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Medizin

Impfungen gegen Hib und Pneumokokken haben 1,35 Millionen Kindern das Leben gerettet

Donnerstag, 14. Juni 2018

/dpa

Baltimore – Die weit verbreitete Impfung gegen Haemophilus influenzae type b (Hib) und die kürzliche Einführung eines Konjugatimpfstoffes gegen Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) haben seit der Jahrhundertwende die Zahl der Todesfälle an Pneumonien und anderen schweren Infektionen deutlich gesenkt. Dies kam in einer Untersuchung in Lancet Global Health (2018; 6: e744–e757) heraus.

Hib und Pneumokokken sind bei Kindern in den ersten 5 Lebensjahren häufige Verursacher von Lungenentzündungen, Meningitis und anderen schweren Infektionen. Gegen beide Erreger gibt es heute effektive Impfstoffe, die dank der Impfallianz Gavi auch in ärmeren Ländern verfügbar sind. Die staatlichen und privaten Spenden, letztere vor allem durch die Bill and Melinda Gates Foundation, haben es ermöglicht, dass heute Kinder in fast allen Ländern (außer China, Russland und Thailand) gegen Hib geimpft werden. Der Konjugatimpfstoff gegen Pneumokokken (PCV) wurde Ende 2015 in 129 Ländern verwendet.

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Wenn die Berechnungen zutreffen, die das International Vaccine Access Center (IVAC) in Baltimore im Auftrag der Bill and Melinda Gates Foundation durchgeführt hat, dann waren beide Impfung erfolgreich. 

Waren im Jahr 2000 noch 600.000 Kinder (nicht HIV-infiziert) in den ersten 5 Lebens­jahren an Pneumokokkeninfektionen gestorben, so waren es im Jahr 2015 nur noch 294.000, ein Rückgang um 51 %. Bei den HIV-Infizierten Kindern kam es sogar zu einem Rückgang 75 % (von 95.200 auf 23.300 Todesfälle). Die Hälfte aller Todesfälle entfiel zuletzt auf Indien (68.700), Nigeria (49.000), die Demokratische Republik Kongo (14.500) und Pakistan (14.400).

Die Zahl der Pneumokokkenpneumonien ist laut Wahl von 14,2 Millionen um 37 % auf 8,9 Millionen zurückgegangen.

An Hib-Infektionen sind im Jahr 2015 schätzungsweise 29.500 Kinder in den ersten 5 Lebensjahren gestorben. Im Jahr 2000 waren es noch 299.000, was einen Rückgang um 90 % bedeutet. Drei Viertel der Todesfälle entfielen auf Indien (15.600), Nigeria (3.600), China (3.400) und den Südsudan (1.000). 

Im Gesamtzeitraum von 2000 bis 2015 könnten die Hib-Impfstoffe 1,2 Millionen und die Pneumokokkenimpfung 250.000 Todesfälle von Kleinkindern verhindert haben, rechnet Holt vor. Die Aussichten, dass die Sterberate in den nächsten Jahren weiter zurückgeht, sind gut, sofern die Impfallianz Gavi die Impfstoffe weiter mit finanziert. Viele Länder haben erst nach 2015 mit der Pneumokokkenimpfung begonnen und der Hib-Impfstoff erreicht laut IVAC derzeit erst 40 % aller Kinder weltweit. © rme/aerzteblatt.de

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