NewsPolitikBundesweites Samenspenderregister gestartet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesweites Samenspenderregister gestartet

Montag, 2. Juli 2018

/dpa

Köln – Künftig können durch Samenspende gezeugte Personen über eine zentrale Stelle erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat dazu am 1. Juli das bundesweite Samenspender-Register gestartet.

Grundlage ist ein im Mai 2017 verabschiedetes Gesetz zur Einrichtung eines solchen Registers, das den Auskunftsanspruch von Personen regelt, die ab dem 1. Juli 2018 durch eine heterologe Samenspende im Rahmen einer ärztlich unterstützten künstlichen Befruchtung gezeugt werden. „Spenderkinder haben ein Recht zu wissen, von wem sie abstammen. Genau das können sie zukünftig bei uns erfahren“, erklärte DIMDI-Direktor Dietrich Kaiser beim Start des neuen Registers.

Anzeige

Ab Juli 2018 gezeugte Spenderkinder können künftig entsprechende Auskunft aus dem neuen Register beantragen. Für Kinder unter 16 Jahren können ihre gesetzlichen Vertreter handeln. Vier Wochen vor einer solchen Auskunft informiert das DIMDI auch den Samenspender, sodass er sich auf eine eventuelle Kontaktaufnahme des Spender­kindes einstellen kann. Das DIMDI speichert Daten im Rahmen von Samenspenden und danach erfolgten Geburten für die Dauer von 110 Jahren. Spender und Empfängerinnen von Samenspenden besitzen dabei zu den jeweils über sie gespeicherten Daten einen Anspruch auf Auskunft und Berichtigung.

Gespeichert werden laut DIMDI nur wenige personenbezogene Daten von Spender und Empfängerin. Dazu zählen Name, Geburtstag, Geburtsort und Anschrift sowie der Geburtstag der Kinder. Spender können freiwillig weitere Angaben machen, etwa über Aussehen, Schulbildung oder Beweggründe für die Samenspende.

Nach einer Geburt übermittelt die reproduktionsmedizinische Einrichtung, in der die künstliche Befruchtung vorgenommen worden ist, die Daten zur Empfängerin der Samenspende und zu den Kindern an das DIMDI. Dort werden diese Angaben und die Angaben zum Samenspender unter Wahrung hoher Datenschutzvorgaben getrennt in einem Spender- und einem Empfängerinnenregister gespeichert.

© EB/KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Januar 2019
Berlin – Die Krankenkassen sollen nach dem Willen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) künftig die Präimplantationsdiagnostik (PID) bei Paaren bezahlen, die trotz der Vorbelastung durch
Krankenkassen sollen Präimplantationsdiagnostik bezahlen
15. Januar 2019
Rostock – Die höhere Rate von Früh- und Mangelgeburten, zu denen es nach einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation, IVF) kommt, ist laut einer Vergleichsstudie mit Geschwisterkindern im
In-Vitro-Fertilisation: Geschwisterstudie findet keine erhöhten Geburtsrisiken
4. Januar 2019
Schwerin – Immer mehr kinderlose Paare erhalten in Mecklenburg-Vorpommern staatliche Finanzhilfe für sogenannte Kinderwunschbehandlungen. Wie das Sozialministerium in Schwerin heute mitteilte, nahmen
Finanzhilfe bei Kinderwunschbehandlung für immer mehr Paare
27. Dezember 2018
München – In Bayern werden zunehmend Embryos aus Kinderwunsch-Behandlungen genetisch auf Krankheiten untersucht. Die bayerische Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik (PID) hat im laufenden
Deutlich mehr Anträge auf Präimplantationsdiagnostik in Bayern
20. Dezember 2018
Augsburg – Im Strafverfahren gegen drei Verantwortliche eines Embryonenspende-Netzwerks wird es voraussichtlich einen dritten Prozess gegen. Die Staatsanwaltschaft hat nach Mitteilung von gestern
Staatsanwaltschaft will dritten Prozess um Eizellenspenden
13. Dezember 2018
Augsburg/Dillingen – Das Landgericht Augsburg hat in zweiter Instanz drei Verantwortliche eines Embryonenspende-Netzwerks freigesprochen. Die Strafkammer entschied heute, dass das Handeln der
Verantwortliche von Embryonenspende-Netzwerk freigesprochen
5. Dezember 2018
São Paulo – In Brasilien wurde das weltweit erste Baby nach einer Uterustransplantation geboren. Für Lateinamerika war es die erste Uterus-Transplantation überhaupt. Über die Fallstudie berichten die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER