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Medizin

Test sagt Hörvermögen nach Cochlea-Implantat voraus

Donnerstag, 14. Juni 2018

/dpa

Leipzig/Lübeck – Ein neuer Hörtest kurz nach einer Cochlea-Implantation kann das Sprachverständnis mit Cochlea-Implantat 6 Monate später präzise vorhersagen. Das berichten Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, des Cochlea-Implantat-Zentrums Leipzig und der Universität Lübeck in der Zeitschrift Ear Hear (2018; doi: 10.1097/AUD.0000000000000588). 

Ein künstliches Innenohr, das sogenannte Cochlea-Implantat, ermöglicht es ertaubten Menschen, wieder zu hören. Es wird in die geschädigte Hörschnecke eingepflanzt, übersetzt Schall in elektrische Impulse und überträgt sie direkt an den Hörnerv. 

Jedoch sind die übertragenen Signale extrem verzerrt: Geräusche werden von Patienten als „blechern“ beschrieben, Stimmen als „roboterhaft“. Manche Patienten lernen sehr schnell, das verzerrte Sprachsignal zu deuten und können Sprache sogar unter schwierigen Bedingungen verstehen. Andere wiederum profitieren kaum von der Neuroprothese.

Die Wissenschaftler berichten nun, dass auch nichtsprachliche Hörfähigkeiten, insbesondere die zeitliche Auflösung des Gehörs, erheblich zum Anpassungsprozess beitragen. Erwachsene mit neu implantiertem künstlichem Innenohr wurden dazu getestet: Die Patienten sollten rhythmische Modulationen in Rauschsignalen unterscheiden. Jene, die in diesem Hörtest besser abschnitten, konnten 6 Monate später Sprachsignale besser verstehen. Umgekehrt hatten Patienten mit geringer Sensitivität ein erhöhtes Risiko für ein künftig schlechtes Sprachverständnis.

„Nur wenn es den Patienten gelingt, sich an das ungewohnte, reduzierte Sprachsignal anzupassen, können sie von ihrem Implantat profitieren und Sprache nach einer gehörlosen Zeit wieder verstehen“, berichten die Forscher. Daher seien solche zuverlässigen Hörtests in zweifacher Hinsicht wichtig: Einerseits könnten so gefährdete Patienten frühzeitig identifiziert werden und ein spezielles Hörtraining erhalten, andererseits könnten die Algorithmen des Cochlea-Implantats verbessert und individuell angepasst werden. © hil/aerzteblatt.de

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