NewsÄrzteschaftKein weiterer Anstieg von ADHS
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kein weiterer Anstieg von ADHS

Montag, 18. Juni 2018

/dpa

Berlin – Im Jahr 2016 haben Ärzte bei knapp 260.000 Kindern und Jugend­lichen eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert. Das entsprach einer Diagnosehäufigkeit von 4,3 Prozent. 196.000 der Betroffenen waren Jungen und etwa 64.000 Mädchen. Das berichten Wissenschaftler des Versorgungsatlas – eines Arbeitsbereichs des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). In den Jahren 2009 bis 2016 war demnach kein Anstieg der ADHS-Häufigkeit zu verzeichnen.

Datengrundlage für die Auswertung bildeten die bundesweiten, vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2009 bis 2016. Die untersuchten Daten umfassen alle gesetzlich krankenversicherten Patienten, die im Untersuchungszeitraum mindestens einen Arztkontakt hatten und repräsentieren etwa 85 Prozent der Bundesbevölkerung.

Anzeige

In der Diagnosehäufigkeit ermittelten die Wissenschaftler ausgeprägte regionale Unterschiede. Sie lag im Kreisvergleich zwischen 1,6 und 9,7 Prozent. Besonders deutlich zeigten sich die regionalen Unterschiede in Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Die Diagnosehäufigkeit war außerdem überdurchschnittlich höher in mehreren Kreisen im Osten Niedersachsens, im Süden von Rheinland-Pfalz sowie in Ostthüringen und Westsachsen. Kreise mit niedriger Diagnosehäufigkeit waren in mehreren Kreisen in Südhessen und im südlichen Baden- Württemberg zu verzeichnen. 

„In unserer früheren Studie hatten wir überaschenderweise festgestellt, dass bei Kindern in städtischen Regionen signifikant seltener ADHS diagnostiziert wurde als bei Kindern auf dem Land. Wir konnten jetzt zeigen, dass die Berücksichtigung  des Ausländeranteils an der Bevölkerung diesen Unterschied erklärt“, erläuterte der Leiter des Versorgungsatlas, Jörg Bätzing, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Die ADHS-Diagnose scheine bei ausländischen Kindern und Jugendlichen insgesamt seltener gestellt zu werden als bei einheimischen Kindern und Jugendlichen. „Aus anderen Studien in Deutschland weiß man, dass Menschen mit Migrationshintergrund Gesundheitsversorgungmaßnahmen weniger in Anspruch nehmen als Menschen ohne Migrationshintergrund. Vorstellbar sind auch kulturelle Unterschiede in der Auffassung von Verhaltensauffälligkeiten“, heißt es dazu in der Studie. 

Ein weiterer Grund für die regionalen Unterschiede ist laut der Studie die Verfügbarkeit von Kinder- und Jugendpsychiatern und Kinderärzten. In Kreisen mit hoher Versorgungsdichte wird ADHS laut der Auswertung häufiger diagnostiziert. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #749369
Ambush
am Samstag, 5. Januar 2019, 16:05

ADHS primär keine Krankheit , sondern kann , aber muss nicht Krankheitswert erlangen , abhängig von Schweregrad , Sozialisierung und primär vorhandenen Komorbiditäten - dennoch ADHS als zentrales Thema in der Psychiatrie

und insgesamt noch ein paar Dinge zum Abschluss:

Man muss dazu noch sagen, dass bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und einer Persistenz von zumindest einer Restsymptomatik in in Wahrheit 100% der Fälle die Prävalenz von ADHS in Deutschland bis zu 10% der Bevölkerung beträgt.

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus, Bipolare Störung ( Kurt Cobain hatte Bipolare Störung und parallel dazu ADHS ) etc. ist es ähnlich.

Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.

Zur überlappenden Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen gab es aktuell eine vielbeachtete Publikation:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29930110

bzw. hier ein Teil der journalistischen Berichterstattung darüber:

https://www.spektrum.de/news/psychische-stoerungen-sind-teils-eng-verwandt/1572184

der quantitative Champion unter diesen Hirnentwicklungsstörungen ist jedoch ADHS , eben aufgrund der evolutionären Vorteile , die mit ADHS-Genen bzw. mit etwas weniger auch phänotypisch manifestem ADHS einhergehen.

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html

Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.

Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.

zu ADHS und Essstörungen oder ADHS und insbesondere Magersucht / Anorexie :

https://www.youtube.com/watch?v=W27G1djHj4s

hier auch: https://steemit.com/adhs/@nightshadow1217/adhs-auf-der-intensivstation-eine-begegnung
und darin auch:

