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Inhaftiert wegen Fehlgeburt: Salvadorianerin nach 18 Jahren Gefängnis frei

Dienstag, 26. Juni 2018

San Salvador – Nach 18 Jahren im Gefängnis ist eine Salvadorianerin, die nach einer Fehlgeburt wegen Mordes an ihrem Baby verurteilt wurde, vorzeitig freigelassen worden. Die 40-jährige Mariana López wurde gestern aus der Haftanstalt in Izalco westlich der Hauptstadt San Salvador entlassen, wie die Strafvollzugsbehörden des zentralamerikanischen Landes mitteilten. Vize-Justizminister Raúl López habe sie persönlich über ihre Freilassung informiert.

López wurde im Jahr 2000 nach einer Fehlgeburt wegen Mordes schuldig gesprochen und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Hintergrund ist das restriktive Abtreibungs­gesetz in El Salvador: Es verbietet jeden Schwangerschaftsabbruch, selbst wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung war. Abtreibungen können als Mord eingestuft und mit bis zu 50 Jahren Haft bestraft werden.

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Die Menschenrechtsorganisation Acdatee begrüßte López' Freilassung als „wichtigen Sieg für die Frauen, die von einem chauvinistischen, patriarchalen und frauenfeindlichen System zu Unrecht verurteilt wurden“.

López' Schicksal ist kein Einzellfall. Sie ist in diesem Jahr bereits die vierte Frau in El Salvador, die nach einer Verurteilung wegen einer angeblichen Abtreibung aus der Haft entlassen wurde. In der vergangenen Woche hatte ein salvadorianisches Gericht bereits die Freilassung von Elsi Rosales angeordnet, die nach dem Tod ihres neugeborenen Kindes wegen Abtreibung verurteilt wurde und seit August in Haft saß.

Im Februar war Teodora Vásquez, die nach einer Totgeburt zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war, nach elf Jahren aus dem Gefängnis freigekommen. Im März kam Maira Figueroa nach 15 Jahren frei. Im Januar hatte die Interamerikanische Menschen­rechtskommission, ein unabhängiges Gremium der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), El Salvador aufgefordert, die Abtreibungsurteile gegen 27 Frauen zu überprüfen. © afp/aerzteblatt.de

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