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Mehr als 10.000 Kinder bei Konflikten getötet oder verletzt

Freitag, 29. Juni 2018

/dpa

New York – Bei gewaltsamen Konflikten sind nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr weltweit mehr als 10.000 Kinder getötet oder verstümmelt worden. Insgesamt verzeichneten die Vereinten Nationen mehr als 21.000 Vergehen an Kindern, darunter auch sexuelle Gewalt, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser oder die Rekrutierung von Kindersoldaten, wie aus einem in New York veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Rund 6.000 dieser Vergehen seien von Regierungsstreitkräften begangen worden, darunter dem Militär in Myanmar, Syrien und Jemen, dazu etwa 15.000 von anderen bewaffneten Gruppen. Besonders hoch war die Zahl der Vergehen gegen Kinder in Syrien mit 2.896 Fällen. Unter anderem in Myanmar, im Irak, in der Zentralafrikanischen Republik und im Kongo stiegen die Zahlen stark an. 2016 waren rund 8.000 Kinder bei bewaffneten Konflikte getötet oder verstümmelt worden – rund 2.000 weniger als 2017.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „empört“ über den Anstieg. Dessen Sonderbeauftragte für das Thema, Virginia Gamba, sprach von „unsäglicher Gewalt“. „Wie können Jungen und Mädchen der Brutalität des Krieges entkommen, wenn dein Haus oder deine Schule ohne Zweifel angegriffen werden kann, wenn die üblichen Zufluchtsorte zu Zielen werden?“ Internationales Recht werde von den jeweiligen Parteien in Konflikten heute offenkundig missachtet, sagte Gamba.

Die Kinderhilfsorganisation World Vision sprach von einer „Liste der Schande“. Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden – ganz gleich ob sie aus Regierungs­truppen, Milizen oder Rebellenorganisationen kommen. „Einem Kind ist es egal, von wem es verletzt wird. Sein Leiden ist in jedem Fall unermesslich“, sagte Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision Deutschland. Die Organisation leistet weltweit humanitäre und Entwicklungshilfe. © dpa/aerzteblatt.de

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