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Medizin

O-Beine durch intensives Fußballtraining im Wachstumsalter

Mittwoch, 13. Juni 2018

/dpa
Köln – Wird Fußball von Heranwachsenden als Leistungssport betrieben, haben sie ein erhöhtes Risiko zur Ausbildung von O-Beinen. Das zeigt eine systematische Übersichts­arbeit von Peter Helmut Thaller und Co-Autoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 401–8). Dabei handelt es sich nicht nur um einen Schönheitsfehler, sondern die O-Bein-Bildung erhöht im Erwachsenen­alter auch das Risiko für das Entstehen oder beschleunigte Fortschreiten einer Kniegelenksarthrose.

Die Autoren aus der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigen mit ihrer Analyse der vorliegenden epidemiologischen Studien, dass bei jugendlichen Fußballern der Abstand zwischen den Knien größer ist als in der Kontrollgruppe; bei ihnen wird ein im Durchschnitt um 1,5 cm erhöhter interkondylärer Abstand gemessen. Damit einher geht eine Abweichung der Unterschenkel nach innen und ein Vorstehen der außen­seitigen Knieanteile. 

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Die Autoren gehen davon aus, dass bei heranwachsenden Fußballern chronisch-repetitive, asymmetrische Überlastungen der kniegelenksnahen Wachstumsfugen und der Zug der hinteren Oberschenkelmuskulatur ursächlich für die Entwicklung von O-Beinen (Genu varum) sind. So entstehe bei Manövern des Richtungswechsels im Lauf eine erhöhte mechanische Belastung; auch reduziere sich mit zunehmender neuro­muskulärer Erschöpfung die dynamische Kniegelenksstabilisierung. Zudem weisen die Autoren darauf hin, dass die beim Fußball verwendeten Stollenschuhe die Außen­rotation des Beins in der Standphase einschränken und die varische Belastung des Kniegelenks erhöhen würden. Das sensitivste Alter liege in der Zeit des präpubertären Wachstumsschubs.

Wenn Ärzte zu der Entscheidung, Fußball als Leistungssport bereits in der Wachstums­phase auszuüben, hinzugezogen werden, sollten sie auf das erhöhte Risiko von O-Beinen und damit einhergehend einer späteren Kniegelenksarthrose hinweisen, beto­nen die Autoren. Eine Übertragung der Studienergebnisse in den Freizeitsport­bereich halten sie nicht für sinnvoll. © tg/aerzteblatt.de

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