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Weiter Streit um neuen Wiesn-Sanitätsdienst

Freitag, 29. Juni 2018

/dpa

München – Der Streit um den Sanitätsdienst des Oktoberfestes in München geht in die nächste Runde. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kritisierte jetzt die Bezahlung ehrenamtlicher Mitarbeiter beim neuen Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest.

Die Aicher Ambulanz, die sich gegen das BRK durchgesetzt hat und von der Stadt den Zuschlag bekam, wirbt auf ihrer Internet-Seite für den Einsatz: „Du hast Lust, auf dem größten Volksfest der Welt mitzuwirken? Dann komm' doch zu uns!“ In Aussicht gestellt wird eine Aufwandsentschädigung von 65 bis 100 Euro pro Schicht, die sieben bis zehn Stunden dauert, wie eine Sprecherin sagte. BRK-Geschäftsführer Leonhard Stärk kritisierte das im Münchner Merkur und in der tz. „Hier werden Ehrenamtliche bezahlt, um irgendwie an Kräfte zu kommen“, sagte er. Das torpediere das gesamte System der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen.

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Kritik zurückgewiesen

Die Aicher Ambulanz Union wies die Kritik zurück. „Tatsache ist, dass Aufwands­entschädigungen für ehrenamtliche Kräfte nicht nur im Rettungs- und Sanitätsdienst, sondern in vielen sonstigen Bereichen die Regel sind. (...) Warum das BRK gerade bei einer so belastenden Veranstaltung wie dem Oktoberfest - im Gegensatz zum Rettungsdienst - keine Aufwandsentschädigungen bezahlt hat, erschließt sich uns nicht“, hieß es.

Erstmals seit mehr als 130 Jahren wird nicht mehr das BRK Verletzte und Betrunkene auf der Wiesn versorgen. Die Aicher Ambulanz hatte ein kostengünstigeres Angebot abgegeben; die Stadt entschied sich für den kommerziellen Anbieter. Das BRK hatte dies nach einer Überprüfung durch die Vergabekammer Südbayern akzeptiert.

Das BRK zahlt nach eigenen Angaben keine Ehrenamtspauschalen an Einsatzkräfte für Sanitätsdienste. Nur im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst gebe es Aufwands­pauschalen von rund 30 Euro für Schichten; damit sollen Verpflegung, Fahrtkosten und Reinigung der Kleidung abgedeckt werden. Weder auf dem Oktoberfest noch bei einer Sanitätswache auf einem Volksfest oder bei Großveranstaltungen erhielten Ehrenamtliche des BRK Geld, hieß es.

Auch BRK-Helfer haben sich für den Wiesn-Dienst bei Aicher beworben. Beim BRK hieß es, viele, die über die Jahre beim Sanitätsdienst geholfen hätten, seien mit Leib und Seele dabei gewesen. Es sei deshalb nicht verwunderlich, wenn sie nun für die Wiesn-Zeit bei Aicher aushelfen, sagte Stärk. © dpa/aerzteblatt.de

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