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Ärzteschaft

Diabetologen befürchten Versorgungsengpässe wegen Ärztemangel

Mittwoch, 20. Juni 2018

/Gina Sanders, stock.adobe.com

Berlin – In Deutschland sind immer mehr Menschen zuckerkrank. Laut der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) steigt daher auch der Bedarf an gut ausgebildeten Diabetologen – auch um die gravierenden Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Durchblutungs­störungen oder Erblinden möglichst zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Aber immer mehr erfahrene Diabetologen erreichen laut den Fachgesellschaften in den nächsten Jahren die Altersgrenze, daher drohe bereits in naher Zukunft eine massive Versorgungslücke.

„Wenn wir jetzt nicht umgehend aktiv werden und die Ausbildung von Diabetologen massiv fördern, können bald nicht mehr alle Diabetespatienten angemessen versorgt werden“, warnt Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG. Er sieht strukturelle Gründe für den Nachwuchsmangel: „Die Diabetologie ist im Medizinstudium beziehungsweise in der ärztlichen Ausbildung nicht ausreichend verankert“, kritisiert Gallwitz, der als stellvertretender Direktor an der Medizinischen Klinik IV am Universitätsklinikum Tübingen tätig ist. Zudem sinke die Zahl klinischer Lehrstühle für Diabetologie und Stoffwechsel an den deutschen Universitäten. Das Fach sei nur noch an acht medizi­nischen Fakultäten vertreten. „Es ist richtig, dass die angewandte Diabetologie sich weitgehend in den ambulanten Bereich verlagert hat. Aber ohne Experten, die an den Universitätskliniken Diabetologie lehren, wird es auch immer weniger junge Ärzte geben, die sich für eine Karriere in der Diabetologie entscheiden“, so Gallwitz. 

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Das Ziel müsse sein, den diabetologischen Nachwuchs bereits in frühen Ausbildungs­stadien – also in Blockpraktika, Famulaturen und dem Praktischen Jahr – für das Fach Diabetologie und die sprechende Medizin insgesamt zu begeistern. Laut Gallwitz ist das dort erworbene Wissen nicht nur für künftige Endokrinologen und Diabetologen wichtig: „Die interdisziplinären und interprofessionellen Aspekte der Diabetologie helfen, wichtige ärztliche Handlungskompetenzen zu vermitteln“, betont er. © hil/aerzteblatt.de

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