https://adhsspektrum.wordpress.com/tag/essstorungen/

http://www.spiegel.tv/videos/140142-leben-mit-adhs

in sehr hoher Anteil der Anorexie-Patientinnen hat primär ADHS

http://news.doccheck.com/de/blog/post/10463-leben-wir-artgerecht/
dieser Abschnitt in Martin Winklers Beitrag, den ich in der Zeile darüber verlinkt habe, "Hier ist der Größenwahn der Psychotherapeuten und Psychiater gesellschaftlich schädigend, weil uns gerade die Heranwachsenden auf der Strecke bleiben, die mit Kreativität und Einsatzbereitschaft in unserer Gesellschaft so dringend benötigt würden." , der kam mir heute in den Sinn , als ich heute einen Spiegel-Report zum Niedergang der Wirtschaftsmacht Japan gelesen habe http://www.spiegel.de/plus/japan-der-niedergang-des-einstigen-wirtschaftswunderlandes-a-00000000-0002-0001-0000-000161577237 , beim dortigen Abschnitt über die soziophoben Hikikomori in Japan : "...ideenreiche, sensible Jugendliche..." , auch in Japan gibt es eine angepasste Mehrheitsgesellschaft und mehr oder weniger auffällige Minderheiten ,so etwa die soziophoben Hikikomori oder auch psychisch labile Schottenrock-Lolitas in Tokio , in Wahrheit ist beides verkapptes ADHS und auch Japan ist solch ein geographischer und ethnischer Hotspot von ADHS mit ca 20% ADHS in der Bevölkerung und der Abstieg von Japan sollte eine Warnung sein für die Noch-Wirtschaftsmacht Deutschland . Und auch in der Europa-Politik ist ADHS von Relevanz , das Land mit der wahrscheinlich höchsten Dichte bzw Prävalenz von ADHS in Europa ist Griechenland mit in Wahrheit bis zu 40% an ADHS dort in der Bevölkerung , bei Personen wie Varoufakis und bei Berichten über Archive in Griechenland und die dortige Ordnung oder Buchführung erkennt der selbst mit ADHS Betroffene mit über 20-jähriger Erfahrung mit dem Thema ADHS und , das maße ich mir an, einem entsprechend geschulten Blick bzw geschulter Wahrnehmung für ADHS , gewisse Aha-Effekte , die man als Nicht-Betroffener nicht in dem Ausmaß haben kann. Das bei so was natürlich ganz schnell das Totschlag-Argument des Rassismus kommt , das lässt sich natürlich nicht vermeiden. Zur hohen Prävalenz von ADHS in Griechenland (dass das in den ganz wenigen methodisch nicht ernst zu nehmenden Studien zur Prävalenz von ADHS in Griechenland nicht widergegeben wird, tut hier nichts zur Sache ) und übrigens auch den Sinti und Roma , auch überregional bekannte selbst betroffene Fachleute zu ADHS sehen das exakt genauso , werden aber den Teufel tun, sich dazu öffentlich zu äußern, da man angesichts von Rassismus-Vorwürfen und Nazi-Assoziationen dann ganz schnell einpacken könnte.

Abschließend sollte noch gesagt sein, dass das Reizthema ADHS sämtliche gesellschaftlichen und politischen Bereiche tangiert (das reicht von Familienpolitik über Justiz und Strafvollzug über Drogenpolitik bis zur EU-Politik , nebenbei ist es ein Irrtum, anzunehmen, ADHS sei in sämtlichen Ländern, Ethnien und Kulturen etwa gleich häufig vorhanden, auch in Europa gibt es gewisse geographische und ethnische Hotspots von ADHS und manchmal ist die Frage, was zuerst da war, die Kultur oder die Gene, nicht so ganz geklärt.. wahrscheinlich beeinflussen sich Kultur und Gene evolutionär betrachtet oft wechselseitig) , daher liegt es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sich diesem Thema anzunehmen. https://www.theguardian.com/society/2018/feb/15/undiagnosed-adult-adhd-could-cost-uk-billions-a-year-report-finds (und Nein, ADHS haben nicht nur 2,5% der Erwachsenen, sondern bei in Wahrheit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis 8% bis 10% in Deutschland und mancherorts sogar ein Mehrfaches davon)

zu den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen: ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste "Krankheit" überhaupt , allein schon wegen der hohen Quantität aber auch wegen den hohen Kosten durch das Individuum , so etwa der ungesunde Lebensstil aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter plus z.B. auch die hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10] https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualit%C3%A4t und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS , Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11]
Avatar #749369
Ambush
am Samstag, 5. Januar 2019, 15:01

59% verkapptes ADHS in der Psychiatrie - Verquere Verschwörungstheorien zu ADHS bitte bei Kopp online

Neulich gab es eine "brachiale" Studie zur Häufigkeit der häufigsten Hirnentwicklungsstörung ADHS in der Psychiatrie mit indem Fall 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie , darunter Prof. Arno Deister , aktuell Präsident der DGPPN , als Co-Autor. Diese Zahl von 59% ist so brachial, dass sie, falls tatsächlich zutreffend, ein weiter so in der Psychiatrie nicht zulässt. http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd ..... Tja, wie man am Kommentar von Majo sieht, laufen eben sehr viele von ADHS Betroffene mit dem emotionalen Nebel durch die Gegend und nicht ohne Grund sind Personen mit ADHS ganz besonders anfällig für Sekten , Esoterik und Verschwörungstheorien und evangelikale Freikirchen und nicht ohne Grund findet man bei Personen mit ADHS auch überdurchschnittlich viele ADHS-Gegner , das ist oft so wie die evangelikalen Hetzer gegen Schwule in den USA , von denen viele in Wahrheit selbst schwul sind und die somit ihren persönlichen Komplex verdrängen und unterdrücken wollen.

