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Medizin

Typ-2-Diabetes: Künstliches Pankreas verbessert Blutzucker in der Klinik

Mittwoch, 27. Juni 2018

Closed-loop System zur Therapie bei Diabetes Typ 1/ Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Torben Biester
Closed-loop System zur Therapie bei Diabetes Typ 1/ Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Torben Biester

Cambridge – Das künstliche Pankreas, das für die Behandlung von Patienten mit Typ-1-Diabetes entwickelt wurde, hat in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2018; doi: 10.1056/NEJMoa1805233) auch die Blutzucker­kontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes verbessert, die wegen schwerer Erkran­kungen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Sogenannte Closed-Loop-Systeme, die kontinuierlich den Blutzucker messen und regelmäßig die mit einem Algorithmus errechnete notwendige Insulindosis applizieren, wurden entwickelt, um Patienten mit schwer kontrollierbarem Typ-1-Diabetes vor Hypoglykämien zu schützen. Ein weiteres Einsatzgebiet könnten Klinikpatienten mit Typ-2-Diabetes sein, wie die an zwei Kliniken in England und der Schweiz durchgeführte Studie zeigt.

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136 stationäre Patienten mit Typ-2-Diabetes wurden auf eine Behandlung mit dem Closed-Loop-System oder eine konventionelle Insulintherapie randomisiert. Primärer Endpunkt war der Anteil der Messungen, in denen der Blutzucker in einem Zielbereich von 100 bis 180 mg/dl im Verlauf von bis zu 15 Tagen oder bis zur Entlassung aus der Klinik lag.

Wie das Team um Roman Hovorka von der Universität Cambridge berichtet, erreichten die Patienten mit künstlichem Pankreas einen durchschnittlichen Blutzuckerwert von 154 mg/dl gegenüber 188 mg/dl in der Kontrollgruppe. Die Patienten am künstlichen Pankreas waren zu 65,8 % im Zielbereich des Blutzuckers gegenüber nur 41,5 % der Patienten in der Kontrollgruppe. Die Differenz von 24,3 Prozentpunkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 18,6 bis 30,0 Prozentpunkten statistisch signifikant. Die Zahl der hyperglykämischen Werte wurde von 49,5 auf 23,6 % reduziert. Auch hier war die Differenz von 25,9 Prozentpunkten (19,2 bis 32,7 Prozentpunkten) hochsignifikant. Schwere Hypoglykämien oder eine Ketonämie als Folge einer unkontrollierten Hyperglykämie wurden in keinem Fall beobachtet.

Die Patienten waren zu 98 % mit der Blutzuckerregulation über das künstliche Pankreas zufrieden und 100 % würden das neue System anderen Klinikpatienten mit Typ-2-Diabetes weiterempfehlen.

Ob das künstliche Pankreas auch die Behandlungserfolge in der Klinik verbesserte, hat die Studie nicht untersucht. © rme/aerzteblatt.de

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JohnR
am Donnerstag, 28. Juni 2018, 00:38

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