NewsÄrzteschaftVerbände schlagen Ablauf für stationsäquivalente psychiatrische Behandlung vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Verbände schlagen Ablauf für stationsäquivalente psychiatrische Behandlung vor

Mittwoch, 20. Juni 2018

/terovesalainen, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat zusammen mit 19 weiteren Fachgesellschaften und Verbänden ein Eckpunktepapier zur stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung (StäB) veröffentlicht. Es soll als Hilfestellung für den Behandlungsalltag dienen und die Zusammenarbeit von ambulant und stationär arbeitenden Ärzten fördern. „Dabei steht der betroffene Mensch mit seinem individuellen Behandlungsbedarf und seinem familiären und sozialen Umfeld im Mittelpunkt“, hieß es aus der DGPPN.

Krankenhäuser haben seit Anfang dieses Jahres die Möglichkeit, psychiatrische Patienten in ihrem Lebensumfeld zu betreuen. So regelt es das fünfte Sozialgesetzbuch in Paragraf 115d. „Psychiatrische Krankenhäuser mit regionaler Versorgungsverpflich­tung sowie Allgemeinkrankenhäuser mit selbstständigen, fachärztlich geleiteten psychiatrischen Abteilungen mit regionaler Versorgungsverpflichtung können in medizinisch geeigneten Fällen, wenn eine Indikation für eine stationäre psychiatrische Behandlung vorliegt, anstelle einer vollstationären Behandlung eine stations­äquiva­lente psychiatrische Behandlung im häuslichen Umfeld erbringen“, heißt es dort.

Anzeige

Die Verbände halten in dem Eckpunktepapier fest:

  • Die Wirksamkeit von Behandlungsformen im Lebensumfeld ist international ausreichend belegt. Stationäre Behandlungszeiten können damit reduziert und Behandlungsbereitschaft und Patientenzufriedenheit erhöht werden.
  • Kliniken haben nun die Möglichkeit, anstelle der vollstationären Behandlung die stationsäquivalente Behandlung im Lebensumfeld zu erbringen.
  • Bisher erschwerten Schwellen zwischen den Sektoren eine nahtlose Weiterbehandlung eines Patienten bei Änderung des Behandlungssettings.
  • Erfolgt bei der Umsetzung von StäB eine Orientierung ausschließlich am Behandlungs­bedarf des Patienten, können Versorgungsstrukturen sowohl aus dem stationären als auch aus dem ambulanten Sektor zum Einsatz kommen.
  • Diese Funktionen werden anhand der Bereiche „Aufnahmemanagement“, „Berücksichti- gung des Umfelds“, „Diagnostik“, „Therapie“ sowie „Planung und Vorbereitung weiterführender Behandlungs-, Rehabilitations- und Teilhabeleistungen“ beschrieben.
  • Die Möglichkeiten aufsuchender Behandlung und Betreuung im Lebensumfeld in Kooperation mit den verschiedenen Sektoren müssen so definiert sein, dass durch StäB keine Doppelstrukturen entstehen, sondern die neuen Möglichkeiten effektiv genutzt werden können.
  • Darüber hinaus gilt es, die StäB weiterzuentwickeln, sodass bei der Planung und Steuerung der Einbezug aller an der Versorgung Beteiligter gewährleistet ist.

„Wir sehen in der stationsäquivalenten Behandlung eine große Chance, für eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit insbesondere schweren psychischen Erkrankungen“, kommentierte der Präsident der DGPPN, Arno Deister, die neue gesetzliche Regelung. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. Juni 2019
Berlin – Das Gesetz zur Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung sollte eigentlich noch vor der Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden. Für übermorgen standen die zweite und dritte Lesung auf der
Große Koalition verschiebt Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung
7. Juni 2019
Berlin – Verschiedene medizinische Fachgesellschaften, Klinik- und Berufsverbände sowie Selbsthilfeorganisationen sehen die flächendeckende Krankenhausversorgung in Psychiatrie und Psychosomatik
Personalmindestvorgaben statt Personaluntergrenzen
6. Juni 2019
Berlin – Rund 44 Jahre nach der Psychiatrie-Enquete fehlt es Experten zufolge in erster Linie an einem gesetzlich verbindlich geregelten Umsetzungsplan der Beschlüsse von damals für eine bessere
Friedrich-Ebert-Stiftung fordert Verbindlichkeit in der Umsetzung der Psychiatrie-Enquete
24. Mai 2019
Mainz – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz hat die Forderung der Allianz Deutscher Ärzteverbände nach einer eigenen KV für Psychotherapeuten zurückgewiesen. Das Gesetz zur Reform der
Forderung nach Psychotherapeuten-KV stößt auf Kritik
20. Mai 2019
Berlin – Bei einer Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung, wie sie die Politik im Augenblick betreibt, entsteht ein eigener Heilberuf, der nicht mehr in die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen)
Ärzteverbände sehen Psychotherapeuten in eigener KV
16. Mai 2019
Berlin – Sachverständige haben die Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung bei einer gestrigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags überwiegend positiv beurteilt. Die wichtigsten Forderungen
Sachverständige für Nachbesserungen bei Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung
14. Mai 2019
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat sich erfreut darüber gezeigt, dass die Bundesregierung auf Kritik der Ärzte reagiert und die Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung verändert hat. Die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER