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Ausland

Mission Lifeline weist Vorwürfe zurück

Montag, 2. Juli 2018

/dpa

Berlin – Die deutsche Hilfsorganisation Mission Lifeline hat die Vorwürfe der maltesischen Behörden wegen ihrer Rettungsaktion im Mittelmeer zurückgewiesen. „Es ist beschämend, dass wir hier auf Malta vor Gericht stehen, während im Mittelmeer Menschen ertrinken“, sagte ihr Sprecher Axel Steier gestern dem MDR. Laut einer Gerichtsvorladung, die dem MDR-Magazin „exakt“ vorliegt, beantragte die maltesische Polizei unterdessen die Beschlagnahme des Schiffes „Lifeline“ der Organisation.

Die Besatzung der „Lifeline“ hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, bis Malta schließlich das Anlanden gestattete. Zuvor hatten sich mehrere europäische Staaten – nicht jedoch Deutschland – bereit erklärt, die Flüchtlinge aufzunehmen.

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In Malta wurde Kapitän Claus Peter Reisch bereits mehrfach von den Behörden vernommen. Heute soll er einem Richter vorgeführt werden. Nach MDR-Angaben wird sein Schiff in maltesischen Justizunterlagen als „Tatwerkzeug“ bezeichnet. Ihm wird laut MDR zum einen vorgeworfen, unerlaubt in maltesische Hoheitsgewässer gefahren zu sein, zum anderen wird die ordnungsgemäße Registrierung der „Lifeline“ in den Niederlanden in Frage gestellt.

Dem MDR-Bericht zufolge bestätigten die Niederlande zwar, dass die  „Lifeline“ beim Sportbootverband des Landes registriert ist. Dies sei jedoch nur ein Eigentums­nachweis, der nicht zum Führen der niederländischen Flagge berechtigte, hieß es demnach. Steier sagte dem Sender dagegen, das Schiff sei korrekt in den Niederlanden angemeldet und habe auch eine Funklizenz erhalten. Diese werde „nur ausgestellt, wenn das Schiff ordnungsgemäß registriert ist“, hob der Sprecher hervor.

Auch den zweiten Vorwurf wies er zurück. Es habe einen medizinischen Notfall gegeben, bei dem die „"Lifeline“ einem maltesischen Sanitätsboot entgegengefahren sei. Danach sei das Schiff erst auf schriftliche Anweisung der maltesischen Behörden in den Hafen von Valetta eingelaufen. © afp/aerzteblatt.de

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