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Vermischtes

73.000 Fipronil-Eier in sechs Bundesländern in Verkauf gelangt

Dienstag, 12. Juni 2018

/dpa

Hannover/Wiesbaden/Utrecht – Mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind nach Hessen gelangt. „Das können wir bestätigen“, sagte ein Sprecher des hessischen Verbraucherschutzministeriums heute. Wie viele Eier an den hessischen Handel gingen, sei aber noch unklar. Man hoffe im Laufe des Tages auf weitere Erkenntnisse. Eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher gibt es nach Einschätzung der Behörden derzeit nicht.

Über eine Packstelle in Niedersachsen waren 73.000 Eier in sechs Bundesländer ausgeliefert worden. Wie das zuständige niedersächsische Landwirtschaftsministerium ankündigte, ist nach dem Gesetz zunächst eine zweite unabhängige Untersuchung nötig, um sowohl die betroffene Packstelle im Landkreis Vechta als auch die entsprechenden Chargennummern veröffentlichen zu können. Damit können Verbraucher in den von den Eierlieferungen betroffenen Bundesländern Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen dann überprüfen, ob sie möglicherweise belastete Eier im Kühlschrank haben.

Die Rücknahme der Eier aus den Läden wurde bereits veranlasst. Welche Supermärkte betroffen sind, war noch nicht klar. Die Überwachungsbehörden kontrollierten die Rücknahme, erklärte eine Ministeriumssprecherin aus Niedersachsen.

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Der neue Fund der belasteten Eier ist nach niederländischen Angaben eine Spätfolge der Fipronil-Krise von 2017. Offensichtlich befänden sich im Boden noch immer Reste des Stoffes, sagte der Sprecher der niederländischen Lebensmittelbehörde, Rob Hageman, heute in Utrecht. „Die Züchter setzen das Mittel nicht mehr ein.“ Sie müssten nun die Ursache der erneuten Belastung finden.

Die festgestellten Werte des Giftes seien deutlich geringer als auf dem Höhepunkt des Skandals im Sommer 2017, sagte der Behördensprecher. Das deute darauf hin, dass es um Reste des Stoffes gehe. In den Niederlanden waren in der vergangenen Woche belastete Eier von einem anderen Hof entdeckt worden. Nach niederländischen Medienberichten vermutet der schon im vergangenen Jahr vom Fipronil-Skandal betroffene Landwirt, dass sich Reste des Insektengifts möglicherweise noch im Boden der Wiese befunden haben, auf der die Hühner Auslauf haben.

Das Insektizid Fipronil, das bei der Lebensmittelerzeugung dienenden Tieren nicht verwendet werden darf, war 2017 einem Reinigungsmittel beigemischt und über eine niederländische Firma an Hühnerhalter verkauft worden. Danach gab es erst in den Niederlanden, dann auch in Deutschland und vielen weiteren Ländern erhebliche Rückrufe von Eiern und Eierprodukten. Seitdem wird gezielt auf Fipronil getestet. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde nun die Überschreitung der Höchstwerte zunächst in den Niederlanden und dann in Niedersachsen festgestellt.

Die Grünen forderten Konsequenzen aus dem jüngsten Fipronil-Fund. „Wir brauchen endlich Nummerncodes für eierhaltige Lebensmittel wie Nudeln“, sagte die ernährungspolitische Sprecherin im Bundestag, Renate Künast. Eine transparente Kennzeichnung mache den jeweiligen Betrieb rückverfolgbar, damit Produkte mit belasteten Eiern umgehend aus dem Handel entfernt werden könnten. © dpa/aerzteblatt.de

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