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Politik

Demenzkranke sind Herausforderung für Kliniken in Niedersachsen

Dienstag, 26. Juni 2018

/Alexander Raths, stock.adobe.com

Hannover – Die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung stellt Niedersachsens Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine SPD-Anfrage hervor. „Demenzerkrankte reagieren im Krankenhaus oft mit Angst und Unruhe und versuchen, die Klinik zu verlassen“, schreibt die Landesregierung. Je nach Krankheitsstadium könnten Betroffene meist wenig über ihre Beschwerden und Wünsche sagen.

Dem Ministerium zufolge wurden 2016 in den niedersächsischen Krankenhäusern rund 75.000 Patienten mit der Diagnose Demenz behandelt. Damit lag bei 4,3 Prozent aller in jenem Jahr stationär behandelten Menschen eine Demenzdiagnose vor.

Nach Angaben der SPD haben Krankenhäuser wie Betroffene auf massive Probleme bei der Versorgung von Demenzerkrankten hingewiesen. Demnach kritisieren beide Seiten, dass das Personal nicht ausreichend geschult ist und Fachkräfte fehlen. Das Sozial­ministerium verweist in der Beantwortung der Anfrage darauf, dass viele Kranken­häuser Konzepte erarbeitet, Personal weitergebildet und etwa einen abgetrennten Behandlungsbereich eingerichtet haben. Es gebe Empfehlungen für den Umgang mit Demenzerkrankten als Aushang im Schwesternzimmer sowie eine Fortbildung für Demenzbeauftragte.

Schätzungen zufolge sind in Niedersachsen mehr als 152.000 Menschen über 65 Jahre von Demenz betroffen. Fachleute rechnen für das Bundesland mit etwa 30.000 Neuerkrankungen im Jahr. „Wir dürfen das Thema nicht aus dem Blick verlieren“, sagte die Sprecherin des Sozialministeriums, Naila Eid. Mit dem Alter steige die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken. Gesellschaft, Pflegedienste und Krankenhäuser müssten sich auf die Entwicklung einstellen. Die Landesregierung appelliere an alle beteiligten Akteure, das Thema ernst zu nehmen. © dpa/aerzteblatt.de

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