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Ärzteschaft

Fachmediziner beklagen zu hohe Hürden für Einsatz von 3-D-Druck

Freitag, 8. Juni 2018

/Patrick Daxenbichler, stock.adobe.com

Dresden – Angeborene Fehlbildung oder Knochenschwund durch Krebs: Innovative Verfahren zur Herstellung körpereigenen Gewebes für Transplantationen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kommen aus dem Labor nicht heraus. Fachmediziner haben zum Auftakt ihres Jahreskongresses in Dresden jetzt gesetzliche Hemmnisse für den Einsatz am Patienten kritisiert.

„Es gibt diese Techniken, sie können aber nicht eingesetzt oder verfeinert werden, weil uns die Mittel fehlen und die gesetzlichen Hürden zu hoch sind“, sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG), Professor Cornelius Klein. Die Behebung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte durch Knochenzüchtung per Tissue Engineering aber wird laut DGMKG derzeit in Deutschland nicht praktiziert – wegen strenger Gesetze. „Es pausiert“, sagte Klein.

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Durch diese künstliche Herstellung biologischer Gewebe – durch gezielte Kultivierung körpereigener Zellen und 3-D-Bioprinting komplexer Gewebe – ließen sich anor­ganische Materialien ersetzen, erläuterte Michael Gelinsky vom Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung der TU Dresden.

Ein neues Verfahren vereine das computergesteuerte 3-D-Bioprinting mit dem Tissue Engineering, um passgenaue Implantate aus lebendem Material zu gewinnen, erklärte der Forscher. So erzeugter komplexer Gewebeersatz könne sogar die Transplantation körpereigener Gewebe überflüssig machen.

Laut Gelinsky ist auch Hautersatz schon anwendbar, für die Industrie aber noch nicht lukrativ. Er geht davon aus, dass sich das in den nächsten fünf Jahren ändert. Bei Knochen dauere es noch zehn Jahre, Organe wie Leber und Niere aber seien komplizierter. „Menschliche Organe drucken, so weit sind wir definitiv noch nicht“, sagte er. „Das ist noch ferne Zukunftsmusik.“ © dpa/aerzteblatt.de

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