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Politik

Klinisches Krebsregister Niedersachsen startet Regelbetrieb

Mittwoch, 27. Juni 2018

Hannover – Nach einem Probebetrieb seit Ende Februar wird das Klinische Krebsregister Niedersachsen (KKN) jetzt Anfang Juli seinen Routinebetrieb aufnehmen. Jeder Arzt in Niedersachsen, der eine bösartige Tumorerkrankung diagnostiziert, muss diese dann an das Register melden.

Das Register wird damit Meldungen von mehr als 5.000 onkologisch tätigen Ärzten sowie Einrichtungen entgegennehmen. Im Gegenzug erhalten alle Meldenden Rückmeldungen und Auswertungen aus dem KKN. Daraus sollen sich Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten spezieller Therapiemethoden ziehen lassen. 

„Mit der klinischen Krebsregistrierung wollen wir die Behandlungsqualität und die Zahl der Behandlungserfolge in Niedersachsen erhöhen“, sagte Niedersachsens Sozial- und Ge­sund­heits­mi­nis­terin Carola Reimann (SPD). Sie forderte die Ärzte in Niedersachsen auf, mit konsequenten Meldungen an das KKN dieses neue Instrument zu einem Erfolgsmodell zu machen.

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Zwei Krebsregister

Das neue KKN ergänzt das schon bestehende Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN). Ärzte müssen aber nicht zweimal melden: Für die Eingabe gibt es ein gemeinsames Meldeportal – erst nach erfolgter Meldung werden die Daten getrennt. „Der Mehraufwand der Ärzte für die Datenerfassung muss so gering wie möglich gehalten werden“, sagte der KKN-Geschäftsführer Tobias Hartz.

Während das EKN das Auftreten von Krebserkrankungen in einer definierten Bevölkerungsgruppe beobachtet und Aussagen zu Neuerkrankungsraten sowie zeitlichen und regionalen Häufungen trifft, erfasst das KKN alle Angaben zu Diagnose, Behandlung, Verlauf, inklusive Nachsorge von Krebserkrankungen einschließlich ihrer Frühstadien. Damit können auch Aussagen zur Qualität der Behandlung und zum Behandlungsverlauf getroffen werden.

Chance für die Behandlung

Durch die lückenlose Dokumentation des Erkrankungs- und Behandlungsverlaufs entsteht laut Hartz zunächst ein Datenschatz. „Wir wollen diese Daten zum Sprechen bringen und sie zeitnah für die Mediziner so aufbereiten, dass sie mit Hilfe der zurückgespiegelten Daten ihr Handeln optimieren können“, hob der KKN-Geschäftsführer hervor.

„Unsere Daten können indes nur so gut sein wie die Meldungen, die uns von den Ärzten in Niedersachsen übermittelt werden“, sagte er. Da hierbei hochsensible Daten erfasst und gespeichert würden, werde dem Datenschutz von allen Seiten höchste Priorität eingeräumt, betonte Hartz. © hil/aerzteblatt.de

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