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Digitale Kommunikation zwischen Praxis und Labor bewährt sich

Mittwoch, 13. Juni 2018

/mostockfootage, stockadobecom

Berlin – Die digitale Kommunikation zwischen Praxis und Labor über das sogenannte Labor Order Entry Modul (LOEM) bewährt sich. Das berichtet die KV Telematik GmbH – eine Tochter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) – zusammen mit einer Arztpraxis und einem Labor. Hintergrund des neuen Dienstes ist eine 2017 in Kraft getretene Vereinbarung zwischen der KBV und dem Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), der es allen Arztpraxen ermöglicht, Laboraufträge rein digital und papierlos an das Labor zu übermitteln. 

„Was es an Technik gibt, nutze ich für meine Praxis – denn es ist bitter nötig, dass wir uns auch in Deutschland ins 21. Jahrhundert bewegen“, erläutert Sebastian Winckler nach Einführung der digitalen Laborüberweisung in seiner Praxis. Der Allgemein­mediziner ist seit knapp zwei Jahren als Hausarzt in Damp niedergelassen und bringt beim Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen Erfahrung aus dem Ausland mit. „Je weniger Papier, desto besser“ lautet das Praxismotto von Winckler. „Diesem Ziel kommen wir durch die Umstellung auf die digitale Laborüberweisung ein großes Stück näher. Da die digitalen Muster recht einfach angelegt sind und wir keine Schulung brauchten, konnten wir sofort am ersten Tag starten“, so Winckler.

Der Vereinbarung zwischen KBV und GKV-Spitzenverband ermöglicht die rein elektronische Nutzung von Muster 10 „Überweisungsschein für Laboratoriums­untersuchungen als Auftragsleistung“ wie auch von Muster 10A „Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen bei Laborgemeinschaften“. 

Die KV Telematik GmbH vermittelt mit dem verschlüsselten Kommunikationsdienst KV-Connect die sichere Übertragung von medizinischen Daten – auch in der neuen Tele­ma­tik­infra­struk­tur. „Der Austausch zwischen Laboren und Praxen ist für die Versorgung der Patienten fundamental und sollte daher nach neuesten Standards ablaufen“, so Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KBV-Tochter.

KV-Connect biete Digitalisierung und Datensicherheit schon heute in allen Praxisverwaltungssystemen. Ärzte tauschten zum Beispiel seit Längerem sektorenübergreifend ihre Arztbriefe via KV-Connect elektronisch aus. „Dies erfolgt mit dem digitalen Muster nun auch für die Labordatenkommunikation“, so Fuhrmann. Für die Ärzte bedeutet es konkret, dass sie die Laborüberweisungen komplett digital erfassen, diese per elektronischem Heilberufsausweis mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen und dann sofort über ihre Praxisverwaltungssoftware an das medizinische Laboratorium ihrer Wahl übermitteln können.

Onlineaufträge optimieren aber auch auf Laborseite die Prozesse. „Wir können uns bereits vor dem Eintreffen der Proben auf die kommenden Aufträge vorbereiten, da die digitalen Auftragsdateien durch uns bereits eingesehen werden, sobald die Praxen die Aufträge gesendet haben“, berichtet Peter Wrigge, ärztlicher Leiter des LADR-Labor­zentrums Büdelsdorf. Scans von in Papierform eingereichten Laboraufträgen entfielen. Darüber hinaus werde ein für die Abrechnung des Auftrages erforderliches Formular aus den übermittelten Daten digital erzeugt.

In einem Pilotprojekt hatte der LADR-Laborverbund gemeinsam mit der Kassen­ärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, 20 niedergelassenen Ärzten des Praxis­netzes Herzogtum Lauenburg und dem Deutschen Gesundheitsnetz die digital signierte Laborüberweisung mit dem Muster 10L von Ende 2014 bis 2017 erprobt. Dabei wurden rund 350.000 Laboraufträge vollkommen papierlos übertragen. Nach der erfolgreichen Testphase startete im Juli vergangenen Jahres der bundesweite Einsatz. 

KV-Connect ist in allen Softwaresystemen, die für die Abrechnung mit den KVen zugelassen sind, verfügbar. Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich zur Registrierung von KV-Connect an ihre Kassenärztliche Vereinigung. © hil/aerzteblatt.de

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