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Ärzteschaft

Nur zwei bis drei Prozent der Menschen in Deutschland spenden Blut

Mittwoch, 13. Juni 2018

/dpa

Berlin – In Deutschland werden täglich etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Doch nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut. „Insbesondere in den Sommer- und Ferienmonaten kommt es deshalb immer wieder zu Engpässen in der Blutversorgung“, informiert die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) anlässlich des morgigen Weltblutspendertags. 

„Ohne Blutspenden und die regelmäßige Versorgung mit Blutpräparaten würde unser modernes Gesundheitssystem schlichtweg nicht funktionieren“, betont Harald Klüter, erster Vorsitzender der DGTI und Transfusionsmediziner an der Universitätsmedizin Mannheim. Die Transfusion von Blut und Blutprodukten zähle zu einer der häufigsten und dank moderner Untersuchungsmethoden auch sehr sicheren Therapiemaßnahmen in der Medizin. Laut der Fachgesellschaft wird die Zahl der Blutspender in den kommenden 20 Jahren durch den demografischen Wandel sinken, während gleichzeitig der Bedarf durch den wachsenden Anteil älterer Patienten ansteigt. Anlässlich des WHO-Weltblutspendertags ruft die Fachgesellschaft deshalb dazu auf, regelmäßig zur Blutspende zu gehen.

„Nur durch die aktive und wiederkehrende Bereitschaft unserer Blutspender können wir Qualität, Sicherheit und die jederzeitige Verfügbarkeit von Blut und Blutprodukten für die Patientenbehandlung gewährleisten“, betont Klüter. Der DGTI-Vorsitzende erinnert daran, dass aus einer Blutspende nicht nur die roten Blutkörperchen oder die Blutplättchen gewonnen werden, sondern auch Gerinnungsfaktoren oder Impfstoffe gegen eine Tetanusinfektion. Es sei daher in Zeiten knapper Blutspendenvorräte sehr wichtig, Menschen zur Blutspende zu motivieren und ihnen deutlich zu machen, dass jeder durch seinen Beitrag helfe, die Versorgung zu sichern, so der Transfusions­mediziner.

Anreiz Vergütung

Möglicherweise könnte eine Vergütung mehr Menschen dazu bewegen, Blut zu spenden. „Es wäre durchaus angemessen, die wertvolle Ressource Blut mit einer entsprechenden Aufwandsentschädigung zu vergüten. Man müsste es einfach einmal ausprobieren“, sagt der Münchner Medizinethiker Georg Marckmann der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt aus ethischer Sicht durchaus einige Argumente für eine Aufwandsentschädigung“, so Marckmann, Leiter des Instituts für Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität. In unserer Gesellschaft sei es grundsätzlich zulässig, Waren und Dienstleistungen gegen Geld zu veräußern. Deshalb müsse man nicht den Handel, sondern die Einschränkung des Handels ethisch rechtfertigen. „Blutprodukte bieten dem Empfänger erheblichen Nutzen bis hin zur Lebensrettung – warum sollte der Blutspender nicht im Gegenzug eine Vergütung erhalten?“  fragt der Wissenschaftler.

Nutzen für die eigene Gesundheit

Die DGTI weist darauf hin, dass Blutspender auch persönlich profitieren: Der Blutspender wird vor der Spende ärztlich untersucht, erhält eine Rückmeldung zu seinem Blutdruck oder seinem roten Blutfarbstoff und das gespendete Blut wird gleichzeitig auf verborgene Krankheitserreger wie Hepatitis oder HIV untersucht. „So verdanken nicht nur viele Blutempfänger ihr Leben einem ihnen unbekannt bleibenden Blutspender, auch manche Blutspender profitieren von der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten durch die Tauglichkeitsuntersuchung“, erinnert die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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