NewsPolitikGesundheitsakten: Ein Markt in Bewegung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gesundheitsakten: Ein Markt in Bewegung

Mittwoch, 13. Juni 2018

/asawinklabma, stockadobecom

Hannover – Die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK Baden-Württemberg wollen künftig ihre bislang getrennt entwickelten Lösungen für eine elektronische Gesund­heitsakte (eGA) zusammenführen und eine einheitliche Akte für ihre Versicherten anbieten. Gemeinsames Ziel sei es, dass alle Aktenlösungen einheitlichen technischen Standards folgten, erklärten Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, und Siegmar Nesch, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg beim Digital Health Summit der Computermesse Cebit. Nur so sei gewährleistet, dass die unterschiedlichen Lösungen der Krankenkassen miteinander kompatibel sind und Insellösungen vermieden werden.

Zum Hintergrund: Die TK hatte im April dieses Jahres ihre elektronische Gesundheits­akte „TK-Safe“, die sie gemeinsam mit IBM entwickelt hatte, der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie ermöglicht es den Versicherten, ihre Gesundheits- und Krankheitsdaten an einem Ort sicher zu speichern und per Smartphone selbst zu verwalten.

Anzeige

Der AOK-Bundesverband hatte zuvor bereits in den Modellregionen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ein digitales sektorenübergreifendes Gesundheitsnetzwerk gestartet, das es Patienten, niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern ermöglicht, sich digital auszutauschen. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis des Patienten. Eine App hierfür gab es bislang jedoch noch nicht. Zusammen versichern beide Krankenkassen rund 37 Millionen Menschen in Deutschland. 

Als weitere Großkunden für diese Gesundheitsakte wollen Medienberichten zufolge zudem auch die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen DKV, Generali und Signal Iduna ihren Kunden dieses eGA-System zur Verfügung stellen.

Im Wettbewerb dazu hatten Anfang Juni die DAK und 90 weitere mit dem IT-Dienst­leister Bitmarck kooperierende gesetzliche Krankenkassen zusammen mit der Allianz und weiteren privaten Kran­ken­ver­siche­rungen die elektronische Gesundheitsakte „Vivy“ gelauncht, die ab Juli verfügbar sein soll und potenziell etwa 25 Millionen Menschen erreichen kann. Die Lösung ähnelt der eGA von TK und IBM und stellt zusätzlich Gesundheitsassistenzfunktionen zur Verfügung. Ein Datentransfer soll für Ärzte per Faxschnittstelle sowie über eine noch in der Entwicklung befindliche Patienten­schnittstelle im Kommunikationsdienst KV-Connect möglich sein.

Schon länger am Markt ist darüber hinaus das Portal einschließlich App „Meine Gesundheit“ von Axa und Compugroup Medical, an dem sich auch die Debeka und die Versicherungskammer Bayern beteiligen.  

„Es ist gut, dass Krankenkassen hier die Führungsposition übernommen haben und das Thema Gesundheitsakte voranbringen“, erklärte TK-Chef Baas. „Wir schaffen offene Standards, sodass ein Versicherter seine Daten bei einem Kassenwechsel problemlos mitnehmen kann“, versicherte er.

Zwar sind TK-Safe und Vivy nach Aussage der jeweiligen Anbieter so konzipiert, dass sie mit der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) kompatibel sind. Dennoch ist derzeit unklar, wie die Datensammlungen der eGA-Lösungen der Krankenkassen mit der elektronischen Patientenakte und dem Patientenfach nach § 291 a Sozialgesetzbuch V praktisch zusammenspielen können. Die gematik hat dem Beirat für Letztere erst kürzlich den Entwurf eines Lastenhefts und erste Spezifikationen vorgelegt. Eine direkte Schnittstelle zu den elektronischen Gesundheitsakten der Krankenkassen außerhalb der TI sieht das Konzept dem Vernehmen nach nicht vor. © KBr/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Januar 2019
Berlin – Ermächtigte Ärzte, die mit ihrer Praxis oder Einrichtung bereits an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen sind, bekommen die dadurch entstehenden Kosten vorerst nicht mehr erstattet.
Telematikkosten: Ermächtigte Ärzte haben das Nachsehen
17. Januar 2019
Berlin – 72 Prozent der Dermatologen und Hausärzte in Brandenburg halten telemedizinische Anwendungen in der Dermatologie für geeignet. Das zeigt eine Befragung unter Ärzten, die Teil von zwei
Dermatologen und Hausärzte sehen Vorteile durch Telemedizin
16. Januar 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das heute im Bundestag in einer öffentlichen Anhörung beraten wurde, beinhaltet auch Aspekte der Digitalisierung im Gesundheitswesen und der
Digitalisierung: Nachbesserungen in Stellungnahmen gewünscht
16. Januar 2019
Weimar – Mit dem Einsatz von Robotern bei der Pflege älterer und kranker Menschen beschäftigt sich ab April ein internationales Forscherteam an der Bauhaus-Universität Weimar. Dabei geht es auch um
Wissenschaftler erforschen Robotereinsatz in der Pflege
16. Januar 2019
Hannover – Die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft stellt die Branche vor große Herausforderungen, vor allem im Bereich der Daten- und der IT-Sicherheit. Um innovationsfähig zu bleiben, müssen
Digitalisierung erfordert Investition in digitale Aus- und Weiterbildung
15. Januar 2019
Berlin – Die Digitalisierung bietet nach Meinung der Bundesregierung in der Pflege ein großes Potenzial, insbesondere um Schnittstellenprobleme zu lösen, Effizienzreserven zu heben und
Digitalisierung in Pflegeeinrichtungen kommt voran
15. Januar 2019
Köln – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer wollen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht außen vor bleiben. Der Spitzenverband der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER