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Politik

Einige gesetzliche Kassen übernehmen Kosten der HPV-Impfung bei Jungen

Dienstag, 12. Juni 2018

/arcyto, stockadobecom

Hamburg – Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), auch Jungen von neun bis 14 Jahren gegen humane Papillomviren (HPV) zu impfen, haben die Techniker Krankenkasse und die DAK-Gesundheit angekündigt, diese Leistung grundsätzlich zu übernehmen. 

Die Impfkommission hat ihre Empfehlung am 7. Juni in einer Vorab-Info bekannt gegeben. Die Empfehlung gilt formal erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss wird dann auch die Kostenübernahme der Impfung durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung klären. Bisher ist die „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“, wie sie häufig verkürzt genannt wird, nur für Mädchen eine allgemeine Kassenleistung. 

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„Wir wollen den Kampf gegen Krebs in Deutschland entscheidend voranbringen“, erklärten Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Dieter Schröder, Vorsitzender des Verwaltungsrats. Das Gremium werde sich daher auf seiner Sitzung am 21. Juni zu der HPV-Impfung für Jungen beraten. Der zuständige Ausschuss habe eine entsprechende Satzungs-Mehrleistung bereits empfohlen. Sie soll für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren gelten und bis zum vollendeten 18. Lebensjahr auch die Kosten für Nachholimpfungen abdecken. 

„Wir erstatten die Kosten für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden“, teilte auch die Techniker Krankenkasse auf Nachfrage mit.

HPV sind häufig Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen, 1.600 versterben daran. Krebsformen im Mund- und Rachenraum und am Darmausgang sowie die sogenannten Genitalwarzen können ebenfalls durch eine Infektion mit dem HP-Virus verursacht werden. „Es wird höchste Zeit, dass auch die Jungen geimpft werden. Sie sind abgesehen vom Gebärmutterhals­krebs von allen anderen Erkrankungen genauso, wenn nicht sogar noch mehr betroffen als die Mädchen“, sagte Jürgen Riemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebsstiftung. „Die HPV-Impfung für beide Geschlechter ist eine echte Krebs­prophylaxe“, betonte Riemann.

In der Regel werden die Jungen wie die Mädchen zweimal mit einer Spritze in einem Abstand von sechs Monaten geimpft. Falls der Abstand nicht eingehalten wurde oder eine Nachholimpfung fällig wird, kann eine dritte Impfstoffdosis nötig werden. Die Impfung nimmt bei den Jungen in der Regel der Hausarzt oder ein Kinder- und Jugendarzt vor. © hil/aerzteblatt.de

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