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Politik

Bürger können jetzt Themen für neue HTA-Berichte einreichen

Dienstag, 12. Juni 2018

Köln – Bürger können noch bis Ende Juli Fragen für die neue Auswahlrunde des sogenannten ThemenCheck Medizin beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einreichen. Die nächste Themenauswahl startet ab August 2018 – Vorschläge bis einschließlich Juli 2018 gehen also noch in die nächste Auswahlrunde ein. „Themen vor­schlagen geht ganz einfach online – und setzt keine medizinischen Fachkenntnisse voraus“, ermutigt das Institut die Bürger, ihre Fragen an die Wissenschaft im Rahmen des ThemenCheck Medizin einzureichen. 

Ab August startet damit die dritte Auswahlrunde für den ThemenCheck. Sie durchlaufen ein zweistufiges Verfahren: In der ersten Stufe nominiert ein Beirat von Bürgern und Patienten zunächst 15 für sogenannte HTA-Berichte geeignete Themen. Mit den Mitgliedern des erweiterten Fachbeirats diskutiert das IQWiG in der zweiten Auswahlstufe diese Themen unter wissenschaftlichen Gesichts­punkten und wählt die Themen für HTA-Berichte aus.

Unterdessen geht die Arbeit an den schon beschlossenen Themen weiter. Das IQWiG hat jetzt das Berichtsprotokoll zum fünften und letzten Thema aus der ersten Auswahlrunde im Jahr 2016 veröffentlicht. Ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke überprüft, ob der ergänzende Einsatz der Eye-Movement-Desensitization-and-Reprocessing-Methode bei Angststörungen zu besseren Ergebnissen einer Psychotherapie führt. Meist werden dabei über kurze Zeit zwei Finger im Blickfeld des Patienten hin und her bewegt, die mit den Augen verfolgt werden. Das Hin- und Her-Bewegen soll einen Verarbeitungsprozess anregen, durch den die einzelnen Eindrücke der Angstsituation zusammengeführt und als eine integrierte Erinnerung abgelegt werden können.

Anfang 2019 sollen verschiedene Arbeitsgruppen erste Ergebnisse vorstellen, sogenannte Basisberichte. Neben den Maßnahmen bei Angststörungen geht es dabei in weiteren Berichten um Skoliose, Depressionen, Krebs und Lippen-Kiefer-Gaumen­spalte. Zentrale Fragen dabei sind: Was bringt die überprüfte Untersuchungsmethode oder Behandlungsform den Patienten? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Bei ihrer Suche nach Antworten folgen die Wissenschaftlerteams den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin und berücksichtigen auch ökonomische, soziale, ethische, organisatorische sowie rechtliche Aspekte.

Mit Veröffentlichung eines vorläufigen Basisberichts startet ein öffentliches Stellungnahmeverfahren: Alle Interessierten können dann Stellung zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen nehmen. Eine leicht verständliche Kurzfassung zum finalen Basisbericht wird Bürgern eine kompakte Antwort auf ihre Frage an die Wissenschaft geben. © hil/aerzteblatt.de

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