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Junge Beschäftigte im Krankenhaus fühlen sich unter Druck

Donnerstag, 7. Juni 2018

/biker3, stockadobecom

Berlin – Nur eine Minderheit der jungen Beschäftigten im Krankenhaus hat den Eindruck, für ihre beruflichen Leistungen und ihren Einsatz ausreichend Anerkennung zu bekommen. Viele fühlen sich bereits in jungen Jahren ausgebrannt und glauben, dass unter ihrer persönlichen beruflichen Belastung auch die Patienten­versorgung leidet. Dies sind einige Ergebnisse einer Untersuchung, die Albert Nienhaus, Forschungsbeauftragter der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), heute auf dem Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit“ in Berlin vorstellte.

An der Onlinebefragung nahmen 200 Pflegekräfte sowie etwa 800 Ärzte im Alter von bis zu 35 Jahren teil. Sie berichteten über ihre psychischen Belastungs- und Beanspruchungsfaktoren im Krankenhaus sowie über Erlebnisse verbaler und körperlicher Aggression von Patienten. Aus den Ergebnissen sollen Schlussfolgerungen für die Prävention abgeleitet werden. Die BGW arbeitet dafür mit der Universität Hamburg, dem Marburger Bund, dem Hartmannbund sowie mehreren Berufsverbänden – und insbesondere deren Jungen Sprechern – zusammen. „Eine Gefährdungs­beurteilung und eine Gewaltprävention kann der Einstieg zum Abbau der Belastung sein“, ist Nienhaus überzeugt.

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Pflegende auf Normalstationen seien am stärksten belastet, berichtete Max Zilezinski, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Junge Pflege. Gründe dafür seien die Arbeitsverdichtung, eine schlechte Zusammenarbeit mit Ärzten sowie ein hohes Arbeitstempo, analysierte er. Um die Versorgungsqualität der Patienten zu verbessern, sei eine leistungsgerechte Bezahlung des Pflegepersonals nötig sowie veränderte Personalschlüssel und eine bessere Kooperation der Berufsgruppen untereinander.   

Eine gute Zusammenarbeit habe es bereits bei der gemeinsamen Erstellung der Studie zur Situation junger Beschäftigter in Krankenhäusern gegeben, berichtete Kevin Schulte, Sprecher des Bündnisses Junge Ärzte. Für ihn sind die Ergebnisse besorgnis­erregend: Wenn 70 Prozent der jungen Ärzte und Pflegekräfte burnoutgefährdet seien, bestehe auch eine indirekte Gefährdung der Patienten, warnte er.

„Wir brauchen eine Finanzierung, die eine adäquate Patientenversorgung und gute Arbeitsbedingungen ermöglicht sowie schlanke Gesetze und Richtlinien, die den Dokumentationsaufwand reduzieren“, sagte er. Die Freiberufler forderte er auf, Mut zum Widerstand zu haben, und die Entscheidungsträger, diesen Widerstand als Qualitätsstreben zu sehen.

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Berufszufriedenheit junger Ärztinnen und Ärzte

Die Politik versuche, ihren Beitrag zu leisten, versprach Lothar Riebsamen, Mitglied der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Das Thema Personaluntergrenzen habe man bereits aufgegriffen. „Die Umsetzung wird jetzt eine Herausforderung sein.“ © ER/aerzteblatt.de

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