließlichen Fernbehandlung im Freistaat entscheiden. Das berichtet der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Gerald Quitterer, in der neuen Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes.

„Die Positionen dazu sind kontrovers – sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten“, schreibt der Kammerpräsident. Moderne Kommunikationsmedien hätten ihren Platz in der Gesundheitsversorgung. Die bisherige Berufsordnung stehe dem auch nicht im Wege, wenn es sich um einen aus der laufenden Behandlung bekannten Patienten handle.

Anzeige

Mit der ausschließlichen Fernbehandlung werde dieses Gebot aber verlassen, denn es müsse kein vor- oder nachgelagerter persönlicher Kontakt mehr stattfinden. „Das ist die Herausforderung für alle Beteiligten. Ausschließliche Fernbehandlung kann deshalb nur funktionieren, wenn wir Kriterien vorgeben, nach denen sie gestaltet wird“, so Quitterer.

Sichergestellt werden muss laut dem Kammerpräsidenten unter anderem, dass die Patientensicherheit und der Schutz der Gesundheitsdaten weiterhin an erster Stelle stehen. Für die behandelnden Ärzte sei der Facharztstatus zu fordern, wie in den Praxen auch. Es dürfe sich keine neue Versorgungsebene etablieren oder eine Konkurrenz zu bestehenden Versorgungsverträgen ergeben.

Darüber hinaus sei zu bedenken, dass diese Form der Behandlung unter Umständen zusätzliche Kosten generiere, deren Bezahlung geklärt werden müsse, so der bayerische Kammerpräsident. „Digitale Techniken können und sollen die ärztliche Tätigkeit unterstützen, sie dürfen die notwendige persönliche Zuwendung von Ärzten keinesfalls ersetzen“, betonte er. 

Die Fernbehandlung war eines der großen Themen auf dem 121. Deutschen Ärztetag in Erfurt Anfang Mai. Bislang war laut Paragraf sieben Absatz vier der (Muster-)Berufs­ordnung (MBO) eine ausschließliche Fernbehandlung untersagt. Die Abgeordneten des Ärztetages haben aber mit großer Mehrheit beschlossen, eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien im Einzelfall zu erlauben.

<b>Umfrage</b> zur Lockerung des Fern­behandlungs­verbotes Start

Video

Umfrage zur Lockerung des Fern­behandlungs­verbotes

Konkret sei dies möglich, wenn die Fernbehandlung ärztlich vertretbar ist, die erforderliche ärztliche Sorgfalt durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung und Dokumentation gewahrt wird und der Patient über die Besonder­heiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird. Bindend für die Ärzte ist allerdings nicht die MBO, sondern die von der Ärztekammer vor Ort beschlossene Berufsordnung. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. September 2018
Mainz – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz hat den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patienten im Einzelfall frei gemacht. Die 80 Mitglieder der Ver­tre­ter­ver­samm­lung folgten bei ihrem
Auch in Rheinland-Pfalz künftig ausschließliche Fernbehandlung möglich
19. September 2018
Berlin – Von den insgesamt rund 6.500 Berliner Praxen sind mittlerweile rund 1.000 an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, unter welch
Berlin: 1.000. Praxen an Tele­ma­tik­infra­struk­tur angeschlossen – KV plädiert für Fristverlängerung
19. September 2018
Berlin – Das neue Onlineprogramm der AOK „Familiencoach Depression“ soll Angehörigen helfen, den Alltag mit einem depressiv erkrankten Menschen besser zu bewältigen. Dabei lernen Familie und Freunde
Neues Onlineportal der AOK soll im Umgang mit depressiv erkrankten Menschen helfen
18. September 2018
Berlin – Die Krankenkasse Barmer will zur besseren Versorgung von Kindern und Jugendlichen eine App und eine Videosprechstunde einführen. Das teilte die Kasse heute in Berlin mit. Die App soll demnach
Barmer plant telemedizinische Angebote für pädiatrische Erkrankungen
18. September 2018
Berlin – Vergangene Woche hat der amerikanische Hersteller Apple in seinem Firmensitz in Cupertino neben weiteren Geräten auch die neue Apple Watch 4 vorgestellt. Apple hat bei der Uhr neben einer
Apple Watch: Kardiologen bewerten EKG-Funktionen
17. September 2018
Berlin – Viele Länder veranstalten heute bereits zum 4. Mal den Internationalen Tag der Patientensicherheit (ITPS). Wie groß die Resonanz und Beteiligung hierzulande ist, zeigt eine interaktive
Tag der Patientensicherheit: Chancen der Digitalisierung noch nicht ausgeschöpft
17. September 2018
Berlin – Ab dem kommenden Jahr soll die elektronische Gesundheitsakte „Vivy“ eine Schnittstelle zum Praxissystem KV Connect bekommen. Darüber hinaus will Medatixx eine Schnittstelle zu Vivy in seine
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER