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KV Westfalen-Lippe unterstützt Pläne für eine Stärkung der Ärztenetze

Freitag, 22. Juni 2018

/dpa

Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe hat die Forderung der 91. Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder (GMK) begrüßt, die Rolle der Praxisnetze stärken. „Bei uns in Westfalen-Lippe haben sich die Arztnetze als Multiplikatoren guter Ideen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung bewährt“, sagte Thomas Müller aus dem KV-Vorstand „Die inzwischen 21 anerkannten Netze in unserem Landesteil arbeiten sehr effektiv und schließen so regionale Lücken in der Versorgung“, betonte er.

„Kooperation und Zusammenarbeit werden zukünftig gerade bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf dem Land eine wichtige Rolle spielen. Die Kooperation der Ärzteschaft kann Versorgungslücken schließen und nachhaltig die multiprofessio­nelle Vernetzung der Gesundheitsversorgung sichern. Die GMK beabsichtigt daher, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung durch eine rechtliche Stärkung der Ärztenetze zu verbessern“, hieß es gestern aus der GMK. 

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Die Ländergesundheitsminister haben das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium dazu in einem Beschluss aufgefordert, die Rahmenbedingungen für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung durch eine Stärkung der Arztnetze zu verbessern. „Insbesondere sollte es Praxisnetzen – vor allem solchen, die in unterversorgten Gebieten tätig sind und die von einer Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt worden sind – ermöglicht werden, Arztsitze zu erwerben sowie Ärzte oder anderes medizinisches Personal anzustellen“, heißt es in dem Beschluss der 16 Landesgesundheitsminister.

Die Möglichkeit, zunächst als angestellter Arzt in einem Praxisnetz die Arbeit in der ambulanten Versorgung kennenlernen zu können, ist laut Müller insbesondere für den Ärztenachwuchs eine attraktive Option. „Wir wissen aus vielen Gesprächen mit jungen Medizinern, dass sie einerseits nicht als Einzelkämpfer in die Niederlassung starten wollen und anderseits das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis oft überschätzen“, sagte er. Er könne sich deshalb sehr gut vorstellen, „dass so mancher angestellter Arzt nach zwei bis drei Jahren den Arztsitz vom Praxisnetz übernimmt, wenn er erst einmal entsprechende Erfahrungen in der Versorgung gesammelt hat“.

Auch die von den Ge­sund­heits­mi­nis­tern angeregte Anstellung von medizinischen Personal durch die Praxisnetze, ist laut Müller ein wichtiger Aspekt: „Die Ausbildung und Anstellung einer entlastenden Versorgungsassistentin, der sogenannten EVA, ist mit hohen Kosten verbunden. Die Zuständigkeit einer EVA für mehrere Praxen – wie bei einem Praxisnetz – erscheint daher auch wirtschaftlich effektiver“, betonte er.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) signalisierte gestern beim Abschluss der GMK Zustimmung zu der Forderung der Länderminister. © hil/aerzteblatt.de

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