Was die oftmals verhängnisvollen Folgen von undiagnostiziertem bzw. unterdiagnostiziertem ADHS angeht, hier ein Beispiel:

Eine ehemalige Schulkameradin von mir war einst in der KJP gelandet. 0815-Diagnostik, Schema F , das wars. Mehr als 10 Jahre später, keine Ausbildung, HartzIV, immer noch chronisch depressiv, das Leben nicht komplett, aber nicht unwesentlich verpfuscht (auch wenn es prinzipiell niemals zu spät ist). Nach diesen mehr als 10 Jahren sagt ihr der selbst betroffene ehemalige Schulkamerad: "Du hast ADHS "...das wurde nach mittelfristig darauf folgender Diagnostik von fachlicher Seite dann auch bestätigt. Das hätte man auch schon vor 10 Jahren haben können in der KJP , aber die waren damals wahrscheinlich der Meinung, das sei ne Modediagnose und so. Ein solch fahrlässiges und unethisches , schlampiges Unterlassen zumindest einer Sondierung nach ADHS gehört bestraft ! Wie sagte doch mein Oberarzt einst: "ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner." Auch solch eine ignorante, arrogante und unethische Einstellung gehört bestraft!

Es gab ansonsten dieses Jahr eine "bemerkenswerte2 Studie , immerhin mit Prof. Arno Deister als Co-Autor, wonach ca. 50% (in dem Fall 59% ) der Patienten in der Psychiatrie ein unerkanntes ADHS aufweisen.



Die massive Quantität von ADHS in der Bevölkerung scheint erfreulicherweise mehr und mehr durchzudringen, sowohl bei Journalisten und langsam aber sicher auch bei der Ärzteschaft. Thumbs Up!

Zu dem obigen Artikel: in Deutschland wird in der Tat verglichen mit kulturell eher angloamerikanisch beeinflussten Ländern (UK, Irland, Holland, Dänemark) die medikamentöse Therapie bei ADHS sehr zurückhaltend eingesetzt. Das ist nicht unbedingt positiv zu bewerten. Ich selbst hätte ohne die Therapie mit dem Standard-Medikament bei ADHS niemals mein 1er-Abitur erreichen und mein Studium abschließen können, sondern wäre möglicherweise ohne irgendwann als Junkie am Bahnhof gelandet.
Je weiter man in Europa nach Osten kommt, desto kulturell rückständiger ist man (auch) in Sachen ADHS . In Russland z.B. ist Methylphenidat generell verboten und die schärftsen Ritalin-Gegner in Deutschland findet man bei der AfD. Und auch in Deutschland wird Methylphenidat mangels adäquater ärztlicher Versorgungslandschaft für ADHS eben sehr oft im Internet bestellt (persönlich in der Vergangenheit solche Fälle mitbekommen). Dass die große Mehrheit der sogenannten Hirndoper (es geht bei der Hirndoping-Debatte in Wahrheit nur um Ritalin und nur um ADHS , die parallel genannten Wirkstoffe Modafinil etc. haben nur Alibi-Funktion, um zu verschleiern, dass es nur um Ritalin geht) verkappte Fälle von undiagnostiziertem ADHS sind und es dieses Hirndoping als verkappte Therapie der ADHS seit mindesten den 60er Jahren gibt, wird auch von den meisten Psychiatern leider nicht verstanden. Zuletzt gab es eine “bemerkenswerte” Studie über die Häufigkeit von ADHS in der Allgemeinpsychiatrie mit Prof. Arno Deister (Präsident der DGPPN und damit ein absolutes Schwergewicht) als Co-Autor http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechendne Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebendalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.

Plus:


http://news.doccheck.com/de/blog/post/10463-leben-wir-artgerecht/



es ist eben so eine "tricky" Sache , dass ADHS eben zunächst mal eine Normabweichung oder auch Normvariante oder bei leichter Ausprägung auch nur Persönlichkeitsvariante ist, die abhängig von Schweregrad, Umweltbedingungen, Umfeld , Sozialisation und primären Komorbiditäten (ich z.B. habe quasi von Geburt an ein leichtes Tourette-Syndrom als primäre Komorbidität zusätzlich zu ADHS , ca. die Hälfte der Tourette-Patienten hat übrigens zusätzlich ADHS , ebenso hat ein hoher Anteil der Epileptiker zusätzlich ADHS , ADHS als Hirnentwicklungsstörung eben, Legasthenie auch dasselbe, Kurt Cobain hatte ADHS und Bipolare Störung als primäre Komorbidität , eine Freundin hat Diagnose ADHS und Diagnose Schizoaffektive Störung als primäre Komorbidität ) Krankheitswert erlangen KANN! , aber eben NICHT Krankheitswert erlangen MUSS !


Bei der Offenheit, die im journalistischen Bereich mittlerweile zu dem Thema ADHS und ASS herrscht, es ist auffallend, dass die Ignoranz und ablehnende Haltung dazu von großen Teilen der Ärzteschaft, insbesondere der Psychiater nur sehr langsam zurückgeht. Das hat zu tun mit mangelnder Fehlerkultur, mit insgeheim gekränktem Stolz und Scham, dass man es jahrzehntelang in der alltäglichen medizinischen Praxis jeden Tag falsch gemacht hat....wie soll ein Chefarzt, der jahrzehntelang ADHS als Modethema oder vorübergehende Erscheinung bezeichnet hat, der jahrzehntelang Patienten in seiner Klinik die ADHS-Diagnose abgesprochen hat und nicht ernst genommen hat, wie soll der jetzt sein Versagen vor der gesamten Klinik eingestehen. Jahrzehntelange Irrtümer und entsprechende Scham werden still und heimlich für sich behalten und unter den Teppich gekehrt, oder aber man hält in der entsprechenden Zunft weiter fest an diesen Irrtümern , weil man die Wahrheit gar nicht an sich heranlassen will.


hier die Publikation im Ärzteblatt auf die Herr Winkler sich bezieht: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=16&aid=203480&s=adhs , zu der oft verhängnisvollen systematischen Unterdiagnostik von ADHS bei Mädchen und Frauen http://kolleg-dat.de/madchen-und-frauen-mit-adhs/ , https://www.adhspedia.de/wiki/ADHS_bei_Frauen , nebenbei sollte hier noch erwähnt sein, dass auch bei betroffenen Frauen ADHS zunächst mal keine Krankheit ist, im Übrigen werden Frauen mit ADHS bei gegebener Weiblichkeit sehr oft von der Allgemeinheit als sexuell attraktiver wahrgenommen ( Charme , Charisma , Wärme und das Hervorstechen aus der Masse ) und das sind dann oft diejenigen, die auf Instagram die meisten Anfragen bekommen (ich kenne persönlich Beispiel(e) davon) aber auch diejenigen,die oft "zufällig" ins Visier von Stalkern geraten, hat eben alles Vorteile und Nachteile. Eine ganzheitliche nicht nur auf den etwaigen Krankheitswert von ADHS schauende Sichtweise ist jedenfalls angebracht.

Plus: ADHS ist kein westliches Wohlstandsphänomen, sondern in allen Kulturen anzutreffen und mittlerweile ein globales, überall diskutiertes Thema , durch die weltweite Verstädterung und Beschleunigung verschiebt sich lediglich ADHS von der Latenz in den pathologischen Bereich: in China ist es zumindest in der städtischen Mittelklasse längst ein Thema , bei Berichten aus der Yellow Press fehlt natürlich die Verlässlichkeit, aber dennoch: https://www.jaynestars.com/news/jaycee-chan-reveals-father-jackie-chan-has-ocd-and-adhd/ , oder Ägypten https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg , oder auch hier http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html , Türkei https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410 ( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”) , oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-million-thai-children-suffer-adhd/

Leider setzt man sich bei der Mehrheit der Psychiater und Kinder- und Jugendpsychiater in Deutschland bei einer Anfrage nach einer ADHS-Diagnostik nur komischen Blicken und ablehnenden Reaktionen aus und es wird allzu oft subtil unterstellt, man wolle doch nur Hirndoping betreiben siehe hier: https://adhsspektrum.wordpress.com/2018/05/21/adhs-diagnostik-bei-erwachsenen/ . Nun, Methylphenidat hat eine Wirkung auf die Konzentrationsfähigkeit und das mentale Dabeibleiben-Können , die etwa 20 mal so stark ist wie eine Tasse Kaffee , aber: das gilt nur für mit ADHS Betroffene .Bei Normalpersonen hat Methylphenidat in bei ADHS therapeutischer Dosierung eine Wirkung, die nur leicht über die von 1 bis 3 Tassen Kaffee hinausgeht. Fast sämtliche der sogenannten Hirndoper sind in Wahrheit undiagnostizierte Fälle von ADHS und dieses Hirndoping als verkappte Selbsttherapie der ADHS gibt es seit ca. den 50er Jahren schon. Der Hype um Hirndoping , Neuroenhancement usw ist eine Gespensterdebatte .

Zwischen Methylphenidat, Amphetamin / Dexamphetamin bzw Lisdexamphetamin, Methamphetamin, Kokain, Captagon , Modafinil bestehen jeweils relevante pharmakologische Unterschiede. Methamphetamin , einst als Panzerschokolade bzw. Pervitin für Wehrmachtspiloten auf den Markt gebracht und später mutmaßlich beim Wunder von Bern und durch John F. Kennedy ( Dr. Feelgood) missbraucht – nebenbei soll Kennedy auch ADHS (leichtgradig) gehabt haben, auf dem ADHS-Weltkongress in Glasgow 2015 gab es ein Theatherstück zur Kindheit und Jugend von J.F. Kennedy http://kolleg-dat.de/wp-content/uploads/2016/pdf/Glasgow-Report-2015-CordulaNeuhaus%20(3).pdf (S. 48 von 71: “Eine “Glanznummer” – Ein diagnostisches Interview des 21-jährigen JFK (gespielt durch einen jungen Wissenschaftler Ryan Kennedy) durch Prof. Thomas Brown (Yale University)”) , macht aufgrund der Methylierung abhängig, Amphetamin wiederum lange nicht in dem Ausmaß. Für Methylphenidat ist weltweit kein einziger Fall von Abhängigkeit bekannt.


https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 "Und wenn sich von rund 10.000 Fachärzten bei dem DGPPN-Kongress nur eine Handvoll überhaupt für das Problem ADHS-Transition interessiere" ,"sind mehr niedergelassene Psychiater notwendig, die bereit sind, sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen, die anerkennen, dass es ADHS überhaupt gibt und die deshalb motiviert sind, ADHS-Patienten weiter zu behandeln. Die Zusammenarbeit mit den vergleichsweise wenigen, proaktiv eingestellten Fachärzten in Berlin, so berichtete Greven, funktioniert hervorragend" , "Genau dies berichtete bei dem Symposium auch ein 21-jähriger ADHS-Patient, der - weil er lange keinen Weiterbehandler finden konnte - seinen bisherigen Kinder- und Jugendpsychiater hunderte Kilometer entfernt um die notwendige Weiterbehandlung bitten musste. Selbst in einer Großstadt wie Berlin dann einen behandlungsbereiten Psychiater zu finden, sei einer Odyssee gleichgekommen" ,"Psychiater müssen die Existenz von ADHS anerkennen"...

....die im Kommentar davor genannten Zitate aus https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 sind symptomatisch für die "Willingness" , Offenheit und Akzeptanz des ehrwürdigen Standes der Psychiater , sich mit dem Thema mit den 4 Großbuchstaben (ja, auch wenn das Wort ADHS ein Reizbegriff sein mag, rechtfertigt das nicht Ignoranz ) zu beschäftigen. Ein solch überheblicher Standesdünkel in etwa mit "wir wissen es besser und wir haben das schon immer so gemacht" (auch wenn diverse Studien und die wissenschaftliche Datenlage anderes belegen längst)... ein solcher Standesdünkel ist nicht nur unsympathisch , sondern auch gravierend unethisch und vor allem auch unwürdig. Ja, Anspruch an sich selbst bzw. an die Zollung von Respekt dem eigenen Stand gegenüber und diesem Anspruch in der Wirklichkeit gerecht werden... das driftet leider oft auseinander. Insbesondere bei der Zunft der Psychiater.

zu den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen: ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste "Krankheit" überhaupt , allein schon wegen der hohen Quantität aber auch wegen den hohen Kosten durch das Individuum , so etwa der ungesunde Lebensstil aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter plus z.B. auch die hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10] https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualit%C3%A4t und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS , Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11]

Abschließend sollte noch gesagt sein, dass das Reizthema ADHS sämtliche gesellschaftlichen und politischen Bereiche tangiert (das reicht von Familienpolitik über Justiz und Strafvollzug über Drogenpolitik bis zur EU-Politik , nebenbei ist es ein Irrtum, anzunehmen, ADHS sei in sämtlichen Ländern, Ethnien und Kulturen etwa gleich häufig vorhanden, auch in Europa gibt es gewisse geographische und ethnische Hotspots von ADHS und manchmal ist die Frage, was zuerst da war, die Kultur oder die Gene, nicht so ganz geklärt.. wahrscheinlich beeinflussen sich Kultur und Gene evolutionär betrachtet oft wechselseitig) , daher liegt es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sich diesem Thema anzunehmen. https://www.theguardian.com/society/2018/feb/15/undiagnosed-adult-adhd-could-cost-uk-billions-a-year-report-finds (und Nein, ADHS haben nicht nur 2,5% der Erwachsenen, sondern bei in Wahrheit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis 8% bis 10% in Deutschland und mancherorts sogar ein Mehrfaches davon)


http://www.spiegel.de/plus/japan-der-niedergang-des-einstigen-wirtschaftswunderlandes-a-00000000-0002-0001-0000-000161577237 , "gesellschaftlich schädigend, weil uns gerade die Heranwachsenden auf der Strecke bleiben, die mit Kreativität und Einsatzbereitschaft in unserer Gesellschaft so dringend benötigt würden.." , genau dieser Abschnitt oben kam mir in den Sinn als ich heute einen Spiegel-Report zum Niedergang der Wirtschaftsmacht Japan gelesen habe , beim dortigen Abschnitt über die Hikikomori in Japan : "...ideenreiche, sensible Jugendliche..." , auch in Japan gibt es eine angepasste Mehrheitsgesellschaft und mehr oder weniger auffällige Minderheiten ,so etwa die soziophoben Hikikomori oder auch psychisch labile Schottenrock-Lolitas in Tokio ,in Wahrheit ist beides verkapptes ADHS und auch Japan ist solch ein geographischer und ethnischer Hotspot von ADHS mit ca 20% ADHS in der Bevölkerung und der Abstieg von Japan sollte eine Warnung sein für die Noch-Wirtschaftsmacht Deutschland

Avatar #79783
Practicus
am Montag, 31. Dezember 2018, 23:14

#Majo

Mit der pädiatrischen ADHS-Diagnostik kenne ich mich nicht aus, wohl aber mit den Folgen der unterbliebenen medikamentösen ADHS-Therapie - als Suchtmediziner und Psychotherapeut.
Das Schicksal erwachsen gewordener ADHS-Kinder mit zerhackten Ausbildungs- und Berufsbiografien, gescheiterten Beziehungen, Alkohol- und Drogenbhängigkeit, Delinquenz, Arbeits. und Obdachlosigkeit lässt die Risiken einer MPH- oder Dexamfetamintherapie lächerlich erscheinen...
Wer erlebt hat, wie zB eine 50-jährige ohne Schul- oder Berufsabschluss und mehreren gescheiterten Ehen und 30 Jahren in vielen kurzen Aushilfsjobs mit 20mg Medikinet am Tag erstmals erlebt, Prüfungen im ersten Anlauf als Kursbeste zu bestehen und die vollständige Ausbildung zur Berufskraftfahrerin zu absolvieren, in Tränen ausbricht vor Glück und Trauer über die vielen verpassten Chancen - der stellt die Stimulanzientherapie nicht mehr infrage
Avatar #757205
Majo
am Montag, 31. Dezember 2018, 18:42

Klar unterdiagnostiziert ?

Bin Mutter von 2 Söhnen mit AD(H)S Diagnose. Zudem hatte ich in meinem Berufspraktikum 1990 zur Erzieherin mein erstes ADHS-Kind in Betreuung. Damals war der Schwerpunkt der Therapie ja noch die Vermeidung von Phosphaten in der Ernährung. Wenn ich mitverfolge, wieviele ehemalige Kindergartenkinder heute eine AD(H)S-Diagnose erhalten, oftmals in Zusammenhang mit Legasthenie stellen sich bei mir sehr viele Fragen. Aus der Erfahrung mit meinen Kindern hat die Medikation mit Ritalin nicht viel gebracht. Beim Großen hatten wir nach Ritalin aufgrund des starken Rebounds auch
Concerta und Elvanse. Alle 3 brachten fast keine potitiven Veränderungen mit sich. Als er über einen längeren Zeitraum erhöhte Leberwerte hatte, verabreichte ich kein Ritalin mehr. In mehreren Foren in denen ich nach alternativen Möglichkeiten suchte fand ich ähnliche Erfahrungen. Ich empfinde das
Ganze eher so: Die Pharmaindustrie verdient sich eine goldene Nase, Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit oder Einschlafprobleme werden meiner Meinung nach heruntergespielt und stehen für mich in keinem ausgewogenen Nutzen-Risiko-Verhältnis mehr. Ich kann mich noch sehr gut an eine Mutter eines Mitschülers erinnern, die die Möglichkeit hatte, ihren Sohn privatmedizinisch zu begleiten. Er bekam Neurofeedback und Ritalin. Neurofeedback damals noch sehr umstritten, heute ist es auf einmal Bestandteil der Therapie. Schon alleine aufgrund des Selbstwirksamkeitsprinzips halte ich diese Methode für extrem wichtig. Wie mag es wohl Kindern ergehen, die schon mit 6 Jahren zur Diagnostik in einer Psychotherapeutischen Praxis vorgestellt werden ? Schon Kinder mit "nur" Legasthenie finden das schrecklich. Für mich gehört auch die Diagnostik in den Bereich der Lerntherapie. Klingt schon mal viel angenehmer, auch zur Diagnostik. Sorry, aber für mich ist die Schulmedizin eh immer hinten dran. Es ist doch die Privatmedizin, z.B. Mitochondriale und orthomolekulare Medihzin, die die wichtigen
Impulse für die Weiterentwicklung bringt oder ? Vielleicht bin ich auch nur deshalb so kritisch mit der Schulmedizin, da meine Mutter nach der Fehl-Diagnose Parkinson durch Suizid verstarb. Meine Kinder waren da gerade 3 und 0,5 Jahre alt. Oft frage ich mich, ob die ADS Diagnosen bei meinen Kindern "richtig" sind. Mir reichen die Beobachtungs-Fragebögen (klar auch Fremdbeobachtung) nicht aus. War als Kind selbst ein totales Träumerchen, habe auch das Problem zu viele und zu schnelle Gedanken zu haben. Aber 2 ADS- Testungen ergaben nichts dergleichen. Es wird höchste Zeit, dass die Diagnosestellung in der Neurologie und Psychatrie endlich physiologisch nachweisbar erfolgt. Bei Legasthenie soll das heute ja schon durch einen Gehirnscan möglich sein. Warum ist es dann im Jahre 2018 noch nicht möglich. Ich streite nicht ab, dass es hyperaktive und sensible Träumerchen gibt, aber für mich sind es eher Wesensarten mit den damit verbundenen Schwierigkeiten, die in einer schnelllebigen, leistungsorientierten Gesellschaft garantiert nicht weniger werden. Da müsste ganz anders angesetzt werden. Jede Kindergartengruppe müsste heute Integrationsgruppe sein (von Inklusion will ich gar nicht sprechen, da wir ja noch nicht einmal die Integration schaffen). Ebenso müsste es an jeder Regelschule Integrationsklassen geben, wo die Kinder besonders im Bereich Deutsch und Mathe an der ADHS Kinder (diagnostiziert oder nicht) mit entsprechenden sichtbaren Schwierigkeiten in Deutsch und Mathe von Anfang an einen zusätzlichen oder parallelen Förderunterricht erhalten. Schön, dass es immer mehr junge Lehrkräfte an Regelschulen gibt, die entsprechende Fortbildungen besuchen und denen Schwierigkeiten frühzeitig auffallen. Bei meinen Kindern war es noch immer ich, die stets auf die Lehrer zugegangen ist, nachgehakt hat und sich viel zu lange mit einem "mehr üben" abspeisen ließ. Wie das bei Kindern, die schon in einer totalen Frustspirale sind, funktionieren soll, konnte mir dann leider keine sagen. Viel Hoffnung hatte mir die Augenhintergrundforschung zur Diagnostik von ADHS bereitet, aber leider verlief die wohl im Sand oder wurde nicht genügend finanziell unterstützt (?). Schade. Das Thema ADHS wird wie alle neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, die nicht physiologisch nachweisbar sind unsere Gesellschaft weiterhin spalten. Und damit ist den Kindern mit ihrem eh schon schwachen Selbstwertgefühl sowie ihren Familien nicht geholfen. Ich hoffe, die nahe Zukunft wird aufgrund der Forschung im mitochondrialen Bereich endlich den ersehnten Durchbruch bringen. Wenn Ritalin und Co. helfen, schön. Aber auch die vielen, bei denen es nicht hilft, haben eine Lösung verdient und auch die Übernahme der Kosten für entsprechende alternative Medikamente, bei denen viel zu vielen meiner Anischt nach gar keine Chance gegeben wird. Noch immer gibt es keinen ernsthaften Beweis für die ADHS-Therorie und die Wirksamkeit von Ritalin, da der Placeboeffekt meiner Meinung nach nicht unterschätzt werden darf. Es gibt viele, die Ritalin über Jahre hinweg einnehmen, aber weder Wirkung noch Nebenwirkungen verspüren. Mein jüngerer Sohn ist einer davon. Da die Medikation sowie die Legasthenietherapie fast gleichzeitig begannen, können er und ich nicht sagen, was mehr geholfen hat.
Avatar #749369
Ambush
am Montag, 25. Juni 2018, 19:08

Immer nach klar unterdiagnostiziert



Ich sehe das so: mit ADHS in der Psychiatrie verhält es sich so wie mit der Nutzung von Pornoseiten im Internet. Beides ist der große, blaue Elefant mitten im Raum , den irgendwo jeder sieht bzw. dessen Präsenz fühlt, aber keiner redet darüber und will was damit zu tun haben.

Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.

Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:”…Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner…”…das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als “ADHS-Gegner”…die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der “konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2016) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen.
Und das ADHS eben nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr verschwindet, sondern bis zum Lebensende besteht, sieht man z.B. am Medicus-Autor Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/803168/medicus-autor-noah-gordon-wird-90-jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Triloge, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “


Außerdem findet sich die bisher älteste bekannte kulturhistorische Schilderung von ADHS nicht erst im Struwwelpeter von 1844, sondern bereits um 250 v. Chr. in einer Ode von Herondas . Dort klagt eine Mutter über einen Jungen, der ihr den letzten Nerv raubt, nicht richtig lesen kann, die Tafel mehr verkratzt, als schön darauf zu schreiben, keine Hausaufgaben macht, mühsam Gelerntes schnell wieder vergisst, überall herumturnt, ständig irgendwelchen Blödsinn macht und falsche Freunde hat.

ADHS gibt und gab es seit Anbeginn der Menschheit, und auch schon zuvor, bei Tieren, gab und gibt es Äquivalente von ADHS – so z.B. den Zappelhund, der nur Gassi gehen kann, wenn er das Ritalin vom Herrchen frisst und spezielle “Persönlichkeiten” bzw. “Typen” bei Schimpansen . In der ADHS-Forschung wird auch sehr viel am Tier-Modell geforscht.

Das die komplexe Realität etwas simplifizierende Modell der Jäger und Sammler in einer Gesellschaft von sesshaften Bauern, auch damit wird ADHS beschrieben.

zum auch wieder bei Psychiatern quantitativ massiv unterschätzten Thema ADHS bei Frauen (die Patientinnen werden dann beim Psychiater vorstellig mit Borderline, Essstörungen, Depressionen und “Burnout”, nach dem zu Grunde liegenden ADHS wird meist nicht einmal sondiert) hier:

http://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs

Man sollte dazu vielleicht noch sagen, dass man das Thema ADHS nur dann wirklich zu 100% verstehen kann, wenn man es mehr oder weniger selbst hat. Nicht umsonst sind die meisten der weltweit führenden Wissenschaftler zu ADHS Blutsverwandte von ADHS-Betroffenen oder subklinisch oder leichtgradig manifest selbst von ADHS betroffen.


