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Politik

Anreizprogramm für mehr Pflegefachkräfte vorgelegt

Donnerstag, 7. Juni 2018

/dpa

Berlin – Im Ringen um mehr Pflegekräfte hat der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, ein Sofortprogramm vorgeschlagen. Das sieht nicht nur Prämien und finanzielle Zusatzanreize für Pflegekräfte und Arbeitgeber vor. Er will damit auch Pflegekräften mehr Verantwortung übertragen, wie das jetzt vorgelegte, dreiseitige Konzept „Mehr PflegeKRAFT“ zeigt.

Westerfellhaus betont darin, Pflegefachkräfte seien Profis und keine Handlanger. Sie könnten „weit mehr als An- und Verordnungen ausführen“. Deshalb sei es an der Zeit, ihnen unter Maßgabe konkreter Qualifikationsanforderungen „gezielt heilkundliche Aufgaben zu übertragen“, schreibt der Pflegebevollmächtigte.

Mehr Autonomie

In Betracht kommen demzufolge beispielsweise Aufgaben im Bereich der Versorgung chronischer Wunden, spezifischer Infusionstherapien und der Versorgung von Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2. „Die mit diesen Aufgaben verbundene höhere Verantwortung wird dem modernen Pflegeberuf gerecht und stärkt seine Attraktivität und Autonomie“, so Westerfellhaus.

Bereits Mitte Mai hatte er, Überlegungen ausgesprochen, Pflegekräfte mit Prämien in den Beruf zurückholen zu wollen. Sein jetzt vorgelegtes, dreiseitiges Papier „Mehr PflegeKRAFT“ konkretisiert diese. Westerfellhaus schlägt im Detail Prämien von 5.000 Euro für Berufsrückkehrer und von 3.000 Euro für Teilzeitkräfte vor, die ihre Arbeitszeit um mindestens 20 Prozent der Vollarbeitszeit aufstocken.

Ebenfalls 3.000 Euro soll es für Absolventen einer Pflegeausbildung bei der Ersteinstellung geben, dazu für Betreiber einer Pflegeeinrichtung jeweils 1.500 Euro für die Rekrutierung einer Fachkraft und weitere 1.500 Euro, wenn diese nach einem Jahr weiter im Betrieb tätig ist.

In einem auf drei Jahre befristeten Modell sollen alle Pflegekräfte zudem bei 80 Prozent Arbeitszeit 100 Prozent Lohn erhalten können. Arbeiten sie weiterhin Vollzeit, können sie stattdessen einen Treuebonus als Gehaltszuschlag in Anspruch nehmen. Den Fachkräften soll zudem mehr Eigenverantwortung übertragen werden.

Finanzielle Belohnungen soll es auch für Arbeitgeber geben, die faire und moderne Arbeitsbedingungen anbieten, beispielsweise mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle oder Qualifikationsmöglichkeiten. Um Betreiber zu mehr Ausbildungsangeboten zu bewegen, soll der Kostenanteil der Pflegeeinrichtungen an der neuen Pflegeausbildung gesenkt werden.

Finanzierung unklar

Zur Finanzierung des Programms heißt es lediglich, diese sollten nicht einseitig durch die Pflegebedürftigen getragen, sondern „auf möglichst breite Schultern verteilt“ werden. Aktuellen Zahlen zufolge fehlen in Deutschland mindestens 35.000 Pflegekräfte.

Ziel des Programms sei es, „Pflegefachkräfte, die den Beruf verlassen haben, wieder in die Pflege zurückzuholen und Pflegefachkräften, die in Teilzeit arbeiten, Anreize zu geben, ihre Arbeitszeit aufzustocken“, erklärte Westerfellhaus. Entscheidend sei, dass die Betroffenen „ihren Beruf zufrieden ausüben und somit in der Pflege bleiben“.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich die Eckpunkte eines Programms vorgestellt, das im Kern 13.000 zusätzliche Stellen im Pflegebereich vorsieht. Allerdings können derzeit viele offene Stellen mangels Bewerbern nicht besetzt werden. Nach Einschätzung von Experten spielt dabei das niedrige Lohnniveau für Pflegekräfte eine wichtige Rolle. © may/afp/aerzteblatt.de

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JohnR
am Donnerstag, 7. Juni 2018, 21:24

Wer's glaubt ...

Träumen darf man ja ...

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