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Herdenimmunität: Infektiologen sehen Vorteile der Grippeimpfung für Kinder

Mittwoch, 27. Juni 2018

/stalnyk, stock.adobe.com

Köln – Auf den Aspekt der Herdenimmunität bei Impfentscheidungen haben Experten auf dem Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2018) in Köln hingewiesen. „Neben dem Individualschutz vor Infektionskrankheiten und deren möglichen Folgen spielen auch gesellschaftlich relevante Ziele wie die Unterbrechung von Infektionsketten oder die Ausrottung von Erregern eine Rolle“, erläuterte Markus Knuf aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) in Bezug auf die Empfehlungen der Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Knuf war auch Kongress-Präsident der KIT 2018.

Ob allerdings der Aufbau einer Herdenimmunität als Argument ausreiche, um eine jährliche Grippeimpfung für alle Kinder zu empfehlen, sei unter Experten umstritten, so Knuf. Bisher sieht das RKI die Impfung nur für Kinder vor, die selbst ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Für Knuf gibt es dennoch gute Gründe, auch gesunde Kinder gegen die Influenza zu impfen.

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„Zwar verläuft die Grippe bei ihnen meist unkompliziert, doch kommt es auch hier immer wieder zu schweren Verläufen“, erklärte er. Zudem seien Kinder der Dreh- und Angelpunkt der Influenza in der Gesellschaft. Kinder im Vorschulalter schieden über einen langen Zeitraum hinweg eine große Anzahl von Viren aus und hätten eine hohe Kontaktrate. Viele Erwachsene steckten sich daher gerade bei Kleinkindern mit der Grippe an.

Meist seien es aber die Jüngsten, die den Herdenschutz benötigten. Als Beispiel dafür, wie geimpfte Erwachsene zum Schutz von Säuglingen beitragen, nannte Knuf die Impfung gegen Keuchhusten. Diese für Säuglinge gefährliche Krankheit werde meist über Jugendliche oder Erwachsene übertragen, bei denen der Impfschutz bereits nachlasse. „Es ist daher sinnvoll, den Schutz gegen Pertussis im Jugend- oder Erwachsenenalter aufzufrischen“, sagt der DGPI-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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