NewsPolitikLänder fordern Strategie der Bundesregierung gegen häusliche Gewalt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Länder fordern Strategie der Bundesregierung gegen häusliche Gewalt

Freitag, 8. Juni 2018

/sandyche, stock.adobe.com

Bremerhaven – Frauen müssen aus Sicht der Gleichstellungsministerinnen der Länder besser vor Gewalt im privaten Umfeld geschützt werden. Bei ihrer Konferenz in Bremerhaven verabschiedeten sie heute einen Antrag, der die Bundesregierung auffordert, eine Gesamtstrategie gegen häusliche Gewalt zu entwickeln.

„Jedes Jahr verlieren in Deutschland rund 150 Frauen ihr Leben durch ihren aktuellen oder den früheren Lebenspartner, die Zahl der Mordversuche liegt zweimal so hoch“, sagte die amtierende Vorsitzende der Konferenz und Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Täglich zeigten 180 Frauen eine Körperverletzung in der Partnerschaft oder durch den früheren Partner an. „Gewalt in nahen Beziehungen ist eine Menschenrechtsverletzung und Ausdruck eines hierarchischen Geschlechterverhältnisses.“ An der Veranstaltung nahm auch Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) teil.

Anzeige

Schutzkonzept ausbauen

Aus Sicht der Politikerinnen sollten Ursachen, Ausmaß und Auswirkungen von Gewalt in nahen Beziehungen besser erforscht werden. Die Schutzkonzepte bei Bund, Ländern und Kommunen müssten ausgebaut und ein Rechtsanspruch auf Hilfen bei häuslicher Gewalt sichergestellt werden.

Die Konferenz wird in der Regel jährlich organisiert und soll Grundlinien für eine gemeinsame Gleichstellungs- und Frauenpolitik der Bundesländer festlegen. Zudem sollen Maßnahmen zur Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen beschlossen werden. Vorsitz und Geschäftsführung der Konferenz wechseln seit dem Gründungsjahr 1991 jährlich unter den Ländern.

In Bremerhaven sprachen die Politikerinnen auch über die Notwendigkeit, familiäre und berufliche Aufgaben besser zu vereinbaren. Nach Angaben des niedersächsischen Sozialministeriums forderten sie den Bund auf, klare gesetzliche Regelungen für neue Arbeitsformen wie Telearbeit zu schaffen. „Wir wollen die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Elternschaft, Erwerbsarbeit und Pflegeverantwortung verbessern zugunsten einer stärker partnerschaftlichen Arbeitsteilung“, sagte Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann (SPD).

Sie verwies darauf, dass es vor allem Frauen sind, die unbezahlt Angehörige betreuen oder pflegen – häufig neben einer Erwerbstätigkeit. „Diese einseitige Belastung dürfen wir nicht als gegeben hinnehmen, sondern wir müssen einen Ausgleich schaffen.“ Einem Ministeriumssprecher zufolge wurde ein aus Niedersachsen eingebrachter Antrag mit Forderungen an die Bundesregierung einstimmig beschlossen. Weitere Themen der Konferenz waren unter anderem Hilfen für wohnungslose Frauen und Möglichkeiten zur Integration von geflüchteten Frauen in die Arbeitswelt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2018
Genf/Kinshasa – Das UN-Flüchtlingshilfswerk hat angesichts einer Zwangsvertreibung von rund 200.000 Kongolesen aus dem Norden Angolas vor einer humanitären Krise im Kongo gewarnt. Tausende Migranten
Angola vertreibt 200.000 Kongolesen
16. Oktober 2018
Nairobi – Radikalislamische Geiselnehmer haben in Nigeria die zweite von drei entführten Rote-Kreuz-Mitarbeiterinnen ermordet. Der nigerianische Informationsminister Lai Mohammed sagte, die Regierung
Geiselnehmer töten Rote-Kreuz-Mitarbeiterin in Nigeria
15. Oktober 2018
Genf/Abuja – Angesichts der drohenden Hinrichtung einer entführten Mitarbeiterin in Nigeria hat das Rote Kreuz die radikalislamistischen Geiselnehmer um „Gnade“ gebeten. Die Angestellten seien
Drohende Hinrichtung: Rotes Kreuz appelliert an Entführer in Nigeria
10. Oktober 2018
Berlin – Nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diskutiert die Unionsfraktion im Bundestag härtere Strafen für sexuellen Missbrauch und einen besseren Schutz der Opfer. „Das Thema
Unionsfraktion diskutiert härtere Strafen für sexuellen Missbrauch
9. Oktober 2018
Kaiserslautern/Mainz – Im vergangenen Jahr haben 542 Frauen und 494 Kinder in einem von 17 Frauenhäusern in Rheinland-Pfalz Zuflucht gefunden. Das geht aus der Antwort des Frauenministeriums auf eine
Mehr als 500 Frauen fanden Zuflucht in Frauenhäusern in Rheinland-Pfalz
8. Oktober 2018
Düsseldorf – Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will mit finanziellen Anreizen mehr Plätze in Frauenhäusern schaffen. „In den letzten Jahren ist das Hellfeld in Fällen häuslicher
Nordrhein-Westfalen will mehr Plätze in Frauenhäusern schaffen
5. Oktober 2018
Oslo – Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr an zwei Kämpfer gegen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten verliehen. Die Auszeichnung gehe an den kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege und
LNS
NEWSLETTER