NewsÄrzteschaftNeuer Bereitschaftsdienst in Bayern zu 80 Prozent umgesetzt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neuer Bereitschaftsdienst in Bayern zu 80 Prozent umgesetzt

Freitag, 22. Juni 2018

/dpa

München – In vier von fünf Regionen Bayerns gilt mittlerweile die neue Systematik für den Bereitschaftsdienst mit zentral gelegenen Bereitschaftspraxen sowie einem separaten Fahrdienst. Das berichtete der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns, Wolfgang Krombholz, auf einer Ver­tre­ter­ver­samm­lung in dieser Woche. Über 1.000 sogenannte Poolärzte stünden zur Verfügung, die sich freiwillig gemeldet haben, um Dienste zu übernehmen. Mit der „Wunschdienstplanung“ habe die KV außerdem eine Möglichkeit geschaffen, damit sich jeder niedergelassene Arzt einen akzeptablen Zeitraum für die Dienste heraussuchen könne. „Unser Ziel: Die Teilnahme am Bereitschaftsdienst soll eines Tages auf Freiwilligkeit basieren“, so Krombholz.

Der KV-Vorsitzende ging außerdem unter anderem auf die förderungswürdigen Leis­tungen im hausärztlichen Versorgungsbereich in Bayern ein, die von der Betreuung von neu diagnostizierten Diabetikern bis zur Behandlung chronischer Wunden reichten. Das Volumen aller förderungswürdigen Leistungen liege in Bayern im Jahr 2018 bei 31 Millionen Euro, betonte er.

Anzeige

Der erste stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Pedro Schmelz erläuterte in der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, dass darin auch neue förderungswürdige Leistungen im fachärztlichen Bereich enthalten seien. Die bislang im fachärztlichen Bereich bereits geförderten Leistungen blieben erhalten, hinzu kämen 14 neue Leistungen. Wie Schmelz weiterhin darlegte, gab es im Jahr 2017 rund 32 Millionen Behandlungsfälle in den fachärztlichen Praxen in Bayern. Das überwiegende Gros davon konnte dank vorausschauender Planung ohne eine Fallzahlzuwachsbegrenzung voll ausgezahlt werden. „Unser großes Ziel bleibt jedoch die Aufhebung der Budgetierung. Aber dies ist ein steiniger Weg“, so Schmelz.

Er ging außerdem ausführlich auf die Schwierigkeiten beim Aufbau der Telematik­infrastruktur (TI) ein, denn nach wie vor existiere noch keinen echten Markt auf der Seite der TI-Anbieter. „Für dieses Marktversagen kann und darf die Politik nicht die Ärzteschaft verantwortlich machen“, erklärte Schmelz und forderte eine stärkere Berücksichtigung der Versorgungsrealitäten bei allen politischen Planungen.

Die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV, Claudia Ritter-Rupp, zeigte sich erleichtert, dass die auch von der KV geäußerte Kritik am Entwurf eines Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes erfolgreich gewesen sei. Mittlerweile habe die Staatsregierung das geplante Gesetz an vielen Stellen nachgebessert, erläuterte sie.

Ritter-Rupp zog auch ein erstes Fazit der vor einem Jahr eingeführten Psychotherapie-Reform. In Folge der Reform sei zwar die Wartezeit auf ein Erstgespräch gesunken, nicht jedoch die Wartezeit auf einen Richtlinien-Psychotherapieplatz. Ritter-Rupp kritisierte in diesem Zusammenhang die Forderung der Bundespsychotherapeuten­kammer, 7.000 neue Zulassungen für Psychotherapeuten zu schafen. Zwar sei die Bedarfsplanung im psychotherapeutischen Bereich unzureichend, dies könne jedoch nicht damit geheilt werden, dass man mit „überzogenen Zahlen“ an die Öffentlichkeit gehe. „Statt Energie in die Verfolgung von Partikularinteressen zu investieren, sollten wir besser unsere Ressourcen bündeln für eine gemeinsame Strategie, die auf Glaubwürdigkeit basiert“, erklärte die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Januar 2020
Dortmund – Karl-Josef Laumann (CDU) zieht bei der Neuordnung der Notfallversorgung in Nordrhein-Westfalen (NRW) das Tempo an. Nach dem Willen des Landesgesundheitsministers sollen möglichst viele der
Laumann zieht bei Errichtung von Portalpraxen das Tempo an
21. Januar 2020
Dresden – Mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ambulante, stationäre Versorgung und Rettungsdienst zu einem einheitlichen System
KV Sachsen plant neue Bereitschaftspraxen
17. Januar 2020
Berlin – Die geplante Reform der Notfallversorgung sorgt weiter für Kontroversen. Insbesondere Krankenhausträger und Verbände lehnen die Pläne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ab.
Debatte um Reform der Notfallversorgung reißt nicht ab
14. Januar 2020
Berlin – Die Pläne zur Reform der Notfallversorgung kommen bei den Notfallmedizinern nicht gut an. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche
Weiter Diskussion um Reform der Notfallversorgung
10. Januar 2020
Berlin – Nachdem die Aufgaben der ärztlichen Notrufnummer 116117 zum Jahresbeginn erweitert wurden, gab es in vielen Regionen massive Erreichbarkeitsprobleme. Vor diesem Hintergrund hat der
Nachbesserungen an Erreichbarkeit der 116117 angemahnt
9. Januar 2020
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) hat heute einen Referentenentwurf zur Reform der Notfallversorgung in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Ziel ist es, die
Lob und Kritik für Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung
6. Januar 2020
Hannover – Am Wochenende war die Telefonnummer 116117 in Niedersachsen überlastet. „Die Wartezeiten in der Telefonschleife lagen teilweise bei 30 Minuten. Zeitweise waren die Telefonleitungen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER