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Medizin

Hoher Blutdruck mit 50 Jahren erhöht Demenzrisiko im Alter

Donnerstag, 14. Juni 2018

/dpa

Paris – Britische Staatsangestellte, die im Alter von 50 Jahren einen erhöhten Blutdruck hatten, erkrankten im Alter von 75 Jahren häufiger als andere an einer Demenz. Das Risiko war laut einer Auswertung der Whitehall-II-Studie im European Heart Journal (2018; doi: 10.1093/eurheartj/ehy288/5032485) auch dann erhöht, wenn die Angestellten keinen Schlaganfall erlitten hatten.

Eine unbehandelte arterielle Hypertonie ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall oder andere Hirnläsionen wie kleine Blutungen oder Mikroinfarkte, die in der Kernspintomographie sichtbar sind, für den Patienten jedoch zunächst keine Symptome verursachen. Langfristig erhöhen sie jedoch das Risiko, dass es zu Hirnleistungsstörungen kommt.

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Die Whitehall-II-Studie, die seit 1985 eine Gruppe von Angestellten aus dem Regierungsviertel der britischen Hauptstadt begleitet, bot Jessica Abell vom französischen Forschungsinstitut INSERM die Gelegenheit, das Risiko näher zu untersuchen.

Von den 8.639 Teilnehmern im mittleren Alter von 50 Jahren erkrankten in den folgenden 25 Jahren 385 an einer Demenz. Für die Teilnehmer, die im Alter von 50 Jahren einen systolischen Blutdruck von über 130 mm Hg hatten, ermittelte Abell ein um 45 % erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu erkranken (Hazard Ratio 1,45; 95-%-Konfidenzintervall 1,18 bis 1,79). Ein erhöhter diastolischer Blutdruck hatte dagegen keinen Einfluss auf das Demenzrisiko. 

Ein erhöhter Blutdruck im Alter von 60 und 70 Jahren war nicht (mehr) mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert. Teilnehmer, die zur Behandlung der Hypertonie Medikamente verschrieben bekamen, hatten ebenfalls kein erhöhtes Demenzrisiko.

Das Risiko auf eine spätere Demenz war auch für Teilnehmer erhöht, die nicht an Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankt waren. Die Hazard Ratio für diese Gruppe betrug 1,47 (1,15–1,87).

Abell zieht aus den Ergebnissen den Schluss, dass die Dauer einer unkontrollierten Hypertonie der entscheidende Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz im Alter ist. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Appell an Menschen im mittleren Lebensalter, ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und bei einer Erhöhung behandeln zu lassen, auch wenn die Hypertonie zunächst keine Symptome verursacht und sie sich körperlich völlig gesund fühlen. © rme/aerzteblatt.de

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