NewsVermischtesImpfkommission empfiehlt HPV-Impfung für Jungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Impfkommission empfiehlt HPV-Impfung für Jungen

Montag, 11. Juni 2018

/dpa

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat auf ihrer 90. Sitzung Anfang Juni die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen. Eine Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren empfohlen. Die Impfempfehlung für Mädchen bleibt unverändert. Das hat die Impfkommission in einer Vorab-Info bekanntgegeben. Die Empfehlung gilt formal erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss wird dann auch die Kostenübernahme der Impfung durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung klären. 

Der Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen, Wegbereiter der HPV-Impfung, fordert bereits seit Jahren, auch die Jungen zu impfen. „Es gibt ja schon seit Langem eine ganze Reihe an zwingenden Gründen dafür, auch Jungs zu impfen: Das offen­sichtlichste Argument ist, dass in nahezu allen Kulturen die jungen Männer mehr Sexualpartner haben als Frauen der gleichen Altersgruppe. Damit sind Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion“, sagte zu Hausen im Deutschen Krebsforschungs­zentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Anzeige

Jungen beziehungsweise Männer profitierten aber auch selbst von der Impfung. „Die Impfung schützt ja nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor verschiedenen anderen Krebsarten, die auch Männer treffen können, und die durch die gleichen HPV-Typen ausgelöst werden, etwa Mund-Rachen-Krebs oder Analkrebs. Insgesamt gehen pro Jahr in Deutschland etwa 1.000 Krebsfälle bei Männern auf das Konto von HPV“, sagte zu Hausen.

Neben dem wirksamen Schutz vor Krebs könne die Impfung auch vor den weitverbrei­teten Genitalwarzen schützen, die zwar nicht lebensbedrohlich, dafür aber sehr hartnäckig und unangenehm seien.

Laut zu Hausen seien in Deutschland bislang nur ein verschwindender Bruchteil der Jungen gegen die krebserregenden HPV geschützt. Die Impfrate bei Mädchen liege bei rund 40 Prozent. „Bei HPV schätzen wir, dass etwa 85 Prozent aller Jugendlichen geimpft sein müssen, um die Infektionskette zu durchbrechen“. Deutschland sei damit „meilenweite von einem Gemeinschaftsschutz entfernt“, so der Nobelpreisträger. 

Harald zur Hausen war von 1983 bis 2003 Vorstandvorsitzender des DKFZ. Er hat mit seiner Forschung den Zusammenhang von Viren und Gebärmutterhalskrebs belegt und damit die Grundlage für die Entwicklung der HPV-Impfstoffe geschaffen. Dafür wurde er 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #687997
Pro-Natur
am Montag, 11. Juni 2018, 22:00

Keine Überraschung aber trotzdem unglaublich

Die deutschen Ärzte dackeln den Amerikanischen hinterher. Darf keiner selber denken? Erst die Mädchen und dann die Jungen. Dabei gibt es bei der HPV-Impfung so viele Nebenwirkungen. Schande!
LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Dresden – In Sachsen sollen im kommenden Herbst ausreichend Influenzaimpfstoffdosen für die Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Das haben sich das Sächsische Ge­sund­heits­mi­nis­terium, der
Neue Rahmenbedingungen sollen Versorgung mit Influenza-Impfstoff sichern
17. April 2019
Bonn – Die Grünen haben sich für die Einführung eines digitalen Impfpasses ausgesprochen. Vor allem bei den Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren sei die Zahl der Geimpften zu gering, sagte die
Grüne wollen digitalen Impfpass
17. April 2019
Berlin – Die Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), dass Apotheker die Bevölkerung künftig gegen Influenza impfen dürfen sollen, sorgen bei Ärzten weiter für erhebliche Bedenken. Die
Weiterhin Kritik der Ärzte an möglicher Grippeimpfung in Apotheken
16. April 2019
Mainz – In Rheinland-Pfalz müssen sich Mitarbeiter in Gesundheitsberufen künftig verpflichtend impfen lassen. Noch in diesem Jahr solle eine Novellierung der Hygieneordnung Arbeitgeber in die Pflicht
Rheinland-Pfalz will Impfpflicht in Gesundheitsberufen einführen
16. April 2019
Berlin – Der Impfexperte des Robert-Koch-Instituts (RKI), Ole Wichmann, hält eine Pflicht zur Impfung gegen Masern nicht für sinnvoll. Bei Masern gebe es vor allem Impflücken bei Jugendlichen und
RKI-Impfexperte bezweifelt Sinnhaftigkeit von Masernimpfpflicht
15. April 2019
Berlin – Die Pläne für eine Masernimpfpflicht in Deutschland für Kitas und Schulen werden konkreter. Anfang Mai will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Jens Spahn (CDU) einen entsprechenden Vorschlag
Bundesregierung will Impfpflicht für Masern einführen
11. April 2019
Edinburgh – Die routinemäßige Impfung von Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren gegen humane Papillomaviren (HPV) in Schottland hat zu einer deutlichen Verringerung von Erkrankungen des
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER