NewsPolitikKrankenkassen sollen für Erhalt der Fruchtbarkeit bei Krebserkrankungen aufkommen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen sollen für Erhalt der Fruchtbarkeit bei Krebserkrankungen aufkommen

Donnerstag, 14. Juni 2018

/dpa

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sollen das Einfrieren von Keimzellen bei Patienten mit Krebs- und anderen Erkrankungen übernehmen. Das fordert die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einem neuen Positionspapier. Die Erhaltung der Fertilität als präventive Maßnahme sieht das fünfte Sozialgesetzbuch bisher nicht vor.

„Aus medizinischer Sicht gibt es mittlerweile standardisierte und etablierte Verfahren, die eine Erhaltung der Fruchtbarkeit beziehungsweise Zeugungsfähigkeit der Betroffenen ermöglichen. Grundsätzlich muss diese als Maßnahme jedem Patienten präventiv vor der Krebstherapie oder einer Behandlung von Rheuma oder Autoimmunerkrankungen zur Verfügung stehen, die den Verlust der Fertilität zur Folge haben kann“, erklärten dazu die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karin Maag, sowie der Initiator des Vorstoßes, Rudolf Henke. Henke ist auch Vorsitzender des Marburger Bundes und Präsident der Ärztekammer Nordrhein.

Anzeige

Laut der AG Gesundheit soll künftig die Bewahrung der Zeugungs- oder Empfängnis­fähigkeit Teil der Krankenbehandlung werden, auf die Versicherte Anspruch haben. Nach Vorstellung der Unionspolitiker soll der Anspruch für alle Betroffenen ab dem reproduktionsfähigen Alter bestehen. Die spätere Wiederverwendung von Keimzellen und Keimgeweben soll sich an den bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen für die künstliche Befruchtung orientieren – also einer Altersgrenze bei Frauen bis zum 40. und bei Männern bis zum 50. Lebensjahr.

„Als mögliche Maßnahmen sollen die Konservierung der unbefruchteten Eizelle, die Gewinnung und das Einfrieren von Eierstockgewebe, Verlagerungsoperationen zur Verhütung oder Verminderung von Eierstockschäden bei Bestrahlung sowie die Gewinnung, Aufarbeitung und das Einfrieren von Spermien oder die Gewinnung und das Einfrieren von Hodengewebe je nach medizinischer Indikation als Leistung finanziert werden“, heißt es in dem Positionspapier.

Die FDP-Bundestagsfraktion hatte am vergangenen Dienstag einen Gesetzentwurf zur fertilitätsbewahrende Behandlung vorlegt. Die zuständige Fachpolitikerin Katrin Helling-Plahr (FDP) bot der Union an, noch vor der Sommerpause "Nägel mit Köpfen zu machen" und sich Gesetzentwurf anzuschließen.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Juli 2020
Berlin – Die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen werden künftig unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt.
Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen wird Kassenleistung
9. Juli 2020
Shanghai – Die sogenannte Vitrifikation, die an vielen Kliniken das langsame Tiefgefrieren der Embryonen abgelöst hat, war an einem großen chinesischen Zentrum mit einem deutlichen Rückgang der
IVF: Vitrifikation der Embryonen könnte zu weniger Schwangerschaften führen
25. Juni 2020
Berlin – Die Aufnahme des Social Freezing zur Familienplanung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist nicht vorgesehen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung
Regierung: Social Freezing wird keine Kassenleistung
24. April 2020
Berlin – Der Richtlinienentwurf des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) enthält nach wie vor den Vorschlag, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die an Krebs erkrankt sind, von einer
G-BA-Richtlinie zur Kryokonservierung sieht weiterhin Altersgrenzen vor
19. Februar 2020
Paris – Eine In-vitro-Maturation ermöglicht die Verwendung von unreifen Eizellen, die dem Ovar ohne vorherige Hormonbehandlung entnommen werden. In Frankreich wurde das Verfahren weltweit erstmals
Weltpremiere: Krebspatientin wird 5 Jahre nach In-vitro-Maturation Mutter
17. Februar 2020
Düsseldorf – Die Beihilfe muss für die künstliche Befruchtung einer Lehrerin nicht zahlen, wenn ihr Ehemann älter als 50 Jahre ist. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht heute entschieden (Az.:
Künstliche Befruchtung: Beihilfe muss bei Vater über 50 nicht zahlen
3. Februar 2020
Berlin – CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich zurückhaltend gegenüber Forderungen gezeigt, Eizellenspenden zu legalisieren. „Das ist wie bei allen Themen rund um den Schutz des Lebens für
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER