NewsÄrzteschaftFachgesellschaft aktualisiert S3-Leitlinie zu Gallensteinleiden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft aktualisiert S3-Leitlinie zu Gallensteinleiden

Montag, 11. Juni 2018

/lom123, stockadobecom

Hamburg – Eine aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie zu Gallensteinleiden hat die Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrank­heiten (DGVS) vorgestellt. Sie wurde interdisziplinär von Chirurgen und Gastro­enterologen gemeinsam erstellt. 

Epidemiologie

Bis zu 20 Prozent der Deutschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Gallensteine. Die meisten bemerken sie nie – nur bei etwa einem Viertel der Träger machen sich die Steine durch Beschwerden wie Koliken oder Entzündungen bemerkbar. Ernährung, Bewegung, Geschlecht und Alter, aber auch die individuelle Veranlagung spielen bei der Entstehung von Gallensteinen eine Rolle. „Am weitesten verbreitet sind die sogenannten Cholesterinsteine, die sich bilden, wenn zu viel Cholesterin von der Leber in die Galle gepumpt wird“, erläutert Frank Lammert, Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, der Präsident der DGVS und Koordinator der aktuellen Leitlinie ist. Besonders häufig seien übergewichtige Menschen von Gallensteinen betroffen.

Prävention

Die Prävention von Gallensteinen bildet einen neuen Schwerpunkt der aktuellen Leitlinie. Um der Entstehung von Gallensteinen vorzubeugen, gelten die Regeln einer gesunden Gewichtsentwicklung: Eine ausgewogene, faserreiche und fettarme Kost, die viel Gemüse, jedoch wenig Zucker enthält, ist laut der Fachgesellschaft empfehlens­wert, vor allem aber regelmäßige Bewegung von mindestens 30 Minuten pro Tag. Wer bereits adipös sei, sollte nicht allzu rasch an Gewicht verlieren. „Denn auch dabei wird viel Cholesterin freigesetzt, sodass das Risiko für die Bildung von Steinen ansteigt“, so Lammert. Wenn der Gewichtsverlust 1,5 Kilo pro Woche übersteige – was etwa bei einer strengen Reduktionsdiät oder nach einer Magenbypass-Operation bei schwerer Adipositas der Fall sein könne – weist die aktuelle Leitlinie auf die Möglichkeit der medikamentösen Gallensteinprävention mit Ursodeoxycholsäure hin.

Therapie

Haben sich erst einmal Gallensteine gebildet, bleiben sie auch bei gesunder Lebensweise bestehen. Steine, die keine Beschwerden verursachen, sollten nicht behandelt werden. „Tritt in Folge der Gallensteine jedoch eine Gallenkolik auf, ist die operative Entfernung der Gallenblase angezeigt“, so Lammert. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2018
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat die Einrichtung eines Zentrums zur Erforschung gastroenterologischer Krankheiten gefordert.
Gastroenterologen wollen Zentrum zur Erforschung gastroenterologischer Krankheiten
31. Mai 2018
Madison/Wisconsin – Das Biozid Triclosan, das seit Längerem als Desinfektionsmittel im medizinischen Bereich eingesetzt und zunehmend auch in Kosmetika und Reinigungsmitteln für Verbraucher enthalten
Triclosan kann Darmentzündungen fördern
28. Mai 2018
Cambridge/Massachusetts – US-Forscher haben einen Biosensor in Form einer Pille entwickelt, der mithilfe von gentechnisch veränderten Bakterien Darmblutungen oder andere Funktionsstörungen
„Bakterien-auf-dem-Chip“: Lebende Pille erkennt Magendarmblutungen
10. April 2018
Beim Reizdarmsyndrom treten Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlveränderungen auf. /Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com Stockholm – Das Reizdarmsyndrom, eine Gruppe von funktionellen
Reizdarmsyndrom: Risikogen bei Frauen entdeckt
22. März 2018
Bergen – Zu glutenfreien Lebensmitteln greifen längst nicht mehr nur Menschen mit einer bestätigten Zöliakie. Der Verdacht auf eine Glutensensitivität reicht den meisten aus, um die Ernährung
Glutensensitivität: Die meisten Betroffenen reagieren stärker auf Placebo als auf Gluten
15. März 2018
Düsseldorf/Wuppertal – Frühe Komplikationen treten bei einem künstlichen Darmausgang vor allem dann auf, wenn das Stoma nicht optimal liegt und unsachgemäß gepflegt wird. Hingegen werden späte
Komplikationen beim künstlichen Darmausgang vermeiden
21. Februar 2018
Ulm – Auch bei Jugendlichen mit gastroenterologischen Erkrankungen ist die Transition – also der Übergang von der Kinder- und Jugend- in die Erwachsenenmedizin – immer wieder problematisch. Darauf hat

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER