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Ärzteschaft

Berufsverband fordert neue Bedarfsplanung für Pädiater

Dienstag, 19. Juni 2018

/dpa

Köln – Eine neue flexiblere Bedarfsplanung für Pädiater fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Eltern, die keinen Kinder- und Jugendarzt mehr für ihr Kind finden oder die monatelang auf einen Untersuchungstermin warten müssen – längst keine Seltenheit mehr auf dem Land und auch in Städten. In Deutschland herrscht inzwischen deutlich spürbar ein Kinder- und Jugendärztemangel“, hieß es aus dem Verband.

Anforderungen werden immer umfangreicher

2016 wurden laut dem BVKJ 776.883 Kinder in Deutschland geboren, 18,7 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Vor allem in den großen Städten steigen die Geburtenraten stark. „Krankheiten, die früher in der Kinderklinik behandelt wurden, werden heute ambulant behandelt. Wir versorgen immer mehr chronisch kranke Kinder und Jugendliche und eine wachsende Zahl von Patienten mit sozial bedingten Entwicklungsstörungen. Auch das System der Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen wird immer umfangreicher.

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Die Zahl der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte hat mit diesen Entwicklungen nicht Schritt gehalten – ein Fehler der starren Bedarfs­planung“, sagte der BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. Ein weiteres Problem sei die Überalterung des Berufsstandes. „Derzeit verabschiedet sich ein großer Teil unserer Kollegen in den Ruhestand und in den nächsten fünf Jahren werden noch einmal ein Viertel aller Kinder- und Jugendärzte in Rente gehen. Wo sich überhaupt noch Nachfolger finden, sind diese nicht mehr bereit, 60 Wochenstunden und mehr zu arbeiten“, so Fischbach.

Die Gegenmaßnahmen müssen laut dem BVKJ schon in Studium und Weiterbildung ansetzen. „Wir brauchen wie bei den Allgemeinärzten die finanzielle Förderung der Weiterbildung in den ambulanten Kinder- und Jugendarztpraxen“, sagte der BVKJ-Präsident. Wichtig sei dann insbesondere eine flexiblere Bedarfsplanung. „Wo es zu wenige Kassensitze gibt, müssen mit neuen Budgets neue Sitze geschaffen werden“, so der Verbandsvorsitzende.

Budgetierung abschaffen

Wichtig sei außerdem, die starren Budgetgrenzen aufzuheben. Ärzte, die bereit seien, mehr zu arbeiten, müssten dafür auch entsprechende Honorare erhalten. „Wir brauchen außerdem mehr Freiheit, Ärzte in unseren Praxen anstellen zu können, und die Mehrarbeit durch mehr neue Vorsorgen und Impfungen muss ebenfalls entsprechend vergütet werden“, hieß es aus dem BVKJ. 

„Wenn sich ab morgen in Düsseldorf die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder in Düsseldorf treffen, muss das Thema ‚Kinder- und Jugendärztemangel‘ ganz oben auf die Agenda! Viel zu lange hat die Politik untätig zugeschaut, wie immer weniger Kinder- und Jugendärzte immer mehr Kinder und Jugendliche versorgen“, so Fischbachs Appell. © hil/aerzteblatt.de

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