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Chirurgen sehen Vorteile minimalinvasiver Eingriffe im Bauchraum

Mittwoch, 4. Juli 2018

/Kzenon, stockadobecom

Berlin – Auf die Vorteile eines minimalinvasiven Vorgehens bei Eingriffen im Bauchraum hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hingewiesen. Besonders wichtig sei die individuelle Erfahrung des Chirurgen, betonte die Fachgesellschaft. Sie bezeichnete etwa die laparoskopische Entfernung der Gallenblase als Erfolgsgeschichte.

„Die Leitlinien empfehlen sie seit Mitte der 1990er-Jahre als bevorzugte Operationsvariante, weil sich die Patienten schneller erholen und früher entlassen werden können“, berichtet Matthias Anthuber, ab Juli 2018 Präsident der DGCH und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg. In Deutschland werden laut Fachgesellschaft zwischen 92 bis 98 Prozent aller Gallenblasen minimalinvasiv entfernt.

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Erfahrung wichtig

Auch bei Blinddarmoperationen sei der minimalinvasive Eingriff heute Standard. „Die Patienten haben nach der Operation weniger Schmerzen, es kommt seltener zu Wundinfektionen, sie können früher nach Hause und schneller wieder in die Schule oder an den Arbeitsplatz zurückkehren“, so Anthuber.

In Deutschland erfolgten 55 bis 70 Prozent aller Blinddarmoperationen laparoskopisch. „Erfahrene Chirurgen setzen die Methode mittlerweile selbst bei komplizierten Fällen, etwa einem durchgebrochenen Blinddarm, ein“, berichtet Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der DGCH. Nötig sei eine entsprechende Ausstattung in der Klinik. „Und noch viel wichtiger: Der Chirurg muss über ausreichend Erfahrung mit der Operationstechnik verfügen und die Lernkurve in strukturierten Trainingsprogrammen hinter sich gelassen haben. Das gilt ausnahmslos für alle minimalinvasiven Eingriffe“, betont Anthuber.

Leistenbrüche operieren Chirurgen laut DGCH mittlerweile in 20 bis 40 Prozent der Fälle minimalinvasiv. Hier sollte der Chirurg entsprechend der individuellen Situation des Patienten entscheiden. „Bei Frauen mit beidseitigem Leistenbruch, bei jüngeren Patienten oder bei einem Zweiteingriff nach vorausgegangener Operation in konventioneller, offener Technik ist die minimalinvasive Technik vorteilhaft“, erläuterte der DGCH-Präsident. Eine Klinik sollte heute daher beide Verfahren anbieten und das Vorgehen der individuellen Patientensituation anpassen.

Die Fachgesellschaft weist auch auf eine neue OP-Technik namens „NOTES“ hin.  Dabei nutzt der Chirurg natürliche Körperöffnungen wie den Mund, den Enddarm, die Harnröhre und anderes, um zum Operationsgebiet zu gelangen ohne erkennbare äußere Narben zu hinterlassen. Laut Fachgesellschaft konnten Studien bislang jedoch keine Vorteile für den Patienten belegen, weswegen NOTES-Verfahren bislang nicht Eingang in die klinische Routine und auch nicht in Leitlinien gefunden haben. „Man darf jedoch gespannt sein, ob in zukünftigen Studien für ausgewählte Indikationen Vorteile bewiesen werden können“, so Anthuber und Meyer. © hil/aerzteblatt.de

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