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Diabetes­surveillance: Datenlage zur Zucker­erkrankung in Deutschland soll besser werden

Montag, 11. Juni 2018

/dpa

Berlin – In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 6,7 Millionen Erwachsene an einem diagnostizierten oder unerkannten Diabetes erkrankt. Laut dem Institut ist zu wenig darüber bekannt, was die Menschen zum Thema Diabetes wissen, welche Informationen sie sich wünschen und wie sie vorhandene Informationen einschätzen. Das soll sich aber ändern –  eine bundesweite Befragung des RKI mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie die Messinstrumente für eine nationale sogenannte Diabetessurveillance sind Themen in einer Schwerpunkt­ausgabe des Journal of Health Monitoring (2018; doi: 10.17886/RKI-GBE-2018-061).

„Surveillance“  bezeichnet in diesem epidemiologischen Zusammenhang die kontinuierliche Überwachung eines Krankheitsbildes. „Diabetes gehört in Deutschland und in vielen anderen Staaten zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen und damit zu den großen Public-Health-Herausforderungen“, betonte Lothar Wieler, Präsident des RKI. Trotz verbesserter Früherkennung und Behandlung sei die Erkrankung nach wie vor für einen Teil der Betroffenen mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden. Dazu zählen Herzinfarkt und Schlaganfall, Amputationen der unteren Extremitäten, Erblindung und Dialysepflichtigkeit. „Eine kontinuierliche Surveillance ist die wichtige Voraussetzung zur Entwicklung und Evaluation evidenzbasierter gesundheitspolitischer Maßnahmen, insbesondere zur Prävention“, betonte der RKI-Präsident.

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Das RKI hat 2015 mit dem Aufbau einer Diabetessurveillance begonnen, das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert. 

Durch einen mehrstufigen Prozess unter Beteiligung nationaler und internationaler Experten konnte das RKI dafür zunächst ein umfassendes sogenanntes Indikatorenset definieren, das sind Kennzahlen und Messinstrumente, die für die dauerhafte epidemiologische Überwachung des Krankheitsbildes unabdingbar sind.

Dieses Set umfasst laut dem RKI 30 Kern- und zehn Zusatzindikatoren in vier Handlungsfeldern: Diabetesrisiko reduzieren, Diabetes-Früherkennung und -Behandlung verbessern, Diabeteskomplikationen reduzieren und viertens Krankheitslast und Krankheitskosten senken. Beispiele für Indikatoren sind Rauchen, Teilnahmequote an Disease-Management-Programmen, diabetesbedingte Amputationen sowie verlorene Lebensjahre. 

Für die Surveillance werten die RKI-Epidemiologen systematisch verschiedene Quellen aus, zum Beispiel Daten aus dem RKI-Gesundheitsmonitoring und Routinedaten des Gesundheitswesens. © hil/aerzteblatt.de

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