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Lebensqualität von Brustkrebs­patientinnen fünf Jahre nach Diagnose

Dienstag, 12. Juni 2018

/WavebreakmediaMicro, stockadobecom

Heidelberg – Die Zahl der Frauen, die nach der Brustkrebstherapie viele Jahre erkrankungsfrei leben, ist hoch und weiter steigend. Die langfristige Lebensqualität nach einer Brustkrebstherapie gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Wissen­schaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg um Martina Schmidt haben daher verschiedene Aspekte der Lebensqualität im zeitlichen Verlauf bis 5 Jahre nach einer Brustkrebsdiagnose erhoben und mit den Werten gleichaltriger Frauen der deutschen Allgemeinbevölkerung verglichen. Die Arbeit ist im Journal Quality of Life Research erschienen (2018; doi: 10.1007/s11136-018-1866-8).

Danach waren während der Krebstherapie die allgemeine Lebensqualität sowie physische, emotionale, soziale, kognitive Funktionen erheblich eingeschränkt. Auch litten die Patientinnen mehr unter chronischen Erschöpfungszuständen (Fatigue), Schlafstörungen und finanziellen Sorgen als die Allgemeinbevölkerung. 

Nach 5 Jahren hatten sich die Werte jedoch für fast alle Funktionen und Symptome wieder an die Normwerte angeglichen. Allerdings nicht alle: Nach 5 Jahren gaben 39 % der erkrankungsfreien Brustkrebsüberlebenden an, mäßig oder sehr an Schlaf­problemen zu leiden, 22 % hatten zudem Gedächtnisprobleme. Außerdem waren 24 % der Überlebenden von Fatigue betroffen. Von allen berichteten Symptomen beeinträchtigte Fatigue die Lebensqualität am stärksten.

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Ein weiterer häufiger Symptomkomplex, der unabhängig von Fatigue auftrat, umfasste hormonbedingte klimakterische Probleme wie sexuelle Störungen, Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen, Hitzewallungen, Osteoporose und psychische Probleme. 43 % der Brustkrebsüberlebenden hätten sich zu diesen Beschwerden von ihren Ärzten mehr Beratung oder Therapieangebote gewünscht.

„Die Ergebnisse sind eine beruhigende Botschaft an Brustkrebspatientinnen: Auch wenn sie während der Behandlung unter deutlichen Einschränkungen der Lebens­qualität leiden, so klingen die belastenden Symptome doch langfristig bei der Mehrheit wieder ab“, sagte Karen Steindorf, Leiterin der Studie. Dies gelte für Patientinnen, deren Tumor noch nicht gestreut habe. „Andererseits zeigen die Ergebnisse deutlichen Handlungsbedarf für ein besseres und längerfristiges Management von Fatigue, Schlafproblemen, kognitiven Problemen, klimakterischen Problemen und Gelenk­beschwerden bei Brustkrebsüberlebenden“, betonte die Wissenschaftlerin. © hil/aerzteblatt.de

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