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Medizin

Pyrrolizidin­alkaloide: Schlechte BfR-Bewertung für Nahrungs­ergänzung aus der Natur

Freitag, 15. Juni 2018

Wasserdost gehört zu den Korbblütlern und ist eine Pyrrolizidinalkaloide-bildende Pflanze. /Martina Berg stock.adobe.com

Berlin – Das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hat seine Risikobewertung zu 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Lebensmitteln aktualisiert (2018; doi: 10.17590/20180614-084508-0). Anlass dafür sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die toxikologische Daten ausgewertet hat. Erneut fielen Nahrungsergänzungsmittel besonders negativ auf. Sie hatten den höchsten PA-Gehalt. Das BfR empfiehlt, Nahrungsergänzungsmittel, die PA-haltige Pflanzen oder Pflanzenteile enthalten, nicht zu verwenden.

Mit PA halten Pflanzen sich Fraßfeinde vom Leib. Die sekundären Pflanzenstoffe können die menschliche Leber schädigen und wirken im Tierversuch erbgutverändernd und krebsauslösend.

Über Pyrrolizidinalkaloide-bildende Wildkräuter auf Anbauflächen von Kulturpflanzen können die sekundären Pflanzenstoffe in die Lebensmittelkette gelangen. Ein weiteres Problem sind Nahrungsergänzungsmittel aus Pflanzen wie Borretsch, Huflattich oder Wasserdost – allesamt PA-Bildner.

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Bei den Tests hatte die EFSA die Auf­nahme von PA aus allen wichtigen Lebensmittelgruppen berücksichtigt. In mehr als der Hälfte der untersuchten Nahrungsergänzungsmittel wurde PA gefunden. War der Gehalt hoch, kann die PA-Aufnahme deutlich über der von Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs liegen. Der maximal gemessene Wert wurde in einer Kapsel eines Nahrungs­ergänzungsmittels festgestellt, das Wasserdost (Eupatorium cannabinum) als Inhaltsstoff enthielt. Weitere Beispiele für PA-bildende Pflanzen in Nahrungsergänzungsmitteln sind Huflattich, Beinwell, Borretsch, Lungenkraut, Steinsamen und Pestwurz. Auch johanniskrauthaltige Präparate waren in fast jeder untersuchten Probe mit PA belastet. Da Johanniskraut nicht als PA-bildende Pflanze bekannt ist, stammen die gemessenen PA in diesen Fällen vermutlich aus einer Verunreinigung mit anderen Wildkräutern.

In einigen Nahrungsergänzungsmitteln ist der Gehalt sogar so hoch, dass bereits nach kurzfristigem Verzehr toxische Wirkungen möglich sind. Andreas Hensel, Präsident des BfR

„Die dem Bundesinstitut für Risikobewertung zur Verfügung stehenden Daten zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel, die PA-bildende Pflanzen oder Pflanzenteile enthalten, erheblich zur Aufnahme von Pyrrolizidinalkaloiden beitragen“, sagt Andreas Hensel, Präsident des BfR. „In einigen Nahrungsergänzungsmitteln ist der Gehalt sogar so hoch, dass bereits nach kurzfristigem Verzehr toxische Wirkungen möglich sind.“

Das BfR und die EFSA kommen daher übereinstimmend zu dem Schluss, dass das Auftreten akut-toxischer Wirkungen durch Konsum bestimmter Nahrungsergänzungs­mittel, die auf PA-bildenden Pflanzen basieren, möglich ist. Beim Konsum solcher Nahrungsergänzungsmittel stehen einem nicht gesicherten gesundheitlichen Nutzen zudem mögliche gesundheitliche Risiken im Hinblick auf genotoxisch-kanzerogene Wirkungen von PA gegenüber.

In ölbasierten Extrakten von PA-bildenden Pflanzen wurden hingegen keine PA gefunden. Mit Blick auf alle relevanten Lebensmittelgruppen empfiehlt das BfR nach wie vor, die Konzentration dieses Pflanzeninhaltsstoffes in Lebensmitteln zu senken. Das gilt auch weiterhin. Zur Verringerung des gesundheitlichen Risikos empfiehlt das BfR Verbrauchern grundsätzlich Abwechslung und Vielfalt bei der Auswahl der Lebensmittel. © gie/EB/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Sonntag, 17. Juni 2018, 14:41

kann man dem Institut auch nur noch irgendetwas glauben?


Es geht über mein Fassungsvermögen, daß dieselben Wissenschaftler(?), die Glyphosat für genießbar erklärten und in diesem Sinn auch einen Bundesminister (CSU - das sind die, welche die Grenzen dicht machen wollen) bekräftigt haben, gegen ndas Wohl der Bundesregierung und seiner Menschen zu stimmen, daß diese Wissenschaftler (??) sich jetzt negativ zu Nahrungsergänzungsmittel äußern.
Vorschlag zum weiteren Wohl des Instituts: erklären sie doch bitte Dieselfahrzeuge für bedenkenlos und Feinstaub für gesund. Dann können Sie im Gegenzug selbst gebackenen Kuchen für hoch riskant erklären.
In was für einem Land leben wir allmählich ...

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