NewsPolitikErstes Exoskelett im Hilfsmittel­­verzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Erstes Exoskelett im Hilfsmittel­­verzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen

Donnerstag, 14. Juni 2018

/dpa

Berlin – Das „ReWalk Personal 6.0“-Exoskelett ist jetzt offiziell in das Hilfsmittel­verzeichnis der Kassen aufgenommen worden. Eine entsprechende Entscheidung hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bereits Ende Januar getroffen. Die Entscheidung wurde aber erst jetzt nach Veröffentlichung im Bundes­anzeiger rechtswirksam. 

Dem „ReWalk Personal 6.0“-Exoskelett wurde die Hilfsmittelnummer 23.29.01.2001 mit folgender Indikation zugewiesen: „Beidseitige Lähmung der Hüft-, Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur (Querschnittslähmung mit Paraplegie) und Verlust der Gehfähigkeit.“ Es ermöglicht Paraplegikern, selbstständig zu stehen und zu laufen.

Anzeige

„Der GKV-Spitzenverband setzt mit der Veröffentlichung der Hilfsmittelnummer einen Meilenstein in der Versorgung von Rückenmarksverletzten mit Exoskeletten“, freute sich Larry Jasinski, CEO des amerikanischen Herstellers ReWalk Robotics.

Das Hilfsmittelverzeichnis beinhaltet umfassende Informationen zur Leistungspflicht der Krankenkassen sowie über die Art und Qualität der am Markt erhältlichen Produkte. Der GKV-Spitzenverband erstellt gemäß Paragraf 139 des fünften Sozialgesetzbuches ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelverzeichnis, in dem grundsätzlich von der Leistungspflicht der GKV umfasste Hilfsmittel gelistet werden. Die Aufnahme von Produkten in das Hilfsmittel- oder Pflegehilfsmittel­verzeichnis erfolgt auf Antrag der Hersteller. Er muss dazu für jedes Produkt die Funktionstauglichkeit, die Sicherheit, die Qualität und – soweit erforderlich – den medizinischen oder pflegerischen Nutzen nachweisen.

Das Hilfsmittelverzeichnis ist allerdings keine Positivliste, sondern hat eine Ordnungs- und Orientierungsfunktion für die Krankenkassen und soll ihnen versorgungsrelevante Informationen über Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Es hängt also weiterhin von den individuellen Umständen des Einzelfalls ab, ob Krankenkassen das neue Hilfsmittel übernehmen. 

Ab sofort können Betroffene die Kostenübernahme für das ReWalk Personal 6.0 bei den gesetzlichen Krankenkassen mit der oben genannten Hilfsmittelnummer für Versicherte beantragen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #539999
klausenwächter
am Mittwoch, 19. September 2018, 00:20

Knechte der Industrie

Passend zum Tag der Zulassung fragen Kollegen anonym Experten zu "geeigneten Verordnungen" für Patienten mit "interpretierbarer Paraplegie"
LNS

Nachrichten zum Thema

18. Januar 2019
Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) drängt bei der im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) geplanten Entwicklung der Blankoverordnung für Heilmittelerbringer auf mehr
Vertragsärzte wollen bei Blankoverordnung mitreden
15. Januar 2019
Köln – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer wollen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht außen vor bleiben. Der Spitzenverband der
Heilmittelerbringer wünschen sich schnelle Anbindung an Tele­ma­tik­infra­struk­tur
18. Dezember 2018
Berlin – Krankenkassen sollen Hilfsmittel künftig nicht mehr ausschreiben dürfen. Das Vorhaben soll an das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) angehängt werden, wie
Spahn will Ausschreibungen für Hilfsmittel verbieten
18. Dezember 2018
Berlin – Die Zahl der diagnostizierten Entwicklungsstörungen bei Kindern zwischen fünf und sieben Jahren ist stark angestiegen. Sie habe sich in den vergangenen zehn Jahren um 26,5 Prozent erhöht,
Mehr Entwicklungsstörungen bei Schulanfängern
30. November 2018
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will auf bestehende Probleme bei Ausschreibungen von Heil- und Hilfsmitteln reagieren. An das Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) soll ein
Korrekturen bei Heil- und Hilfsmittelausschreibungen geplant
28. November 2018
Berlin – Im März hatte das Bundesversicherungsamt (BVA) als Aufsichtsbehörde die Barmer und die DAK-Gesundheit per Bescheid verpflichtet, ihre geplanten Ausschreibung zu Atemtherapiegeräten und zur
Gerichtsentscheidungen zeigen Lücken bei Ausschreibungen im Heil- und Hilfsmittelgesetz
21. November 2018
Karlsruhe – Private Kran­ken­ver­siche­rungen müssen Patienten auch die Kosten für notwendige Wartungen medizinischer Hilfsmittel wie etwa Prothesen oder Hörgeräte erstatten. Die je nach Tarif gegebene
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER