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Medizin

Studie: Jodmangel führt zu Hörstörungen

Donnerstag, 21. Juni 2018

/Zerbor, stockadobecom

Atlanta – US-Teenager mit niedrigen Jodkonzentrationen im Urin hatten in einer US-Querschnittstudie 5-mal häufiger einen Hörverlust in den Sprachfrequenzen als Jugendliche mit einer ausreichenden Versorgung. Dies kam in einer Studie der Centers for Disease Control and Prevention in JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery (2018; doi: 10.1001/jamaoto.2018.0651) heraus.

Es ist bekannt, dass Schilddrüsenhormone für die fetale und neonatale Entwicklung des Hörorgans benötigt werden. Tierversuche haben gezeigt, dass ein Hormonmangel die Hörschwelle erhöht, und Menschen mit angeborener oder erworbener Hypo­thyreose leiden häufig unter einer Schwerhörigkeit. Da Jod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt wird, könnte sich auch ein Jodmangel ungünstig auswirken.

Ein Team um Franco Scinicariello von der Agency for Toxic Substances and Disease Registry der CDC in Atlanta hat den Zusammenhang jetzt an den Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) überprüft, die von der US-Statistikbehörde regelmäßig zur Erfassung des Gesundheitszustands der Bevölkerung durchgeführt wird. Bei der Stichprobe von 2007 bis 2010 war bei 1.198 Teenagern (12 bis 19 Jahre) ein Audiogramm angefertigt worden. Insgesamt 7,7 % der Jugendlichen hatten ein Defizit von mindestens 15 Dezibel in den Frequenzen zwischen 0,5 und 4 Kilohertz, die für das Verständnis gesprochener Sprache wichtig sind.

Diese Defizite waren bei den Jugendlichen mit einer Jodkonzentration von unter 100 µg/l im Urin mehr als doppelt so häufig wie bei Jugendlichen mit einer höheren Jodausscheidung (Odds Ratio 2,10; 95-%-Konfidenzintervall 1,04–4,26). Bei Kindern mit einer Jodkonzentration von unter 50 µg/l im Urin war das Risiko auf Hörstörungen im Sprachbereich sogar mehr als 5-fach erhöht (Odds Ratio 5,52; 1,94–15,68). In den höheren Frequenzen hatte die Jodversorgung dagegen keinen Einfluss auf das Hörvermögen.

Eine Schwerhörigkeit im Sprachbereich gefährdet die schulischen Leistungen der Kinder und fördert die Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten. Hörstörungen infolge einer Unterversorgung mit Jod könnten deshalb schwerwiegende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben. © rme/aerzteblatt.de

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