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Hochfeld-MRT könnte Risiko für Menschen mit Amalgam-Zahn­füllungen sein

Freitag, 29. Juni 2018

Amalgamfüllung /charnsitr, stock.adobe.com
Amalgamfüllung /charnsitr, stock.adobe.com

Konyaalti/Antalya – Die Exposition gegenüber leistungsstarken MRT-Geräten kann toxisches Quecksilber aus Amalgamfüllungen in Zähnen freisetzen. Bei der weniger starken MRT-Geräten mit nur 1,5-Tesla (T), die weit häufiger verwendetet werden, konnten die Forscher von der Akdeniz University und der Kirikkale University in der Türkei den Effekt nicht beobachten. Ihre Ergebnisse publizierten sie in Radiology (2018; doi: 10.1148/radiol.2018172597). In Europa wird die Verwendung von Quecksilber in der Industrie und Medizin ab Juli 2018 stark eingeschränkt.

Bereits frühere Forschungen haben Hinweise gegeben, dass MRT-Magnetfelder Quecksilber aus Amalgamfüllungen lösen könnten. Der Einsatz leistungsstarker 7-T-Scanner hat diese Sorge noch verstärkt. Daher untersuchten die Forscher 60 kariesfreie Zähne, die Patienten zuvor aufgrund anderer klinischer Befunde gezogen worden waren. In die Testzähne füllten sie dann Amalgam in je 2 Hohlräume und platzierten sie in künstlichem Speichel. Die eine Hälfte wurde unmittelbar 20 Minuten MRT-Magnetfeld mit 1,5 oder 7,0 T ausgesetzt. Eine Kontrollgruppe von Zähnen wurde nur in künstlichen Speichel platziert ohne MRT-Exposition.

Als die Forscher den künstlichen Speichel analysierten, lag der Quecksilbergehalt in der 7-T-Gruppe ungefähr viermal so hoch wie in der 1,5-T- und der Kontrollgruppe (0,67 ± 0,18 versus 0,17 ± 0,06 versus 0,14 ± 0,15 Teile pro Million, ppm).

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Gesundheitliches Risiko bleibt unklar

Die hohen Quecksilberwerte im Speichel nach dem Hochfeld-MRT erklärt sich die Autorin Selmi Yilmaz mit einem Phasenwechsel in Amalgammaterial oder einer elektrochemischen Korrosion, die durch das Magnetfeld induziert wird. Welche Gefährdung die freigesetzte Quecksilbermenge für die menschliche Gesundheit bedeutet, ist jedoch ungewiss. „Es ist nicht klar, wie viel von diesem freigesetzten Quecksilber durch den Körper absorbiert wird“, sagt die Zahnärztin Yilmaz. Patienten mit Amalgamfüllungen sollten aber nicht übermäßig besorgt sein, da in der 1,5-T-Gruppe keine Hinweise auf schädliche Wirkungen gefunden wurden.

Amalgamfüllungen sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Zahnheilkunde. Amalgam besteht aus ungefähr 50 % Quecksilber, einem bekannten Toxin, das beim Menschen eine Vielzahl schädlicher Wirkungen hervorrufen kann. Trotz des Vorhandenseins von Quecksilber betrachtet die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Amalgamfüllungen als sicher für Erwachsene und Kinder, die älter als 6 Jahre sind.

In Europa wird in Kürze eine Änderung in Kraft treten. Ab Juli 2018 darf das quecksilberhaltige Amalgam nicht mehr bei schwangeren oder stillenden Frauen sowie Jugendlichen unter 15 Jahren als Zahnfüllung verwendet werden. Das hat das Europäische Parlament letztes Jahr beschlossen.

EU-Parlament beschließt Amalgam-Verbot für schwangere Frauen und Kinder

Straßburg – Das Europäische Parlament hat die Verwendung von Quecksilber in der Industrie und Medizin stark eingeschränkt. Ab Juli 2018 darf das quecksilberhaltige Amalgam nicht mehr bei schwangeren oder stillenden Frauen sowie Jugendlichen unter 15 Jahren als Zahnfüllung verwendet werden, wie aus einer heute verabschiedeten Verordnung hervorgeht. Auch in der Industrie sollen strengere Regeln für

© gie/aerzteblatt.de

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