Mit gemischten Gefühlen muss man dagegen betrachten die Entwicklung des Attributs ADHS als Hipster- und Lifestyle-Thema. Die Dunkelziffer der Prominenten mit ADHS dürfte gigantisch sein, auch in Deutschland (zu Prominenten mit ADHS hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_Pers%C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS )

ADHS wird mehr und mehr gebraucht eben als Hipster und Coolness-Attribut , das wird aber dem Leidensdruck und dem Krankheitswert von ADHS bei der Mehrheit der Fälle nicht gerecht , nichts desto trotz hat z.B. Hollywood in entsprechenden Kreisen schon den Beinamen ADHD City


Ein Vorwurf, der sich in weiten Kreisen leider immer noch hält, ist, ADHS sein eine westliche Wohlstandskrankheit im verweichlichten 21. Jahrhundert, dazu empfehle ich diese BBC-Dokumentation über ADHS in Ägypten:

https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg

nebenbei ist ADHS im arabischen Raum alles andere als selten:
http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html

in der Türkei genau so wenig:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410
( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”)

ADHS ist also keineswegs ein westliches Wohlstandsproblem…

oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-million-thai-children-suffer-adhd/ etc. etc.

Avatar #749369
Ambush
am Montag, 25. Juni 2018, 19:03

Evolutionäre Anthropologie der ADHS



Man muss dazu noch sagen, dass bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und einer Persistenz von zumindest einer Restsymptomatik in in Wahrheit 100% der Fälle die Prävalenz von ADHS in Deutschland bis zu 10% der Bevölkerung beträgt.

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus etc. ist es ähnlich.

Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html

Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.

Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 18. Juni 2018, 22:21

@Schildkröte: Gut formuliert

Die Verteufelung der Stimulanzienbehandlung bei ADHS führt zu einer jahrelangen Quälerei von Kindern und Jugendlichen mit wirkungsloser Psycho- und Ergotherapie, zerstörten Biografien ohne Schul- und Berufsabschlüsse,Suchtkarrieren, gescheiterte Familien... die Freude und gleichzeitige Trauer in den Augen Erwachsener Betroffener: Freude über erstmals im Leben problemlos im ersten Anlauf bestandene Prüfungen und Trauer über das verlorene Leben vor dem magischen Medikament
Avatar #104572
Schildkroete
am Montag, 18. Juni 2018, 20:53

Leidtragenden sind die Betroffenen

Da es immer weniger Ärzte gibt, kein Nachschub, trotz extrem hoher Anzahl von Medizinstudenten und Wartelisten auf entsprechendes Studium, wird auch kein weiterer Anstieg zu erwarten, sondern sogar rückläufig, sein. Wie erfreulich für die Kritiker. Richtig betrachtet: Katastrophal für die Betroffenen.

Denn die Wartelisten sind lang, werden nicht kürzer.

Kinder, die dann mit Mitteln wie atypische Neuroleptika behandelt werden oder sogar in "Wohngruppen" vermehrt landen. All das, was lange Zeit ziemlich gut ausgehebelt war.

Es krankt an der Bezahlung der Ärzte, was die Behandlung der ADHS angeht. Daran, was die Wenigsten tatsächlich wissen und Ärzte mit einem Pauschalbetrag abgespeist werden, der ein Witz ist. Da lohnt sich monatlich noch nicht mal die Rezeptausstellung oder das mit viel Glück 15-minütige Gespräch dafür.
LNS

Nachrichten zum Thema

12. März 2019
Berlin – Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland verordnen Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) seltener Psychostimulanzien wie Methylphenidat. Das
Vertragsärzte verordnen weniger Psychostimulanzien bei ADHS
7. März 2019
Frankfurt am Main – Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verursacht hohe Krankheitskosten. Das geht aus einer Studie des Universitätsklinikums Frankfurt hervor. Demnach sind die
ADHS verursacht hohe Krankheitskosten
27. Februar 2019
Turku – Der Nachweis von Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin, im Blut von Schwangeren war in einer Fall-Kontroll-Studie in Pediatrics (2019; doi: 10.1542/peds.2018-3144) dosisabhängig mit einer
Rauchen in der Schwangerschaft erhöht ADHS-Risiko der Kinder
7. Januar 2019
Aarhus/Dänemark – Das als teratogen eingestufte Antikonvulsivum Valproinsäure erhöht offenbar auch das Risiko auf die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS), wie eine
Valproinsäure in der Schwangerschaft kann ADHS beim Kind auslösen
12. Dezember 2018
Sacramento – Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) treten familiär gehäuft auf. Eine Studie in JAMA Pediatrics (2018; doi:
Jüngere Geschwister erkranken häufiger an ADHS oder Autismus
10. Dezember 2018
Celle – Ein an der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leidender 31-Jähriger ist mit seiner Klage vor Gericht gescheitert, seine Erkrankung mit Cannabis behandeln zu wollen. Das
Kein Cannabis auf Rezept für ADHS-Patienten
30. November 2018
Boston – Wird bei einigen Kindern die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nur deshalb gestellt, weil sie im falschen Monat geboren wurden? Eine Studie im New England
LNS
NEWSLETTER