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Politik

Krankenkassen sollen für Fruchtbarkeitserhalt von Krebspatienten aufkommen

Donnerstag, 7. Juni 2018

/dpa

Berlin – Entnahme, Aufbereitung, Kryokonservierung und Lagerung von Keimzellen und Keimgeweben sollen dem Willen von Gesundheitspolitikern der Union zufolge künftig zur Regelleistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) für Patienten mit Krebs werden. Man strebe eine entsprechende Gesetzesänderung an, erklärten heute Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Rudolf Henke, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit.

Nach Vorstellung der Unionspolitiker soll der Anspruch für alle Betroffenen ab dem „reproduktionsfähigen Alter bestehen“, wie es hieß. Die spätere Wiederverwendung von Keimzellen und Keimgeweben soll sich an den bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen für die künstliche Befruchtung orientieren – also einer Altersgrenze bei Frauen bis zum 40. und bei Männern bis zum 50. Lebensjahr.

Maag und Henke wiesen darauf hin, dass es die Fortschritte in der Medizin ermög­lichten, viele schwerwiegende Erkrankungen bei Kindern und jungen Erwachsenen zu heilen. Dazu zählten unter anderem Krebserkrankungen. Eine Nebenwirkung der Behandlung mit Zytostatika oder einer Strahlentherapie könnten allerdings der dauerhafte Verlust der Fruchtbarkeit sein. „Für Betroffene stellt das einen gravierenden Einschnitt in die individuelle Familienplanung dar“, sagten die Unionspolitiker anlässlich des 4. German Cancer Survivors Days.

Jährlich erkranken laut Union rund 15.000 junge Erwachsene und 2.000 Kinder an Krebs, von denen rund 80 Prozent geheilt werden können. Auch in den Bereichen der Rheumatologie und Neurologie werden vereinzelt Therapien angewandt, die den dauerhaften Verlust der Fruchtbarkeit zur Folge haben.

In einer der kommenden Sitzungswochen will die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein entsprechendes Positionspapier verabschieden.

Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs begrüßte die Ankündigung. „Ob es in der Ausbildung, zu Beginn des Berufslebens oder in der ersten glücklichen, festeren Bindung ist – es ist immer ein schrecklicher Einschnitt“, sagte Diana Lüftner, Vorstand der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Umsetzung dränge, erklärte Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.

© may/aerzteblatt.de

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