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Experten warnen zum Beginn der Fußball-Weltmeister­schaft vor Sportwetten

Mittwoch, 13. Juni 2018

/dpa

Berlin – Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland haben innerhalb der letzten zwölf Monate auf ein sportliches Ereignis gewettet. Das berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Basis einer Repräsentativbefragung. Danach sind Sportwetten besonders für junge Männer attraktiv: 5,7 Prozent der 16- bis 25-Jährigen haben im genannten Zeitraum Erfahrungen mit Sportwetten gemacht. Von diesen setzen rund 20 Prozent mindestens wöchentlich Geld auf Sportereignisse.

Die BZgA weist darauf hin, dass Sportwetten mit einem hohen Risiko für eine Sucht verbunden sind. Kritisch seien vor allem sogenannte Livewetten – insbesondere die Ereigniswetten, bei der Spieler Geldeinsätze auf bestimmte Ereignisse während eines Spiels abgeben können.

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„Die Hoffnung auf den großen Gewinn verführt dazu, dass unkontrolliert gespielt wird und die Risiken unterschätzt werden. Wer wettet, setzt sein Geld auf die Mannschaft, die seiner Meinung nach die besten Gewinnchancen hat. Doch sind Sportwetten Glücksspiele und ihr Ausgang hängt vom Zufall ab. Auch Erfahrungen durch aktive Teilnahme am Sport oder jahrelange Fußballleidenschaft verhelfen nicht zum Gewinn. Besonders problematisch ist, dass Sportwetten rund um die Uhr online angeboten werden und dadurch leicht und ständig verfügbar sind“, sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.

„Sportwetten haben ein hohes Suchtpotenzial, können Menschen in den finanziellen Ruin treiben und Familien auseinander bringen. Ich appelliere an dieser Stelle daher erneut an die Länder: Novellieren Sie den Glückspielstaatsvertrag und klären Sie die Bedingungen für die Sportwetten im Netz. Der Jugend- und Spielerschutz muss an erster Stelle stehen, nicht der Eifer nach den höchsten Gewinnen“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). 

Die BZgA führt alle zwei Jahre Repräsentativbefragungen zum Glücksspielverhalten und zur Glücksspielsucht in Deutschland durch. Für die neue Studie wurden bundes­weit 11.500 Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren befragt. Nach den Ergeb­nissen der Befragung gelten aktuell in Deutschland 326.000 Menschen als proble­matisch und 180.000 als pathologisch Spielende.

Neben Online-Hilfsangeboten beraten Experten der BZgA Betroffene unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1372700 persönlich und anonym. Auch Angehörigen bietet die Telefonberatung der BZgA Unterstützung. © hil/aerzteblatt.de

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