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Politik

Forschung und Entwicklung in der Gesund­heitswirtschaft: Schwerpunkte der Bundesregierung

Freitag, 8. Juni 2018

/sudok1, stockadobecom

Berlin – Die gestiegene Lebenserwartung in Deutschland stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen, da Volkskrankheiten und Mehrfacherkrankungen in der Bevölkerung zunehmen. Das schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im neuen Bundesbericht „Forschung und Innovation 2018“, den das Kabinett jetzt gebilligt hat. Darin umreißen die Autoren auch, welche Schwerpunkte sie in der Gesundheitsforschung sehen.

Danach sind die Personalisierung und die digitale Vernetzung der Medizin zentrale Treiber für den Fortschritt in der Patientenversorgung. „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist eine der größten Herausforderungen des Gesundheitswesens in den nächsten Jahren“, schreiben die Autoren (Seite 22). Die Bundesregierung werde die Tele­ma­tik­infra­struk­tur weiter ausbauen und eine elektronische Patientenakte für alle Versicherten in dieser Legislaturperiode einführen.

„Wir wollen neue Zulassungswege für digitale Anwendungen schaffen, die Inter­operabilität herstellen und die digitale Sicherheit im Gesundheitswesen stärken“, heißt es in dem Bericht weiter. Die pflegerische Versorgung solle mit den Möglichkeiten der Digitalisierung weiterentwickelt werden, sodass Pflegekräfte und pflegebedürftige Menschen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie neue technische Anwendungen besser nutzen könnten und sich die Arbeitsbedingungen der Pflege­kräfte dadurch verbesserten. „Dazu gehört, die Pflege in die Tele­ma­tik­infra­struk­tur einzubeziehen. Die Anwendung und Abrechenbarkeit telemedizinischer Leistungen soll ausgebaut werden“, so der Bericht.

Die Bundesregierung hat ihre Aktivitäten zur Förderung der Gesundheitsforschung im „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ gebündelt. Schwerpunkte des Programms sind die Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel-, Lungen- und neurodegenerativen Erkrankungen, von Infektionskrankheiten und seltenen Erkrankungen. „Prävention und Früherkennung beziehungsweise Vorsorge und Zugang zu medizinischer Versorgung und Medizinprodukten werden als wichtige Bausteine für ein langes und gesundes Leben intensiv vorangetrieben“, schreiben die Autoren. 

Das BMBF weist in dem Bericht insgesamt auf die hohe Bedeutung von Forschung und Entwicklung (F&E) für den Wohlstand in Deutschland hin. „Wir brauchen mehr Tempo, besonders bei der Anwendung und auch die Zusammenarbeit in Europa, um gegenüber China und den USA mithalten zu können. Daran arbeiten wir gerade mit einer neuen Forschungs- und Innovationsstrategie“, sagte Bun­des­for­schungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU) bei der Vorstellung des Berichtes. Die Bundesregierung habe sich darauf verständigt, dass bis zum Jahr 2025 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für F&E aufgewendet werden sollten. „Die Einführung einer steuerlichen F&E-Förderung soll dazu beitragen“, hieß es aus dem BMBF. © hil/aerzteblatt.de

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