NewsMedizinWie die Tiefe Hirnstimulation den Parkinson-Verlauf beeinflusst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wie die Tiefe Hirnstimulation den Parkinson-Verlauf beeinflusst

Freitag, 29. Juni 2018

Hirnstimulation /nullplus, adobe.stock.com
Hirnstimulation /nullplus, adobe.stock.com

Lissabon – Eine Tiefe Hirnstimulation (THS) im Bereich des Subthalamus reduziert das Sturzrisiko und verzögert das Auftreten von Psychosen bei Parkinson-Patienten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Medizinischen Universität Innsbruck über die Langzeitwirkung von THS bei Parkinson-Patienten. Philipp Mahlknecht aus der Arbeitsgruppe hat sie auf dem 4. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Lissabon präsentiert. 

Die Forscher haben in der Beobachtungstudie mehr als 50 Patienten, die mit chronischer subthalmatischer THS behandelt worden waren, mit mehr als 50 Parkinson-Patienten ohne dieser Behandlung verglichen.

Anzeige

„Langfristig eingesetzte THS im Bereich des Subthalamus war in unserer Kohorte von Parkinson-Patienten mit einem geringeren Risiko für häufig wiederkehrende Stürzen assoziiert als in der Gruppe herkömmlich behandelter Patienten. Auch das Einsetzen von psychotischen Symptomen ließ sich in dieser Studie durch diese Behandlung verzögern“, erklärte Mahlknecht. Auf die Langzeitentwicklung von Demenz bei Parkinson-Patienten wirkte THS allerdings nicht positiv. Die Forscher fanden auch keinen Beleg dafür, dass mit THS behandelte Parkinson-Patienten zu einem späteren Zeitpunkt in einem Pflegeheim betreut werden müssen oder länger leben als solche, die diese Behandlung nicht erfahren haben. 

Bei der mitunter auch als „Hirnschrittmacher“ bezeichneten THS werden in bestimmten Gehirnarealen Elektroden implantiert, die mittels elektrischer Impulse die Funktion in den stimulierten Gehirnarealen verändern. Die Elektroden sind mit einem Stimulator verbunden, der im Brust- oder Bauchbereich unter die Haut implantiert wird. Die positiven Wirkungen von THS im Bereich des Subthalamus auf die motorischen Fähigkeiten von Parkinson-Patienten wurde in zahlreichen randomisierten, kontrollierten Studien belegt. 

© hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Juni 2019
London – Die ersten Veränderungen beim Morbus Parkinson treten offenbar nicht, wie allgemein angenommen, in dopaminergen Neuronen, sondern im serotonergen System auf. Darauf deutet eine Studie an
Genetischer Morbus Parkinson könnte mit Serotoninmangel beginnen
17. Juni 2019
Boston – US-Forscher haben herausgefunden, mit welchen Enzymen Darmbakterien das Parkinsonmedikament L-Dopa inaktivieren. In Science berichten sie, wie dies verhindert werden könnte (2019; 364:
Wie Darmbakterien L-Dopa bei Parkinsonpatienten verdauen
24. Mai 2019
Taipeh – Krankenversicherte aus Taiwan, die wegen einer bipolaren Erkrankung in Behandlung waren, erkrankten in den Folgejahren deutlich häufiger an einem Morbus Parkinson als andere Versicherte. Dies
Auf bipolare Störung kann Morbus Parkinson folgen
11. April 2019
Berlin – In Deutschland leben mittlerweile rund 400.000 Menschen mit einer Parkinsonerkrankung. „Besorgniserregend ist die in den letzten Dekaden rasant gestiegene Prävalenz: Im Jahr 2016 gab es laut
Fachgesellschaft und Betroffene fordern mehr Forschung bei Parkinson
10. April 2019
Boston – Eine gezielte transkranielle Magnetstimulation hat in Laborexperimenten in Nature Neuroscience das Arbeitsgedächtnis von älteren Menschen verbessert (2019; doi: 10.1038/s41593-019-0371-x).
Transkranielle Magnetstimulation verbessert Arbeitsgedächtnis bei älteren Menschen
2. April 2019
Berlin – In Deutschland sind viele Patienten mit Parkinson unterversorgt. Das kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG). „Viele Parkinson-Erkrankte in
Jeder fünfte Parkinsonpatient ohne medikamentöse Behandlung
28. März 2019
Freiburg/Bonn – Menschen mit schwerster, behandlungsresistenter Depression können nicht nur akut sondern auch langfristig von einer tiefen Hirnstimulation profitieren. Das berichten Wissenschaftler
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER