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Human Brain Project geht in die neue Projektphase

Dienstag, 19. Juni 2018

Brüssel – Die Europäische Kommission hat 88 Millionen Euro für die nächste Projektphase bis März 2020 des sogenannten Human Brain Projects bereitgestellt. Dieses ist eines der größten neurowissenschaftlichen Projekte weltweit und verbindet die Arbeit von über 500 Forschern in 19 EU-Mitgliedsstaaten. Es wurde 2013 als eines von zwei sogenannten Flagship-Projekten des Future-&-Emerging-Technologies-(FET-)Programms der Europäischen Kommission gestartet. 

Im Mittelpunkt steht jetzt der Aufbau einer Hightech-Forschungsinfrastruktur für die Neurowissenschaften, um der Komplexität des Gehirns begegnen zu können. Sie besteht heute aus sechs Technologieplattformen, darunter eine Neuroinformatik­plattform mit digitalen Werkzeugen für Datenanalyse, eine Simulationsplattform, ein Netzwerk von Supercomputingzentren in ganz Europa sowie neuartige neuromorphe Computer- und Neurorobotiksysteme. Diese werden in enger Zusammenarbeit mit experimentell und theoretisch arbeitenden Neurowissenschaftlern entworfen und von diesen genutzt.

Die Zusammenführung von Neurowissenschaft und digitaler Infrastruktur betreffe eines der größten Probleme der heutigen Hirnforschung, erläuterte Katrin Amunts. Die Leiterin des Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich und des C.u.O.-Instituts für Hirnforschung am Universitätsklinikum Düsseldorf sitzt seit 2016 dem zentralen wissenschaftlichen Lenkungsgremiums des Projekts vor. Daneben leitet sie den Teilbereich „Human Brain Organisation“. 

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Laut Amunts hat die Komplexität des Gehirns in der Wissenschaft zu sehr engen Spezialisierungen und „einer gewissen Fragmentierung“ der Hirnforschung geführt. „Riesige Datenmengen werden produziert, aber die Integration in ein zusammen­hängendes Bild des Gehirns wird dabei immer schwieriger“, so Amunts.

Die neue Infrastruktur des Human Brain Projects ermögliche Forschern die Kombina­tion und Integration umfangreicher und unterschiedlicher Daten, um zusammen­hängende mehrstufige Modelle zu entwickeln, sie in Simulationen zu testen und als Basis für neue Experimente zu nutzen. „Damit wird eine neue Zugangsweise für das Verständnis der Gehirnfunktion in der Grundlagenforschung ebenso wie klinische Forschung zum Verständnis von Erkrankungen des Gehirns und neuen Therapie­ansätzen geschaffen“, betonte die Wissenschaftlerin.

Auch die Technologieentwicklung profitiere von dem Projekt: An der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und Informatik treibe es die Entwicklung neuartiger stärker biologisch inspirierter Künstliche-Intelligenz-Systeme und innovativer Konzepte für Höchstleistungsrechner voran. © hil/aerzteblatt.de

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