NewsVermischtesRettungsdienste in Brandenburg wollen Drohnen einsetzen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Rettungsdienste in Brandenburg wollen Drohnen einsetzen

Montag, 11. Juni 2018

/dpa

Potsdam – Brandenburger Rettungsdienste wollen bald auch Drohnen einsetzen, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesell­schaft (DLRG) Brandenburg will bereits Ende Juni offiziell ihre erste Drohne starten. Das 3,5 Kilogramm schwere Fluggerät soll bei der Suche nach Vermissten und etwa Katastrophen wie Hochwasser oder schweren Unfällen mit mehreren Verletzten zum Einsatz kommen, wie die DLRG auf Anfrage mitteilte.

Derzeit erprobe eine Projektgruppe die Arbeit mit dem Mini-Hubschrauber. „Aus der Vogelperspektive lässt sich beispielsweise bei Unfällen gut erkennen, wo sich noch verunfallte Personen befinden“, sagte der technische Leiter beim DLRG-Landesverband, Jens Serbser. Die Bilder der hochauflösenden Kameras will die DLRG auch zur Erstellung von Lage- und Einsatzdokumentationen nutzen.

Anzeige

In Mecklenburg-Vorpommern setzt die DRK-Wasserwacht seit Mai Drohnen an der Ostsee ein. Die 18 „Rettungscopter“ können Rettungsschläuche transportieren, die im Notfall über dem Ertrinkenden abgeworfen werden und ihm bis zum Eintreffen des Rettungsschwimmers als Halt dienen.

Dass die Fluggeräte wie an der Ostsee direkt als Rettungsmittel eingesetzt werden, soweit sei man in Brandenburg noch nicht, sagte Serbser. Zwar verfüge auch die Brandenburger Drohne über die nötige Kraft und Ausstattung. Doch fehle es der Rettungsorganisation an Personal. „Für den Drohneneinsatz brauchen wir immer ein Team aus zwei Leuten“, erläuterte Serbser: einen Piloten, der die Drohne steuere, und einen „Spotter“, der sich um die Bildverarbeitung sowie die Rücksprache mit der Einsatzleitung kümmere. „Die Kapazitäten haben wir nicht.“

Der technische Einsatzeiter ist von der Technik der Fluggeräte angetan, sieht sie im Rettungsdienst jedoch mit Zurückhaltung: „Natürlich kann eine Drohne schnell reagieren.“ Einen Menschen aus dem Wasser ziehen, das könnten die kleinen Hubschrauber jedoch leider noch nicht. „Für die Lebensrettung ist immer noch ein weiteres Rettungsmittel wie ein Boot oder Schwimmer nötig“, sagte Serbser. Die ersten Minuten seien lebensentscheidend.

Serbser kann sich aber vorstellen, dass die technischen Helfer in der Luft in einigen Jahren auch als direkte Rettungswerkzeuge wie bei den Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz kommen. „Wir haben schon über Drohneneinsätze am Cottbuser Ostsee nachgedacht.“ In dem ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord soll bis 2025 ein 19 Quadratkilometer großer künstlicher See entstehen – der Ostsee.

Auch die Brandenburger Polizei übt den Blick aus der Vogelperspektive. Derzeit laufe eine Testphase mit Drohnen, teilte die Behörde auf Anfrage mit. Anschließend wolle man entscheiden, ob die Technik künftig als Einsatzmittel genutzt werden soll. Mögliche Bereiche seien Versammlungen, Verkehrsüberwachung oder Unfall­aufnahmen. Wann die Testphase endet, konnte die Polizei noch nicht sagen.

Als „Instrument zur Lagebeobachtung“ erwägt auch die Potsdamer Feuerwehr, Drohnen aufsteigen zu lassen.  „Wir denken über die Anschaffung einer Drohne nach“, sagte Stadt-Sprecher Jan Brunzlow. Mit einer Drohne könne beispielsweise bei einem brennenden Dachstuhl das Ausmaß des Feuers begutachtet und so die Lage besser eingeschätzt werden, so Brunzlow. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. August 2019
München – Die erhebliche Zahl an Baustellen – gerade zur Urlaubszeit – erschwert Rettungseinsätze. Darauf hat das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hingewiesen. Dadurch würden „Anfahrtswege für
Baustellen gefährden Rettungseinsätze
8. August 2019
Osnabrück – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) setzt sich für die landesweite Nutzung des Notfallmanagementsystems Ivena im Rettungswesen ein. Bei dem System sind Krankenhäuser,
Niedersachsens Sozialministerin wirbt für landesweite Nutzung von Notfallmanagementsystem
1. August 2019
Wiesbaden – Rettungseinsätze dauern in Hessen gerade auf dem Land häufig länger als die dafür vorgesehenen zehn Minuten. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage des
Fristen bei vielen Rettungseinsätzen in Hessen nicht eingehalten
26. Juli 2019
Dresden – Die Linken in Sachsen haben kritisiert, dass Rettungsdienste oft länger als die vorgesehenen zwölf Minuten zu Einsatzorten brauchen. Dabei zähle im lebensbedrohlichen Notfall jede Sekunde,
Linke monieren zu langsame Rettungsdiensteinsätze in Sachsen
23. Juli 2019
Berlin – Im vergangenen Jahr hat es bundesweit 700 registrierte tätliche Angriffe auf Rettungskräfte gegeben. Davon gab es 580 Übergriffe auf Männer und 120 auf Frauen (Schlüssel 621120). Das geht aus
700 Übergriffe auf Rettungskräfte im vergangenen Jahr
22. Juli 2019
Berlin – Ein Ultraschallgerät im Notarzteinsatzfahrzeug kann maßgeblich dazu beitragen, zeitnah die richtige Diagnose zu stellen und damit die richtige Therapie einzuleiten. Darauf hat jetzt die
Fachgesellschaft setzt sich für mobile Sonografiegeräte für Notfallmediziner ein
19. Juli 2019
Berlin – Ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Notfallversorgung, die zurzeit noch weitgehend voneinander abgeschottet arbeiten, sollen zu einem System der integrierten Notfallversorgung
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER