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Medizin

Adipositas könnte vor prämenopausalem Mammakarzinom bewahren

Montag, 25. Juni 2018

/Axel Kock, stock.adobe.com

London – Während Übergewicht und Adipositas nachweislich das Brustkrebsrisiko nach der Menopause erhöhen, scheinen sie bei jüngeren Frauen eher eine protektive Wirkung zu haben. Dies legt eine Studie in JAMA Oncology (2018; doi: 10.1001/jamaoncol.2018.1771) nahe.

Dass schlanke Frauen vor der Menopause ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben, war bereits in früheren Untersuchungen aufgefallen. Da das Mammakarzinom vor den Wechseljahren relativ selten ist – der Anteil liegt bei 20 % – waren die Zusammen­hänge nicht ganz sicher. Die internationale Premenopausal Breast Cancer Collaborative Group hat deshalb die Daten aus 19 prospektiven Kohorten aus Nordamerika (9), Europa (7), Asien (2) und Australien (1) zusammen ausgewertet. Die jetzt von Minouk Schoemaker vom Institute of Cancer Research in London vorgestellten Daten bestä­tigen: Übergewichtige oder adipöse Frauen erkranken vor der Menopause seltener an Brustkrebs.

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Der Einfluss war umso größer, je jünger die Frauen waren. Im Alter von 18 bis 24 Jahren nahm das Risiko auf ein prämenopausales Mammakarzinom pro 5 kg/m2 Anstieg des BMIs um 23 % ab (Hazard Ratio 0,77; 95-%-Konfidenzintervall 0,73-0,80). Frauen mit einem BMI von 35 kg/m2 oder höher hatten ein um den Faktor 4,2 niedrigeres Risiko als Frauen mit einem BMI von unter 17 kg/m2.

In der Altersgruppe der 45- bis 54-jährigen Frauen war ein um 5 kg/m2 höherer BMI nur noch mit einem um 12 % verminderten Risiko auf ein prämenopausales Mammakarzinom assoziiert (Hazard Ratio 0,88; 0,86-0,91).

Die Ergebnisse sollten junge Frauen nach Ansicht von Schoemaker nicht veranlassen, ein hohes Körpergewicht anzustreben, da die Risiken der Adipositas insgesamt überwiegen. Hinzu kommt, dass die Adipositas nach der Menopause ein wichtiger Risikofaktor für das Mammakarzinom ist. © rme/aerzteblatt.de

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