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Medizin

Krankheitsverlauf von Parkinson bei Frauen und Männern unterschiedlich

Dienstag, 26. Juni 2018

/Ocskay-Mark, stock.adobe.com

Lissabon – Die Parkinsonerkrankung verläuft bei Männern und Frauen unterschiedlich. Eine slowenische Arbeitsgruppe hat jetzt beim vierten Kongress der European Academy of Neurology Daten zu den neurophysiologischen Grundlagen dieser Unterschiede präsentiert. „Demografische Untersuchungen haben vielfach belegt, dass Männer fast doppelt so oft von einer Parkinson-Erkrankung betroffen sind wie Frauen. Unklar war jedoch, ob es auch eine geschlechtsspezifische Pathophysiologie gibt, sobald sich die ersten Symptome zeigen“, erläuterte die Wissenschaftlerin Maja Kojovic in Lissabon. 

Die internationale Arbeitsgruppe untersuchte 39 neu diagnostizierte, noch unbe­handelte Parkinsonpatienten (23 Männer, 16 Frauen) anhand der Unified Parkinson‘s Disease Rating Scale (UPDRS), einem umfassenden Beurteilungsinstrument für krankheitsbedingte Beeinträchtigungen bei Morbus Parkinson.

Input- und Outputkurve unterschiedlich

Anschließend haben die Forscher bei der Patientengruppe und einer gesunden Kontrollgruppe folgende Parameter per transkranieller Magnetstimulation (TMS) gemessen: motorische Reizschwelle des Gehirns, Input- und Outputkurve (IO), Kurzintervall-Intrakortikale Hemmung (SICI), kortikale Innervationsstille (CSP) und intrakortikale Fazilitation (ICF). Außerdem wurde die Plastizität des Gehirns mithilfe von gepaarter assoziativer Stimulation (PAS) gemessen.

Die UPDRS-Tests förderten keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern zutage. Bei den Patientinnen verlief allerdings die Input- und Outputkurve (IO) auf der stärker von Parkinson betroffenen Gehirnseite weniger steil als bei den Patienten. Die Frauen mit einer Parkinson Erkrankung wiesen auch eine besser erhaltene Kurzintervall-Intrakortikale Hemmung (SICI) auf als die Männer und tendierten auf der von den Krankheitssymptomen weniger betroffenen Seite zu einem besseren Response beim PAS-Protokoll.

Keine genderspezifischen Unterschiede fanden die Wissenschaftler bei der motorischen Reizschwelle des Gehirns, ebenso wenig bei der intrakortikalen Fazilitation und der kortikalen Innervationsstille. In der gesunden Kontrollgruppe zeigten sich bei keinem Parameter der transkraniellen Magnetstimulation Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

„Die geschlechtsspezifischen Unterschiede, die wir in diesen Messungen zeigen konnten, sind der Nachweis pathophysiologischer Unterschiede in einem frühen Stadium unbehandelter Parkinson-Erkrankung. Das Geschlecht könne sich auch als relevanter Faktor bei der Therapiewahl erweisen“, sagte Kojovic. © hil/aerzteblatt.de

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